Nach Verunreinigung durch PAK Lappenstuhl: Pelkebach soll zügig saniert werden

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Der Pelkebach in Engter und Lappenstuhl nimmt Oberflächenwasser von den angrenzenden Industriebetrieben auf. Dabei ist es zu einer Verunreinigung gekommen. Foto: Heiner BeinkeDer Pelkebach in Engter und Lappenstuhl nimmt Oberflächenwasser von den angrenzenden Industriebetrieben auf. Dabei ist es zu einer Verunreinigung gekommen. Foto: Heiner Beinke

Engter/Lappenstuhl. Über den Sachstand bei der Sanierung des Pelkebachs und für ein neues Entwässerungskonzept für die Dallmann Recycling GmbH berichtet Dr. Detlef Wilcke als Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft im Fachdienst Umwelt des Landkreises Osnabrück am Donnerstag, 19. April 2018, im Ortsrat Lappenstuhl. Beginn der Sitzung ist 19 Uhr. Auf Anfrage unserer Redaktion erläutert Wilcke bereits vorab die wichtigsten Details.

Rückblick: Im vergangenen Jahr war im Pelkebach eine Belastung mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) festgestellt worden, die deutlich über den zulässigen Grenzwerten lag. Außerdem war bei einer Kontrolle aufgefallen, dass die Dallmann Recycling GmbH als Verursacher keine Genehmigung besitzt, um überhaupt Oberflächenwasser in den Pelkebach einleiten zu dürfen. Nach Worten von Wilcke werde deshalb nun „intensiv daran gearbeitet“, zum einen den Pelkebach zu sanieren und zum anderen die Arbeitsabläufe auf dem Dallmann-Betriebsgelände so aufzustellen, dass sie genehmigungsfähig sind.

Sanierung an drei Stellen

Am Pelkebach habe man drei Stellen ausgemacht, „an die wir drangehen müssen“, um das Gewässer zu sanieren. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe lagerten sich an feinem San an, so Wilcke. Als erstes setze man deshalb an einem Sandfang an, „direkt unterhalb des „Betriebsgeländes“, wie Wilcke sagt, und kurz vor dem Düker, der den Bach unter dem Mittellandkanal durchführt. Dort „akkumuliere“ sich PAK-belasteter Sand, sprich er häuft sich an. „Da muss gereinigt und fachgerecht entsorgt werden“, sagt Wilcke. Das sei bereits im letzten Jahr geschehen. Sobald sich dort neuer Sand angesammelt hat, werde man diesen ebenfalls auf PAK-Belastung überprüfen.

Auch im Düker selbst werden die Behörden aktiv. „Zuständig ist hier das WSA, also das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, das ohnehin regelmäßig Reinigungen vornimmt“, erläutert Wilcke. Es sei nun vereinbart worden, dass das WSA einen dieser turnusmäßigen Arbeitsgänge vorzieht“. „Das ist also im Werden“, meint Wilcke. Auch hier werde auf eine PAK-Belastung überprüft, nicht nur bei der nun anstehenden Reinigung des Dükers, sondern auch bei noch folgenden.

Der nachfolgende Abschnitt nach dem Düker gelte als unbelastet, führt Wilcke weiter aus. „Es lagern sich hier aktiv keine Sedimente an, sondern diese werden weitergeschwemmt“, erklärt er. Eine weitere Anhäufung sei dann beim Eintritt des Pelkebachs in einen Teich auf dem ehemaligen Truppenübungsgelände festzustellen. „Auch dort wird also beprobt und gegebenenfalls fachgerecht entsorgt“, so Wilcke. Die festgestellten Belastungen des Pelkebachs endeten hier. „Wir werden aber im Rahmen der nun veranlassten Langzeitmessung auch den Teich einbeziehen“, fügt Wilcke hinzu. Das diene auch dazu, Auswirkungen auf Fische und Pflanzen zu überprüfen.

Änderungen auf Betriebsgelände

Das Dallmann-Betriebsgelände soll derweil, wie bereits berichtet, in einen „Weißbereich“ und in einen „Schwarzbereich“ unterteilt werden, erklärt Wilcke weiter. Im Schwarzbereich im westlichen Teil des Betriebs, in dem PAK-haltige Stoffe verarbeitet werden, soll das Oberflächenwasser in Speicherbecken aufgefangen und aufgearbeitet werden. „Das ist gegebenenfalls durch den Abwasserbeseitigungsbetrieb fachgerecht zu entsorgen“, sagt Wilcke. Im Weißbereich dürfe hingegen nicht mit PAK-haltigen Stoffen gearbeitet werden. Von dort sei dann – nach Erteilung der entsprechenden Genehmigung – auch eine Einleitung von Oberflächenwasser in den Pelkebach möglich.

Diese Aufteilung der Arbeitsbereiche sei durchaus aufwendig. Für die Speicherbecken bedürfe es auch einer Baugenehmigung. Ziel sei, dass diese wie auch die wasserrechtliche Genehmigung bis Mitte 2018 erteilt werden könne. Stand jetzt, so Wilcke, „bin ich froh, dass es in allen Punkten konkrete Vereinbarungen und Perspektiven gibt“.

Unter dem Kanal wird der Pelkebach Richtung Lappenstuhl weitergeführt.Am Einlass auf der anderen Kanalseite wurde die höchste PAK-Konzentration im Sediment gemessen. Dort setzt nun auch die Sanierung an. Archiv-Foto: Heiner Beinke

Der Fachdienstleiter erklärt weiterhin, dass für die Behörde nicht festzustellen gewesen sei, wie es im Dezember 2017 von einem zweiten Dallmann-Betriebsgelände, südlich Igels Sand, zu einer weiteren Einleitung von PAK-belastetem Wasser in den Pelkebach gekommen sei. „Da fehlen uns die Möglichkeiten, in die Vergangenheit zu recherchieren“, so Wilcke. Es sei gegebenenfalls Aufgabe von Polizei und Staatswanwaltschaft, dies zu ermitteln.


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