Die Fußballfans und das Bier Projekttage zur Suchtprävention an der Bramscher IGS

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Benebelt: Mit Rauschbrille wird der simpelste Parcours zum - fast - unüberwindlichen Hindernis. Fotos: Hildegard Wekenborg-PlackeBenebelt: Mit Rauschbrille wird der simpelste Parcours zum - fast - unüberwindlichen Hindernis. Fotos: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Mit dem Thema Sucht und Suchtprävention beschäftigte sich jetzt der siebte Jahrgang der Bramscher IGS. Bestandteile der Themenwoche waren unter anderem ein Rauschparcours und ein Besuch beim VfL Osnabrück an der Bremer Brücke. Die Projekttage endeten am Freitag, 13. April 2018, mit einer Ausstellung im Forum der Schule.

Aber was hat nun die Bremer Brücke mit Suchtprävention zu tun? In Teilen der Fanszene gehörten Bier und Fußball offenbar unabdingbar zusammen, erläutern Schulleiter Thomas Behning und Lehrerin Tanja Helwich. VfL-Vorstandsmitglied Freddy Fenkes hatte für die sportbegeisterten Gesamtschüler sogar ein Erinnerungstrikot als Geschenk mitgebracht. Im Vorfeld hatten sich die Schüler allerdings mit der ernsteren Seite des Themas befasst: Was macht das Bier eigentlich mit dem Körper? Geht es nicht auch ohne? Wie lernt man, dem Gruppendruck standzuhalten und auch einmal Nein zu sagen? Natürlich gilt das auch für Zigaretten, Shishas und ilegale Drogen.

Rollenspiele und Videos

Andere Gruppen näherten sich dem Thema von einem ganz anderen Ansatz aus. Sie setzten ein Buch zum Thema Drogensucht in Rollenspielen um, verfassten kleine Gedichte, erstellten Präsentationen und Videos.

Richtig spannend wurde es am Freitag, als die Jugendlichen, ausgestattet mit sogenannten Rauschbrillen, einen Parcours zu absolvieren hatten, der im nüchternen Zustand zuvor keinerlei Probleme gemacht hatte. Kronkorken aufheben, Bälle fangen, Hindernisse auf dem Boden ausweichen - das alles ist zunächst ganz einfach. Mit Brille allerdings verändert sich die Rundumsicht, der Träger sieht doppelt, schätzt Entfernungen falsch ein, die Reaktionszeit verändert sich, die Wahrnehmung ist verzerrt. „Echt creepy“ (gruselig), schüttelt Mark den Kopf. Gerade noch hat er versucht, in Schlangenlinien, drei rote Hocker zu umkurven, die zum Glück ganz leicht und weich sind. Mit Promille am Steuer hätte es für ihn wie für alle anderen Tester nicht gut ausgesehen.

Kinder stärken, bevor es ernst wird

„Zum Glück ist Alkohol in der siebten Klasse noch nicht wirklich ein Thema. Aber wir wollen ja auch aktiv werden und die Schüler stärken, bevor es wirklich ernst wird“, erläutert Behning die Motivation für das Projekt, dass fachlich von der Diakonie-Suchtberatung unterstützt wird. Mitarbeiter der Suchtberatung arbeiten mit den Gruppen. Daneben haben inzwischen auch Lehrer an einer sogenannten BASS-Fortbildung (Bausteinprogramm schulische Suchtprävention) teilgenommen, um sich als Multiplikatoren für ihre Kollegen einzubringen.

Wenn ein Betrunkener eine alte Frau anfährt: Mithilfe von Bildkarten entwickeln Schülerinnen unter Anleitung des Schulsozialpädagogen Daniel Fuhrmann eine kleine Geschichte.

Zeitgleich zur Suchtpräventionswoche befassten sich auch die Jahrgänge fünf und sechs über mehrere Tage mit besonderen Themen. Die Fünftklässler setzten sich mit Natur und Umgebung auseinander, besuchten unter anderem ein Klärwerk oder bastelten Dekoratives aus Naturmaterialien. Für die sechsten Klassen war mit dem Thema „Wohnen“ wieder ganz praktisch umgesetzte Mathematik dran. Auf dem Weg zum Traumhaus oder zur Traumwohnung mussten maßstabsgetreu Grundrisse gezeichnet, Fliesen berechnet oder Möbel gebaut werden.


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