Auch regionale Note bei Exponaten Sonderausstellung „Götter, Glaube und Germanen“ in Kalkriese

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Kalkriese. Mit einzigartigen Funden aus dem dänischen Nationalmuseum Kopenhagen und zahlreichen weiteren renommierten Häusern widmet sich das Varusschlacht-Museum in Kalkriese mit der Sonderausstellung „Götter, Glaube und Germanen“ den religiösen Welten im ersten Jahrtausend nach Christus.

„Die Schau ermöglicht einen umfassenden Überblick über die Erkenntnisse zur Glaubenspraxis der Germanen in Norddeutschland und Dänemark in jener Zeit“, verdeutlicht Geschäftsführer Dr. Joseph Rottmann anlässlich der anstehenden Ausstellungseröffnung. Von Samstag, 28. April, bis Ende Oktober werden die zahlreichen Exponate dann am östlichen Stadtrand von Bramsche für das interessierte Publikum zu sehen sein.

Die Sonderausstellung – in Teilen schon einmal in Frankfurt gezeigt – werde insbesondere auch eine regionale Note haben, kündigt Rottmann an. Der Brunnenfund von Bad Pyrmont, der als einer der bedeutendsten frühgeschichtlichen Opfer-Entdeckungen Mitteleuropas gilt, wird ebenso in Kalkriese zu sehen sein wie beispielsweise die Männer aus Hunteburg (mögliche Menschenopfer) oder die bekannten Armreliquiare des Heiligen Alexanders aus der Pfarrgemeinde Sankt Mariä Himmelfahrt in Vechta.

Internationale Grabungsfunde und Forschungsergebnisse werden unterdessen vor allem durch Exponate aus Dänemark dokumentiert. Stücke aus Hoby, Gudme und Tissø – eigentlich ausgestellt im Nationalmuseum von Kopenhagen – sind für ein halbes Jahr im Varusschlacht-Museum zu bestaunen. Sie werfen ein Licht auf die Erkenntnisse zum vorchristlichen Glauben und der religiösen Praxis der Germanen. „Deren Glaubenswelten erschließen sich aber nur auf Umwegen“, sagt die Kalkrieser Museumsleiterin Dr. Heidrun Derks. Weil schriftliche Überlieferungen der Germanen aus diesen Regionen fast zur Gänze fehlen, müssten Wissenschaft und Forschung auf „archäologische Funde und Berichte von römischen Autoren, christlichen Missionaren und Reisenden“ zurückgreifen. „Vor diesem Hintergrund lässt sich nur eines sicher sagen: Es gab vermutlich eine bunte Fülle von kultischen Ritualen, Glaubensvorstellungen und Götterbildern, aber auch Kontinuitäten und Gemeinsamkeiten“, so Derks.

Eine besondere Rolle auf der insgesamt 500 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche spielen auch zwei Silberbecher aus dem dänische Hoby, die offenbar mit besonders großem Aufwand verziert worden sind. „Wir haben schon im Jahr 2009 in der Konflikt-Ausstellung und im Jahr 2015 bei der Germanicus-Ausstellung Repliken dieser wirklich schönen römischen Becher mit einer Darstellung von Homer gezeigt. Jetzt haben wir beide Becher im Original bei uns in Kalkriese. Das ehrt und freut uns ausgesprochen“, so Varusschlacht-Geschäftsführer Rottmann. Angetan zeigt er sich aber auch vom Goldreif aus Råbylille (ebenfalls Dänemark). Dieser stehe für den Übergang der paganen Religionen zum Christentum und weise in einem Dreieck unter anderem den Berg Golgatha auf.

Die Sonderausstellung in Kalkriese ist noch bis Ende Oktober im Varusschlacht-Museum zu sehen. Foto: Marcus Alwes

Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Angeboten für Kinder, speziellen Führungen und einer Schnitzwerkstatt in den Sommerferien begleite die Ausstellung, sagt Rottmann abschließend. Informationen zur Ausstellung seien auf der Homepage des Museums unter www.kalkriese-varusschlacht.de zu finden. Öffentliche Führungen in der Sonderausstellung werden unter anderem an Sonn- und Feiertagen (jeweils um 16 Uhr) angeboten.


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