Nichtreligiöse Alternative Humanistische Jugendfeier erstmals im Bramscher Rathaus

Von Matthias Benz

Erstmals fand die Jugendfeier der Humanisten im Bramscher Rathaus statt mit (von links) Marie Kaden, Marlon Fares, Anke Hennig sowie Feiersprecher Detlef Warnecke. Foto: Matthias BenzErstmals fand die Jugendfeier der Humanisten im Bramscher Rathaus statt mit (von links) Marie Kaden, Marlon Fares, Anke Hennig sowie Feiersprecher Detlef Warnecke. Foto: Matthias Benz

Bramsche. Erstmals hat eine Jugendfeier des Humanistischen Verbandes (HVD) im Bramscher Rathaus stattgefunden: Marie Kaden und Marlon Fares feierten mit rund einhundert Gästen diesen wichtigen Meilenstein, der den Übergang von der Kindheit ins Jugendalter markiert.

Jugendliche, die sich nicht mit religiösen Zeremonien wie Firmung oder Konfirmation identifizieren, können eine solche weltliche Jugendfeier begehen und ohne Glaubensbekenntnis oder Gelöbnis ihren nächsten Schritt des Erwachsenwerdens zelebrieren.

Für den Bramscher Ortsverein des HVD sprach die Vorsitzende Anke Hennig. Neben einem kurzen Blick auf die Historie des Verbandes stellte sie den zentralen Begriff der Selbstbestimmung in den Mittelpunkt. Jugendliche müssten lernen, Verantwortung zu übernehmen. „Abwägen. Positiv denken. Fehler eingestehen und daraus lernen“ seien wichtige Aufgaben im Jugendalter. Außerdem blickte sie zurück auf die Vorbereitungszeit der beiden Jugendlichen, in der diese bei Seminaren und Veranstaltungen ihr eigenes Leben reflektierten und Neues entdeckten.

Hennig übermittelte auch ein Grußwort der evangelischen und katholischen Kirchen. Superintendent Hans Hentschel und Pfarrer Tobias Kotte zitierte sie mit den Worten: „Den beteiligten Jugendlichen wünschen wir – was diesen Jugendlichen wahrscheinlich nicht besonders wichtig ist – Gottes Segen auf ihren Wegen in die Zukunft.“

Auf Augenhöhe begegnen

Feiersprecher Detlef Warnecke aus Emden sprach derweil den Jugendlichen Mut zu, ihre neuen Rollen im Leben selbstbewusst anzunehmen: „Ich bin zuversichtlich, dass ihr euren Weg gehen werdet.“ Gleichzeitig seien auch die Eltern aufgerufen, Vertrauen in ihre Kinder zu haben und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen.

In ihrem Redebeitrag brachte Marie Kaden ihre Sicht auf das eigene Erwachsenwerden auf den Punkt: „Mir ist klar: Wenn ich morgen aufwache, bin ich nicht sofort erwachsen. Aber die Zeiten, in denen ich von Couch zu Couch hüpfe, weil der Boden Lava ist, sind nun vorbei.“ Marlon Fares verglich seinen Lebensweg dagegen mit einem Wanderweg: „Auch wenn man mal vom Weg abkommt, gibt es immer Schilder, die einen zurück zur Zielstrecke bringen.“ Diese Schilder seien Familie und Freunde, die ihm immer zur Seite stünden.

Begleitet wurde die Feier im Ratssaal vom Jugend-Streichquartett der Osnabrücker Musik- und Kunstschule unter Leitung von Karsten Nagel. Mit Stücken wie „Shape of you“ von Ed Sheeran oder „Geiles Leben“ von Glasperlenspiel gaben die Musiker der Veranstaltung einen passenden Rahmen.


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