Jubiläumskonzert mit Gastmusiker An Rinn spielt im ausverkauften Universum Bramsche

Von Olaf Christian


Bramsche. Seit fünfundzwanzig Jahren gibt es sie nun, An Rinn, die Bramscher Institution der schottisch-irischen Folkmusik. Ein Zeitraum, den so manche Ehe nicht erreicht. An Rinn (gälisch für „Herzlich willkommen“), hat es geschafft und steuert auf das goldene Jubiliäum zu.

Zumindest konnte man diesen Eindruck gewinnen, wenn man ihr Jubiläumskonzert im Bramscher Universum besucht hat. Das Universum, wie war es auch anders zu erwarten, war voll bis zum letzten Platz. Und trotz der langen Konzertdauer schien es niemanden nach Hause zu drängen. War es doch auch mehr wie ein Wohnzimmerkonzert, denn zwischen den Stücken erzählte Brian McSheffrey, Bandgründer und Mastermind der Band, immer wieder unterhaltsame Anekdoten aus dem Bandleben oder über die Inhalte der dargebotenen Stücke. Insgesamt waren die Bandmitglieder von einer Lockerheit, die deutlich zeigt: „Wir wissen was wir tun und das schon lange!“

„Das ist wie Familie hier!“ sagte eine sichtlich begeisterte Besucherin und erklärt damit, warum die ganze Veranstaltung so entspannt und fröhlich ablief. Wer sind nun die sechs, die so angenehm und anregend zu unterhalten wussten? An Rinn sind Martin Czech (Geige, Gitarre, Mandoline, Five-String und English Concertina, Hammer Dulcimer, Gesang), Brian McSheffrey (Lead Vocals, & Spoons), Anke Morhaus (Gesang), Alexander Maßbaum (Button- und Pianoakkordeon, Bodhran, Low- und Tin-whistle, Flute, Mandoline, Northumbrian Small Pipes, Gesang, Matthias Malcher (Banjo, Gitarre, Gesang) und Helmut Henke-Tiede (Bass, Mandoline, Bouzouki, Gitarre). An der langen Liste der Instrumente kann man auch sehen, wie vielfältig die Musik der Band sich darstellt. Außerdem wussten die Musiker auch mit wunderbar arrangiertem mehrstimmigem Gesang zu überzeugen.

Die Band war aber nicht alleine angetreten, das sichtlich angetane Bramscher Publikum zu unterhalten. Als Gast hatte man sich den schottischen Musiker Andrew Gordon eingeladen, der, manchmal gemeinsam mit der Band, meistens aber alleine auf der Bühne stand. Dieser Mann ist wirklich eine Naturgewalt. Wenn er da steht in seinem Kilt, die Bodhran oder Gitarre spielt und dazu singt, bleibt niemand unberührt. Auch a capella weiß er sein Publikum in Bewegung zu bringen. Auch er steht bereits seit vierundzwanzig Jahren auf der Bühne und ist in der Lage, seine Erfahrung zum Nutzen der Zuhörer einzusetzen. An Rinn und Andrew Gordon wechselten sich ab und hatten ihr Publikum stets im Bann. Kein Moment der Langeweile kam auf. Langsame, traurige Lieder und schnelle Stücke wechselten sich ab, so wie instrumentale Stücke sich mit Gesangsstücken sozusagen die Noten in die Hand gaben. Ein sehr langer, unterhaltsamer Abend auf einem hohen musikalischen Niveau macht Appetit auf das nächste Konzert sowohl An Rinns, als auch Andrew Gordons. Wer so lange nicht warten will, kann sich auch eine der CDs kaufen die im Angebot sind. Hat An Rinn doch gerade eine neue solche herausgebracht, die an diesem Abend im Universum zum ersten Mal vorgestellt wurde.