Expertin für Lebensmittelhygiene Engteranerin schaut Köchen und Kellnern auf die Finger

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Blütenweiße Sauberkeit: Daniela Schmees hat sich als Expertin für Hygiene selbstständig gemacht. Foto: Heiner BeinkeBlütenweiße Sauberkeit: Daniela Schmees hat sich als Expertin für Hygiene selbstständig gemacht. Foto: Heiner Beinke

Engter. Wann immer Daniela Schmees ein Restaurant oder Café betritt, holt ihr Beruf sie ein: Tischdecke sauber? Wie sieht die Toilette aus? Und das Besteck? Sauberkeit ist für die Engteranerin oberstes Gebot. Privat und als Chefin ihrer eigenen Firma „Hygiene ok“. Daniela Schmees berät Firmen, insbesondere im Bereich Gastronomie, in Sachen Hygiene und Reinigung.

Wenn Unternehmen sie als Beraterin verpflichten, dann stattet sie dem Betrieb erst einmal einen unangekündigten Besuch ab. Mit geübten Blick studiert sie die Abläufe. Gibt es am Handwaschbecken des Personals überhaupt Seife? Werden die Schneidebretter in der Küche häufig genug gewechselt oder haben sie tiefe Schnitte durch häufigen Gebrauch, in denen sich Bakterien wohl fühlen?

Test fürs Fernsehen

Viel verrät ihr auch der Blick auf die Kundentoiletten. „Wenn es hier schon nicht sauber ist, sollte man vom Rest lieber nicht allzuviel erwarten“, sagt sie. Wie sie bei solchen Besuchen vorgeht, ist am Sonntag, 6. Mai ab 18 Uhr auch auf RTL 2 zu sehen. Für das Automagazin „Grip“ hat sie dort Autobahnraststätten unter die Lupe genommen. Wie die Ergebnisse ausgefallen sind, darf sie vorab nicht verraten.

Auch ihre Erlebnisse bei den Kunden ihrer Firma, die zum größten Teil im Großraum Osnabrück beheimatet sind, fallen unter berufliche Diskretion. Wobei sie betont, dass ihre Kunden ja schon allein mit ihrem Engagement zeigen würden, dass ihnen das Thema Hygiene wichtig ist. „Es gibt auch ganz viele, die das nicht für nötig erachten. Da gibt es ganz viele schwarze Schafe“, betont die Expertin. Nicht immer sind die Chefs schuld: „Ich hatte einen Fall, da hat mit der Chef gesagt, seine Mitarbeiter würden das nicht mehr wollen“. Denen seien wohl die Schulungen und Hygienevorkehrungen am Arbeitsplatz zu mühselig gewesen.

Kleine Firma

Mit ihrer kleinen Firma hat sich die Mutter zweier Kinder in Engter selbstständig gemacht. Dort hat sie sich mit ihrem Mann niedergelassen, weil es von hier etwa gleich weit zu den jeweiligen Eltern ist. Und die Selbstständigkeit ist für die Mutter die ideale Möglichkeit, im Beruf zu bleiben. „Ich mache so etwa 20 Wochenstunden, vieles auch an den Wochenenden“, erzählt sie.

2001 hat sie ihr Lebensmitteltechnologie-Studium an der FH Lippe/ Höxter mit Diplom abgeschlossen. „Eigentlich wollte ich immer im Labor arbeiten“, verrät sie. Doch es kam anders. Als Hygienebeauftragte war sie für namhafte Unternehmen wie Costa Meeresspezialitäten und Deutsche See GmbH tätig. Hier war sie Teamleiterin für Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement. 2013 folgte der Wechsel in die Selbstständigkeit, zu der auch die Tätigkeit als anerkannte Sachverständige gehört.

Hygienekonzepte

Zum Angebot ihrer Firma gehören neben Schwachstellenanalyse und Erarbeitung eines Hygienekonzeptes auch wiederholte Schulungen für das Personal. Kühlung und Lagerhaltung gehören mit dazu. Wichtig sei dabei immer die Perspektive des Kunden. Der erwarte von einem Lebensmittel verarbeitenden Betrieb absolute Zuverlässigkeit in Sachen Hygiene, Jeder Lebensmittelskandal zeige, welche Folgen ein Vertrauensbruch habe. Daniela Schmees hilft allerdings auch, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist: Krisenmanagement nach einem Besuch der Lebensmittelüberwachung mit Auflagen gehört auch zum Leistungsangebot.

Und wohin geht die Expertin nun privat, wenn sie zum Essen ausgeht? Daniela Schmees lächelt. Es gebe sicher in der näheren und weiteren Umgebung eine Reihe Lokale, die sie nicht aufsuche. Am liebsten aber gehe sie zu „meinen Kunden“.


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