Wegen Chlorgeruchs Trinkwasser-Diskussion in Engter schwelt weiter

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. Foto: Oliver Berg/dpa. Foto: Oliver Berg/dpa

Engter. In einigen Engteraner Haushalten wird das Trinkwasser auch weiterhin nach Chlor riechen. Der Geschäftsführer des Wasserverbands Bersenbrück, Ralph-Erik Schaffert, sieht jedenfalls derzeit keine Möglichkeit, auf den Zusatz von Chlordioxid zu verzichten.

Schaffert war am Donnerstagabend zusammen mit Peter Tenhaken vom Gesundheitsamt des Landkreises Osnabrück zu Gast in einer Sitzung des Ortsrats Engter, um sich dort den Fragen von Einwohnern und Kommunalpolitikern zu dem Thema zu stellen. Einwohner hatten sich in den vergangenen Monaten immer wieder beklagt, das vom Wasserverband bezogene Trinkwasser rieche unangenehm nach Chlor.

Geschäftsführer Schaffert führte aus, das Trinkwasser werde mit Chlordioxid desinfiziert, um einer Keimbildung vorzubeugen. Dies sei insbesondere nach stärkeren Regenfällen nötig, weil dann immer wieder organische Einträge ins Rohwasser festzustellen seien. Die Zugabe von Chlordioxid sei notwendig wegen der Untergrundverhältnisse im Wassergewinnungsgebiet von Engter. Dort sei der Untergrund „von Natur aus felsig. Er besteht aus sogenanntem Kluftgestein. Die zahlreichen Klüfte lassen besonders bei Starkregen das Wasser die Bodenpassagen schneller passieren, so dass die natürliche Filterfunktion des Bodens unter Umständen nicht ausreicht.“ Auf eine Zugabe von Chlordioxid könne der Wasserverband „im Moment nicht verzichten. Sonst können wir die Trinkwasserversorgung nicht sicherstellen.“

Schaffert versicherte: „Wir geben so wenig Chlordioxid wie möglich zu.“ Auch betonte er, das Trinkwasser könne „zu jeder Zeit gesundheitlich unbedenklich komsumiert werden.“

Nur nach Regenfällen?

Schaffert meinte des Weiteren, er gehe davon aus, dass der Chlorgeruch bei den Verbrauchern nur auftrete, wenn eben nach stärkeren Regenfällen Chlordioxid zum Einsatz gekommen sei. Das allerdings stellten Einwohner, die in der Ortsrats-Sitzung zu Besuch waren, anders dar: Der Chlorgeruch trete immer wieder auf, ohne dass ein Anlass oder eine Ursache wie von Schaffert beschrieben zu erkennen sei. Nichtsdestotrotz hielt der Wasserverbands-Chef fest: „Wenn Sie im Schwimmbad einmal Wasser schlucken, nehmen Sie mehr Chlordioxid auf als durch unser Wasser im ganzen Leben“ – woraufhin ein Einwohner allerdings entgegnete: „Ins Schwimmbad gehe ich erstens freiwillig, und zweitens nicht, um dort zu trinken, sondern um zu schwimmen. Ihr Wasser hingegen muss ich nehmen, da bleibt mir gar nichts anderes übrig.“

Kritische Fragen gab es zudem zu dem hohen Gehalt an Nitrat im Wasser aus dem Wasserwerk Engter. Schaffert dementierte, dass es einen Zusammenhang zwischen Nitratgehalt und Chlorgeruch gebe. Man habe sich von Fachleuten sagen lassen, „dass das Trinkwasser trotz dieses Nitratgehalts uneingeschränkt auch zur Zubereitung von Babynahrung nutzbar ist.“

Zusätzliche Analysen angekündigt

Abschließend stellte der Wasserverbands-Geschäftsführer in Aussicht: „Wir werden noch zusätzliche Analysen erstellen und uns mit dem Gesundheitsdienst dazu besprechen.“ Im Moment sehe er allerdings zum Einsatz von Chlordioxid „keine Alternative“.

Wie viele Haushalte in Engter überhaupt von dem Problem betroffen sind, blieb indes offen. Ortsbürgermeister Ralf Seeleib sagte, ihm sei ein Chlorgeruch im Trinkwasser bislang lediglich im Bereich Bürgermeister-Steinkamp-Straße und Baugebiet Kapshügel bekannt. Einwohner meinten, es sei großflächiger. Zudem wisse man ja nicht, wieviel Engteraner sich zu dem Thema noch gar nicht gemeldet haben.


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