Kriminalstatistik vorgestellt Zahl der Straftaten 2017 in Bramsche erneut gesunken

Meine Nachrichten

Um das Thema Bramsche Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Auf Prävention und Aufklärung von Wohnungseinbrüchen will die Polizei Bramsche weiterhin einen Schwerpunkt legen – auch wenn die Zahl der Straftaten 2017 in diesem Bereich rückläufig war. Symbolfoto: dpaAuf Prävention und Aufklärung von Wohnungseinbrüchen will die Polizei Bramsche weiterhin einen Schwerpunkt legen – auch wenn die Zahl der Straftaten 2017 in diesem Bereich rückläufig war. Symbolfoto: dpa

Bramsche. 4039 Straftaten sind im Jahr 2017 im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Bramsche, zu dem auch der Altkreis Wittlage und Wallenhorst gehören, registriert geworden. Leiterin Ann Oldiges spricht von einem „fast schon historischen Tiefstand“.

Was die Kommissariats-Chefin konkret meint, wird bei einem Blick auf eine Tabelle deutlich, die bis 2006 zurückreicht: Damals wurden noch 5347 Straftaten in der Statistik erfasst, im vergangenen Jahr nur noch 4039 – ein Minus von 1308 Delikten, der Rückgang an Straftaten verlief seit damals annähernd konstant. Von den 4039 Straftaten wurden 2104 in Bramsche verübt, 1275 im Bereich der Polizeistation Bohmte und 660 im Wallenhorster Bereich. Im Jahr zuvor hatte es 4086 Straftaten gegeben.

Aufklärungsquote gestiegen

Zugleich stieg auch die Aufklärungsquote im vierten Jahr in Folge, sie liegt nun bei 61,95 Prozent und damit – nimmt man auch hier die Gesamtschau bis ins Jahr 2006 zurück – erstmals bei über 60 Prozent. „Da wurde richtig gute Arbeit geleistet. Sehr akribisch und, wenn nötig, mit einem sehr langen Atem wurde daran gearbeitet, Täter zu überführen“, lobt Oldiges das Team um Burkhard Hömme, den Leiter des Kriminalermittlungsdienstes. Oldiges verweist dabei etwa darauf, dass 2017 beispielsweise eine Serie von insgesamt 34 Kfz-Aufbrüchen aufgeklärt wurde. Aber auch auf aktuelle Fälle, wenn auch diese nicht oder nur zum Teil in der Kriminalstatistik 2017 erfasst wurden: So war erst vor Kurzem eine Gruppe junger Männer überführt worden, die eine Vielzahl an Einbrüchen verübt hatte. Auch gefasst wurde ein Mann, der Anfang März 2018 eine junge Frau am Bahnhof in Achmer überfallen hatte. „Das sind so Fälle, in denen es zu Beginn viele Puzzleteilchen gibt, die scheinbar nicht zusammenpassen, und wo es sehr hartnäckiger Arbeit bedarf, um sie dann doch zusammenzufügen“, beschreibt Hömme das Wirken der Kripobeamten. Letztlich gehe es schließlich auch nicht nur darum, einen Tatverdächtigen zu ermitteln, „sondern den Verdacht auch gerichtsfest belegen zu können“, so Hömme weiter.

Die Zahl sogenannter Rohheitsdelikte (Körperverletzung, Nötigung, Nachstellung/Stalking) sank von 596 auf 550 im gesamten Kommissariatsbereich. Die Aufklärungsquote liegt hier übrigens sehr hoch bei 89,45 Prozent, „weil sich Täter und Opfer oft bekannt sind“, so Hömme.

Weniger Diebstahlsdelikte

Diebstahlsdelikte sanken von 1612 auf 1500. Der Anteil an Einbruchdiebstählen aus Wohnungen, Roh- und Neubauten sowie Büro-, Werkstatt- und Lagerräumen sank dabei augenscheinlich deutlich. „Eine Serie, die seit September 2017 insbesondere in Wallenhorst verübt wird, ist allerdings noch in Bearbeitung und nicht erfasst in der Statistik“, räumt allerdings Kommissariatsleiterin Oldiges ein. Diese rund 40 Straftaten einberechnet, läge die Zahl aber immer noch unter der von 2016. Und: „Wohnungseinbrüche gehören zu den Straftaten, von denen sich die Menschen am meisten betroffen fühlen, vor denen sie Angst haben. Wir setzen hier deshalb weiterhin einen Schwerpunkt auf Prävention und Sensibilisierung für das, was jeder selbst leisten kann, um sein Eigentum zu schützen. Aber wir arbeiten auch mit besonders viel Manpower an der Aufklärung“, versichert Oldiges.

Nur in wenigen Bereichen hat es in 2017 eine Zunahme an Straftaten gegeben: Beleidigungen nehmen demnach zu „oder werden vermehrt angezeigt“, so Kripo-Chef Hömme. Dabei spiele zunehmend die Nutzung sozialer Netzwerke und von Messenger-Diensten eine Rolle. Auch der Widerstand gegen Polizeibeamte habe erneut zugenommen. Auch habe es mehr Vermögens- und Fälschungsdelikte gegeben. Besonders augenfällig dabei: „Das Erschleichen von Leistungen hat von 100 Fällen im Jahr 2016 auf 194 deutlich zugenommen“, sagt Hömme. Dies sei auf ein vermehrtes „Schwarzfahren“ in den Zügen der Nordwestbahn zurückzuführen. Werde dabei jemand auf der Strecke zwischen Osnabrück und Bramsche erwischt, „kommt es bei uns zur Anzeige“, so Hömme.

Nicht näher dargestellt wurde bei der Präsentation der Kriminalstatistik die Zahl der Verstöße gegen ausländerrechtliche Vorschriften, also Rechtsverstöße von Migranten gegen das Einreise-, Aufenthalts- und Arbeitsrecht –auch wenn diese „selbstverständlich ebenfalls Gegenstand unserer Ermittlungen sind“, wie Ann Oldiges betonte.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN