Gelungener Operettennachmittag Standing Ovations im Bramscher Seniorenheim

Von Holger Schulze

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Bramsche. Ganz offensichtlich hatte sich die Qualität der ersten Aufführung im vergangenen Jahr herumgesprochen. Beim zweiten Auftritt des Niederländischen Operetten-Ensembles „Laat Operette Leven“ am Samstag in der Seniorenresidenz Alloheim gab es keinen freien Platz im Speisesaal mehr. Etliche Zuhörer mussten die Vorstellung vom danebenliegenden Café aus mitverfolgen.

Jan van den Maagdenberg, der seit geraumer Zeit die Veranstaltungen des Seniorenrates im Alloheim organisiert, hatte wieder seine familiären Verbindungen spielen lassen und das Ensemble einladen können. Mit einem ganz überwiegend neu einstudierten Programm traten seine Tochter Heidi van den Maagdenberg, die Sopranistin Irma Klijn van Kooten, als Erzähler Ton van de Rijt und am Klavier Ad Broeksteeg, stellvertretender Dirigent und Repetitor an der Nationalen Oper in Amsterdam, erneut auf.

Gesangskünste

Gleich zu Beginn der Aufführung machte „LOL“, so die Abkürzung von „Laat Operette Leven“, deutlich, wie es um die Gesangskünste des gesamten Ensembles bestellt ist. Denn nicht nur der Mann am Klavier, sondern auch der Moderator stimmten mit ihren Tenorstimmen in das Eröffnungslied der Truppe „Im Weißen Rössel am Wolfgangsee“ mit ein.

Bei dem Querschnitt durch die Welt der Operette ging es anschließend hauptsächlich mit der Liebe weiter.

Über mehrere Monate hinweg hatte sich das Ensemble in Einzel- und Gesamtproben auf den Auftritt vorbereitet. Besonders gefordert war dabei der Moderator, der, neben seinen zahlreichen gesanglichen Einlagen, den ganzen Nachmittag auf Deutsch bestritt, ohne eigentlich Herr dieser Sprache zu sein.

Souverän wie Ton van de Rijt seinen Part als Moderator, meisterten auch die beiden Sängerinnen ihre Aufführungen. Beide Sopranistinnen, die den Gesang lediglich als Hobby und aus Freude zur leichten Muse betreiben, verfügen über ein Stimmvolumen, das sich kaum von dem professioneller Chorsängerinnen unterscheiden lässt. Eindrucksvolles stimmliches Niveau, das auch in den hohen Lagen nicht abfiel, eine humorreiche Aufführungspraxis, viele Kostümwechsel, die sich den jeweiligen Titeln anpassten sowie niederländische Lockerheit bestimmten den Nachmittag.

Der Bogen der Operettenstücke war dabei weit gespannt und beinhaltete neben dem Zigeunerbaron oder der Fledermaus von Johan Strauß auch eine Arie aus der Hochzeit des Figaros von Mozart. Diesmal auch wieder dabei die Liebesbriefe, zugestellt durch die Christel von der Post sowie das vom Tokajer Wein inspirierte Schwipslied „Das Herz aus Paprika der Julischka“

Dieser bunte Strauß an Melodien, die für die ältere Generation noch bestens bekannt sind erfreute und bewegte das Publikum durchgehend, wie der regelmäßige Beifall nach jeder Szene erkennen ließ. Und als dann noch Heidi van den Maagdenberg das Ave Maria ganz schlicht und gefühlvoll zur zurückhaltend gespielten Klavierbegleitung sang, wurde vollends klar: Der Nachmittag berührte die Herzen sowohl freudig als auch einfühlsam. Mit Beifall im Stehen bedankte sich das Publikum für die beiden Stunden Kultur- und Unterhaltungsgenuss auf hohem Niveau.


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