DGB mit neuem Standort zufrieden Bramscher Maikundgebung am Museum gut besucht

Von Matthias Benz


Bramsche. Die Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hat zum ersten Mal am Tuchmacher-Museum stattgefunden. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Rede von Stephan Soldanski, dem Erste Bevollmächtigten der IG Metall Osnabrück.

Trotz des kalten Windes war die Kundgebung gut besucht. Dem grauen Himmel wirkten die Musik der Happy Jazz Society sowie die leuchtend roten Banner der Gewerkschaften entgegen, die sich farblich gut in den neuen Veranstaltungsort im Innenhof des Tuchmacher-Museums einpassten. Unter den Besuchern gab es ausschließlich positive Rückmeldungen zur Wahl der neuen Lokation.

„Ort passt zu Bramsche“

„Dieser Ort passt zu Bramsche“, meinte auch Stephan Soldanski. Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall griff die DGB-Überschrift für den diesjährigen Tag der Arbeit auf: „Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit“. Diese seien nicht nur gewerkschaftliche Grundwerte, sondern machten auch das Miteinander in einer demokratischen Gesellschaft aus. Ein solidarisches Miteinander bedeute, füreinander einzustehen – unabhängig von Herkunft und Hautfarbe.

Als große Herausforderungen nannte er die Digitalisierung der Arbeitswelt, die demografische Entwicklung sowie „die fortschreitende soziale Schieflage und die Spaltung der Gesellschaft in vielfacher Weise“. Bei diesen Themen müssten die Gewerkschaften die neue Bundesregierung an ihren Versprechungen messen.

Tarifverträge gefordert

Besonders hob Soldanski die Bedeutung von Tarifverträgen hervor und richtete klare Worte an die lokalen Betriebe: „Es würde doch einigen Unternehmen aus Bramsche mehr als gut zu Gesicht stehen, wenn der jeweilige Branchentarifvertrag eine Selbstverständlichkeit ist“, sagte der Gewerkschaftssprecher und fügte an: „Bei der neuen Sanders.eu und dem baldigen neuen Bramscher Betrieb der Amazonen-Werke sollte ein Tarifvertrag doch das Mindestmaß sein.“

Auch zu den Vorgängen bei Homann in Dissen äußerte er sich. „1200 Beschäftigte wurden zum Spielball eines einzigen Patriarchen.“ Gemeint war Theo Müller, dessen Unternehmensgruppe von einer Standortschließung im Osnabrücker Land erst nach einigem Hin und Her Abstand genommen hatte. Für Stephan Soldanski ist aber dabei ersichtlich geworden, dass die Marge wichtiger sei als die Beschäftigten. „Ganz nach dem Motto: Alles dem Müller, oder was?“

Warnstreiks

Der IG Metall-Bevollmächtigte berichtete auch von den Warnstreiks und Tarifverhandlungen in unterschiedlichen Branchen, die in letzter Zeit teils sehr erfolgreich waren, teils aber auch nicht die Erwartungen erfüllt hätten. Besonderes Lob sprach er den Betriebsräten zu. Die hohen Wahlbeteiligungen bei den Betriebsratswahlen seien sehr erfreulich gewesen.

In diesem Zusammenhang wies Soldanski auch auf den Versuch von rechten Gruppen hin, für diese Wahlen zu mobilisieren. Ein Rechtsruck sei aber ausgeblieben, die Wahlergebnisse spielten sich im Promillebereich ab. „An vielen Stellen sind sie gar nicht erst angetreten. Und ich kann euch beruhigen: Unsere Region zählt auch dazu. Bramsche und Osnabrück bleiben nazifrei“, rief er den Zuhörern zu.

Nein zu Rassismus

Den größten Applaus erhielt Stephan Soldanski dann auch bei einer Äußerung zur AfD: „Wir alle müssen massiv und deutlich die gesellschaftlichen Verhältnisse kritisieren, die die Menschen zu den Überlegungen bringen, von einer Partei, die Fremdenfeindlichkeit und Hetze verbreitet, eine Verbesserung der eigenen sozialen Situation zu erwarten.“ Es brauche dafür eine klare Haltung: „Nein zu Rassismus und Fremdenhass!“