Offenes Gartentor bei Familie Hüls Zu Himmelfahrt wieder offene Gartentore in Balkum

Von Hildegard Wekenborg-Placke


Balkum. Pünklich am Himmelfahrtstag, 10. Mai 2018, von 11 bis 18 Uhr öffnet Familie Hüls wieder die Tore zu ihrem 12 000 Quadratmeter großen, idyllisch inmitten von grünen Wiesen gelegenen Garten im Ueffelner Ortsteil Balkum. Gärtnern ist hier mittlerweile ein Generationenprojekt, denn neben Senior Gisbert Hüls, seinem Sohn Ralph und dessen Frau Charlotte sind in diesem Jahr auch die Enkel Felix und Julia-Maria Hüls dabei.

Ein Spaziergang mit Ralph und Gisbert Hüls durch das in viele kleinere oder größere Areale aufgeteilte Refugium an der Straße mit dem beziehungsreichen Namen „Am Naturschutz “ gleicht einer botanischen Entdeckungstour voller Überraschungen. Hin und wieder gilt das offenbar sogar für die Besitzer. Im Steingarten hat sich eine filigrane Götterblume inmitten von Ralph Hüls geliebten Anemonellen angesiedelt, und setzt einen pinkfarbigen Kontrapunkt zum zarten weiß-gelb der „Anemönchen“. In Ralphs „Tübingenbeet“, das aus seiner Zeit als Lehrer im Schwäbischen stammt, haben sich Akelei und andere Blühpflanzen im Erdreich der Päonien mit auf die Reise in den Norden gemacht und gedeihen hier prächtig. An seinen Pfingstrosen hängt der Oberstudienrat seit Jahren, und so wurden die prachtvollen Stauden einfach ausgegraben, als das Ehepaar Hüls wieder auf den elterlichen Hof zog.

„Original chinesische“ Pfingstrose

Zahllose Knospen haben die Päonien schon angesetzt, aber ob sie es bis Donnerstag noch schaffen? Die beiden Herren Hüls sind ein wenig skeptisch. „ Aber wir haben ja am 21. Mai, zu Pfingsten, noch einmal geöffnet“, bringt Ralph Hüls die Blumenfreude schon mal auf den Geschmack. Die Iris, die das Beet mit den Päonien teilt, zeigt dagegen schon ihre leuchtend blauen Blüten. Dann schwärmen die Gartenbesitzer von der seltenen „origina lchinesischen Pfingstrose“, die sie ein mal bei einem alten, inzwischen bereits verstorbenen Züchter entdeckt habe. Cremeweiß, rot angeflammt mit einem zarten Oliveton leuchtet die Päonie, wenn sie in voller Blüte steht. Gegen solche blühenden Diven wirkt die ungefüllt dunkelrot blühende „Early Bird“ (Früher Vogel) fast unscheinbar. Ralph und Giberts Hüls‘ Herzen gehören dieser Urform der Pfingstrose, die deutlich vor ihren Schwestern blüht, aber besonders - gerade weil sie so früh dran ist.

Blauregen in voller Blüte

„Die Natur ist in diesem Jahr schon ziemlich weit“, berichten beide. Reichlich warme Tage haben dafür gesorgt, dass der fast 14 Meter hohe Blauregen an der Stallwand schon in voller Blüte steht - ein prachtvoller Anblick, der in jedem Jahr wieder die Besucher fasziniert. Die Apfelbäume haben ihre Blüten bereits abgeworfen. Jetzt beginnt das Warten. Hat der Baum genügend Früchte angesetzt. Senior Gisbert Hüls wirft einen prüfenden Blick auf die Äste. Das wechselhafte Wetter mit den Kälteinbrüchen hat offenbar die Bienen abgeschreckt. „Dabei haben wir doch ein eigenes Volk“. Aber vielleicht ist es auch noch ein bisschen früh, um den Fruchtansatz zu beurteilen.

Vorbei am Gewächshaus, in dem bereits reichlich Salat der verschiedensten Sorten auf die Ernte wartet, und dem Beet mit den seltenen Kartoffelsorten geht es zu einem neuen Lieblingsplatz von Ralph Hüls. Zu den orangenen Azaleen hat er eine Magnolie gepflanzt, die wegen ihres blassgelben Farbtons zu den absoluten Raritäten gehört. „In ein paar Jahren ist die mehrere Meter hoch“ freut er sich schon.

Überall Sitzplätze

Überall laden lauschige Sitzplätze die Gartenfreunde zum Verweilen im Grünen ein. Ein Blick auf die fleischfressenden Pflanzen am Gartenteich, auf die Rosenlaube, ein paar Minuten auf der Holzbank in Gisbert Hüls „weißen Garten“, wo die Hoyzia einen betörenden Vanilleduft verströmt. Am von Buchshecken umfassten Bauerngarten stehen Schneeball und Brautstrauch in voller Blüte. Wer den Blick von den blühenden Sträuchern auf den Boden wandern lässt, entdeckt vielleicht die zahlreichen Kräuter, die überall zu finden sind. „25 Sorten mindestens“, hat Ralph Hüls einmal auf die neugierige Nachfrage einer Besucherin hin gezählt. Etliche Minzen gehören dazu, darunter die heimische Sorte, die „kam, sah und siegte“, das heißt sich weithin ausbreitete, ungezählte Sorten Thymian, Salbei, Rosmarin, Lavendel, Süßdolde, die man früher zur Lakritzherstellung verwandte und vieles mehr.

Das Highlight im Mai sind allerdings die Rhododendren im großen Waldgarten. Weiß, rosa, lila in allen Schattierungen zählen sie zu den Highlights eines Besuchs im Hülschen Gartenparadies. Nun hoffen die drei gärtnernden Hüls-Generationen nur noch, dass das Wetter sich trotz der Vorhersagen hält und Kaffee und Kuchen auch ohne Unterstand genossen werden können. Gegen ein ordentliches Schauer in der Nacht hätte Senior Gisbert Hüls dagegen nichts. Die Rhododendren könnten es gut gebrauchen.

Rhododendren stehen im Waldgarten in voller Blüte.

Ob der Garten neben Himmelfahrt und Pfingsten noch einmal im Herbst geöffnet sein wird, wollen die Hüls‘ dann von der Wetterlage abhängig machen.