Mit Krappwurzel und Pottasche Färbertag 2018 im Bramscher Tuchmacher-Museum

Von Alica Graf

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Im großen Bottich wird die Wolle zusammen mit der Farbe erhitzt: Simone Jordan, Monika Lengenfeld, Annika Habicht, Sabine Adams, Christine Söllöschi (alle von der kunterbunten Wollspinnerey) und Museumsleiterin Kerstin Schumann beobachten den Prozess. .Foto: Alica GrafIm großen Bottich wird die Wolle zusammen mit der Farbe erhitzt: Simone Jordan, Monika Lengenfeld, Annika Habicht, Sabine Adams, Christine Söllöschi (alle von der kunterbunten Wollspinnerey) und Museumsleiterin Kerstin Schumann beobachten den Prozess. .Foto: Alica Graf

agf Bramsche. Wie kommt eigentlich die Farbe in die Wolle? Antwort auf diese Frage gab der dritte Färbertag im Tuchmacher Museum.

,,Da der Prozess des Färbens sehr aufwendig ist, ist er leider nicht Teil unserer Dauerausstellung“, erklärt Museumsleiterin Kerstin Schumann den Grund, wieso das Museum die Färbertage ins Leben rief. Hierbei können die Besucher hautnah mitverfolgen, wie Wolle traditionell gefärbt wird.

Waschen, kämmen, beizen

Simone Jordan und Annika Habicht von der Kunterbunten Wollspinnerey erklären, dass sie bereits eine Woche vor dem eigentlichen Färben damit anfingen, die Wolle zu bearbeiten. Diese musste nämlich zunächst gewaschen und gekämmt werden. Zudem beizten die Frauen die Wolle. Dies ist ein naturchemischer Vorgang, der dafür sorgt, dass die Wolle die Farbe später besser aufnehmen kann und eine höhere Leuchtkraft besitzt.

Den Farbstoff für das berühmte Bramscher Rot stellen die Färberinnen dabei auf natürlichem Wege mithilfe der sogenannten Krappwurzel her. Diese wird zunächst eingeweicht und schließlich mit der Wolle in einem großen Kessel auf ca. 80 Grad erhitzt. Die richtige Temperatur ist für die typische Farbgebung dabei genauso wichtig, wie die Zugabe von Pottasche, ohne die die Wolle nicht rot, sondern orange wäre.

Rezept verloren gegangen

Um den klassischen Farbton des Bramscher Rots zu erzeugen, gehört also auch Glück – nicht zuletzt, weil das Ursprungsrezept des Farbtons, das der Schönfärber Andreas Wolf im 18. Jahrhundert benutzte, verloren gegangen ist oder erst gar nicht aufgeschrieben wurde, wie Museumsleiterin Kerstin Schumann erklärte. „Dieses Mal ist es uns aber gut geglückt, den Originalfarbton zu imitieren“, war das Fazit der Frauen.

Ob dies bei der nächsten Färberei ebenso gut gelingt, können Zuschauer das nächste Mal am 10. Juni im Tuchmacher Museum verfolgen. Aber auch bereits am 6. Mai sind die Frauen der Kunterbunten Wollspinnerey wieder im Tuchmachermuseum aktiv, diesmal bei dem offenen Spinnworkshop von 13 bis 17 Uhr.


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