Gäste feiern Aufstieg Bramscher Basketballer unterliegen im Saisonfinale

Von Matthias Benz


Bramsche. Die Basketballer der Ademax Red Devils Bramsche haben das Meisterschaftsspiel gegen den SC Langenhagen mit 65:73 knapp verloren. Während die Gäste nach dem Abpfiff ausgelassen den Aufstieg feierten, überwog bei den Bramschern Frust und Enttäuschung.

In der voll besetzten IGS-Sporthalle hatten die Bramscher eine starke kämpferische Leistung geboten und gut zwei Minuten vor Schluss noch mit einem Punkt vorne gelegen. „Am Ende waren wir dann zu unstrukturiert, wir hätten uns cooler anstellen müssen“, meinte Guard Jan Philipp Seitz, der den verletzten Bernd Fährrolfes als Kapitän vertrat. Trotz einer insgesamt guten Saison überwog nach dem Abpfiff die Trauer bei den Spielern.

Hohe Intensität

Die Red Devils waren mit einer hohen Intensität ins Spiel gegangen. Nachdem Langenhagens Power Forward Lasse Schikowski die ersten sechs Punkte für sein Team zum 2:6 (2.) erzielt hatte, ließen die Bramscher gar nichts mehr zu. Langenhagen bekam kaum noch einen Spielaufbau hin und erzwang ausschließlich schwere Würfe. Zahlreiche Ballgewinne und beherzter Einsatz am offensiven Brett führten zu einem 18:0-Lauf der Hausherren. Beim Stand von 20:6 (8.) blickten sich die Langenhagener Spieler und auch die paar Dutzend mitgereister Fans ungläubig in der kochenden Realschulhalle um.

Der erste Spielabschnitt endete schließlich mit 22:11 für Bramsche, doch der Vorsprung ließ sich nicht halten. Nach Dreiern von Langenhagens Maurice Williams und Bramsches Marko Primorac zum 25:14 kamen die Gäste in kleinen Schritten näher: Mit zunächst sieben Treffern von der Freiwurflinie sowie zwei einfachen Treffern aus kurzer Distanz glich Langenhagen zum 25:25 (15.) aus. Bramsches Offensive wurde nun erst durch ein Dreipunktspiel von Marcel Kosiol wieder wach. Es ging hin und her, bis Romello Steffen fünf Sekunden vor dem Ende des Viertels mit einem spektakulärem Abschluss die 36:32-Halbzeitführung herstellte.

37 Freiwürfe für Gäste

Nach der Pause konnte sich kein Team mehr absetzen, doch es zeichnete sich ab, dass Langenhagen die einfacheren Punkte bekam. Center Bart Zents, der in den ersten beiden Vierteln nur drei Punkte verbucht hatte, kam dank vieler Korblegern und Freiwürfe am Ende doch noch auf 25 Punkte. Insgesamt holten die Gäste 37 Freiwürfe heraus, aus denen 28 Punkte hervorgingen. Auf Bramscher Seite lag die Quote bei 9 von 15. „Wir mussten heute für jeden Punkt so hart arbeiten und es wurde immer schwieriger, unsere Angriffe durchzuziehen“, erklärte Derick Pope nach dem Spiel.

Zunehmend wurde die Foulbelastung zum Problem der Red Devils. Center Milovan Radmanovic saß nach seinem vierten Foul (26.) lange auf der Bank, nur um eine Minute nach seiner Rückkehr auf das Feld das fünfte zu bekommen (33.). Defensiv wie Offensiv fehlte Bernd Fährrolfes den Bramschern.

Wechselnde Führung

Doch die Red Devils hielten die Partie offen: Im letzten Viertel wechselte die Führung ständig und die Anspannung war beiden Seiten anzusehen. Drei Minuten vor Schluss brachte Heiner Fährrolfes die Halle mit einem krachenden Dunk zum 65:64 in Ekstase, doch es sollte der letzte Korberfolg der Gastgeber sein. Jusuf El Domiaty holte dem SCL die Führung zurück und Maurice Williams erhöhte nach einem nervösen Ballverlust der Red Devils auf 65:68. Bei einer Minute auf der Uhr bekam Bramsche im Angriff keinen Abschluss hin. Auf der anderen Seite spielte der Gast die Uhr herunter, bekam sogar noch einen Offensivrebound und gut 16 Sekunden vor Schluss sorgte ein Dreier von Georgios Ouzounis – seinem einzigen Treffer des Tages – für die 65:71-Vorentscheidung. Ein erzwungener Fehlwurf der Bramscher und ein völlig freier Dunk von Zents besiegelten dann die 65:73-Niederlage.

Zu viele einfache Körbe

„Kleinigkeiten waren am Ende spielentscheidend, darauf kommt es in so einem Meisterschaftsspiel an“, analysierte Trainer Dennis Wesselkamp die bittere Niederlage. Sein Team habe früh ihren Rhythmus gefunden und bis zur Halbzeit sei noch alles in Ordnung gewesen. „Wir haben dann viel zu viele einfach Körbe zugelassen, die Konzentration darf nicht so einfach verschwinden.“

TuS-Kapitän Bernd Fährrolfes verpasste das Spiel wegen eines Bänderrisses: „Das ist absolut bitter. Du willst für die Mannschaft da sein und kannst dann nur zuschauen. Ich wage aber zu bezweifeln, dass es mit mir besser gelaufen wäre. Die Mannschaft hat heute gut gespielt, man muss jeden Einzelnen loben.“

Auch Langenhagens Trainer Björn Becker zeigte Respekt für die Red Devils. „Wir hatten zeitweise riesige Probleme. Wir sind aber gut kollektiv aufgetreten und waren am Ende die abgezocktere Mannschaft.“

Für die Bramscher Korbjäger endet eine tolle Saison also mit einer schmerzhaften Niederlage. „Das bittere ist, dass der Sieg zum greifen nahe war“, verdeutlichte Derick Pope. Und Daniel Meyer konstatierte: „Das ist wirklich schwer zu verkraften.“

Für Bramsche spielten: Marko Primorac (13 Punkte/3 Dreier), Derick Pope (13), Marcel Kosiol (9), Daniel Meyer (7), Romello Steffen (7), Jan Philipp Seitz (6), Heiner Fährrolfes (5), Milovan Radmanovic (5), Max Grevemeyer.