Workshop des Jugendparlaments Online-Jugendbeteiligung Thema im Bramscher Rathaus

Von Matthias Benz

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Die Teilnehmer des Workshops formierten sich in Anlehnung an das „we decide“-Layout im Dreieck. Foto: Matthias BenzDie Teilnehmer des Workshops formierten sich in Anlehnung an das „we decide“-Layout im Dreieck. Foto: Matthias Benz

Bramsche. Politisch interessierte Jugendliche fordern zunehmend, dass sie sich in der Kommunalpolitik beteiligen können und dass ihre Stimme gehört wird. Auch Verwaltungen und Parteien wünschen sich einen stärkeren Draht zu den jüngeren Bürgern. Wie diese Verbindung gestärkt werden kann, das war Thema eines Workshops im Rathaus der Stadt Bramsche.

Der niedersächsische Landesjugendring hat dafür das Projekt „we decide“ ins Leben gerufen: Ziel ist, im kommenden Jahr eine Online-Plattform zu starten, auf der nicht nur Informationen zur Verfügung gestellt werden, sondern ganz konkret die Zusammenarbeit zwischen jungen Menschen, Jugendverbänden, kommunaler Verwaltung sowie Mandatsträgern gelingen kann. Beim Workshop konnten die Jugendlichen nun ihre Vorstellungen und Ideen für solch eine Plattform einbringen.

Neue Leute kennenlernen

Unter den Teilnehmern waren nicht nur die aktuellen Mitglieder des Bramscher Jugendparlaments und einige Ehemalige, sondern auch Vertreter des Jugendparlaments Melle sowie einzelne Interessierte aus Bramsche und dem Landkreis im Alter zwischen 14 und 20 Jahren. „Die Zusammenarbeit hat gut funktioniert. Es war toll, auch neue Leute kennenzulernen“, meinte Jupa-Sprecherin Neeltje Schulz.

Begonnen wurde im Bramscher Ratssaal zunächst mit einem Planspiel, bei dem die Teilnehmer in Kleingruppen unterschiedliche Projekte durchsetzen sollten. Zum Beispiel erarbeitete eine Gruppe, wie eine fiktive neue Schulmensa eingerichtet werden könne. Dafür musste zunächst das Projekt konkretisiert werden, daraufhin folgte der Gang zu Behörden, Kontakt mit Politik, Vereinen, Presse und anderen Institutionen, die an verschiedenen Stationen im Ratssaal simuliert wurden.

Lebensechte Schwierigkeiten

„Wir haben durch das Planspiel viele lebensechte Schwierigkeiten kennengelernt. Viele Vorhaben sind viel komplexer als gedacht“, berichtete Arne Wegner vom Bramscher Jugendparlament. „Die wichtigste Erkenntnis war aber, dass es sich lohnt, es immer wieder zu versuchen und dranzubleiben. Dann kann man auch etwas erreichen.“

So vermittelte das Planspiel nicht nur die Hürden, sondern auch den Wert und die positiven Folgen bürgerschaftlichen Engagements. Entsprechend motiviert widmeten sich die Jugendlichen danach ihren Ideen für eine Online-Plattform, die eben solch eine Beteiligung einfacher machen soll.

Dabei diskutierten die Teilnehmer eine weite Spanne an Aspekten. Welche Funktionen soll eine solche Plattform haben? Von Umfragetools über Veranstaltungshinweise bis hin zu Chat-Möglichkeiten brachten die Jugendliche viele Ideen ein. Ein wichtiger Punkt war auch die einfache Bedienbarkeit und ansprechende Aufbereitung. Datensicherheit, eine Unterteilung zwischen öffentlichen und „privaten“ Bereiche sowie verantwortungsvolle Moderation waren weitere Prioritäten.

Konkrete Vorschläge

Die Jugendlichen setzten beim Brainstorming an ihren eigenen Nutzungsgewohnheiten an und entwickelten sehr konkrete Vorschläge. Dabei gab es hin und wieder auch Kontroversen, die aber offen und sachlich diskutiert wurden – ein Vorbild für so manche Ratssitzung. „Bei den meisten Bereichen hatten wir aber sehr ähnliche Vorstellungen. Jeder konnte etwas beitragen“, meinte Arne Wegner.

Der gesamte Workshop wurde von Lisa Rosenkranz und Gerold Stabel moderiert. Die Teamer des Landesjugendrings, die ähnliche Workshops schon in zahlreichen anderen niedersächsischen Kommunen durchgeführt haben, zeigten sich beeindruckt vom Engagement der Teilnehmer in Bramsche. „Alle waren hier motiviert und haben sehr strukturiert und dynamisch ihre Ideen erarbeitet“, meinte Lisa Rosenkranz. „Man konnte deutlich merken, dass es hier ein aktives und etabliertes Jugendparlament gibt“, so Gerold Stabel.

Die Vorschläge und Ideen aus Bramsche werden nun vom Landesjugendring aufgegriffen. Im Laufe des kommenden Jahres soll dann die Online-Plattform an den Start gehen.

Dass auch die Bramscher Politik ein Interesse an einer engeren Vernetzung mit den jüngeren Bürgern der Stadt hat, verdeutlichte Bürgermeister Heiner Pahlmann, der die Jugendlichen zu Beginn der Veranstaltung begrüßt hatte. Den Workshop im Ratssaal abzuhalten, symbolisierte auch die Bedeutung dieses Ortes für Bramscher jeglichen Alters.


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