Herausforderung Inklusion Dorte Hierse neue Leiterin der Bramscher Hauptschule

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Im Kreise einiger ihrer Mitarbeiter: Dorte Hierse ist neue Leiterin der Bramscher Hauptschule. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeIm Kreise einiger ihrer Mitarbeiter: Dorte Hierse ist neue Leiterin der Bramscher Hauptschule. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Dorte Hierse ist seit dem 9. April 2018 neue Leiterin der Bramscher Hauptschule. Ihre Stellvertreterin ist Brigitte Cesar-Rothfeld, die als langjährige Konrektorin die Schule nach dem Wechsel von Sandra Castrup zur Landesschulbehörde die Hauptsc hule kommissarisch geleitet hatte.

Dorte Hierse ist an der Heinrichstraße keine Unbekannte. Sie unterrichtet dort seit 2013 die Fächer Geschichte, Erdkunde, Politik/Wirtschaft, Biologie, Sport, Technik und gestaltendes Werken und ist zurzeit Klassenlehrerin einer zehnten Klasse. Bevor sie am Montag offiziell die „Übertragung eines Dienstpostens“, wie es in sperrigem Amtsdeutsch heißt, in Händen hielt, war sie bereits gemeinsam mit ihrer Kollegin Britta Herzberg eine von zwei kommissarischen Konrektorinnen.

„Noch vor einem Jahr hätte ich nie geglaubt, dass ich hier einmal sitzen würde“, erzählt Hierse am dritten Tag in ihrem neuen Amt. In der Zeit als Konrektorin sei dann der Entschluss gereift, sich um die Leitungsposition zu bewerben. Kollegium und Schulleitung hätten sie dabei jederzeit unterstützt, auch bei der arbeitsaufwendigen Vorbereitung auf die Schulleiterprüfung.. Die Zeit als Dreier-Team in der Schulleitung „war eine tolle Zeit. Darauf kann ich bauen“, versichert sie und lacht „Ich bin einfach glücklich“.

Wie ihre Vorgänger sieht Hierse zwei Schwerpunkte in der Arbeit der Hauptschule, die Berufsorientierung und in zunehmendem Maße die Inklusion. Wobei es im Bereich Berufsorientierung noch einige Fragezeichen gibt, weil Schulsozialarbeiter Wilfried Gerke im Herbst ausscheidet. „Das werden und müssen wir ausgleichen“, verspricht sie. Andererseits seien die außerunterrichtlichen Angebote durch die Einstellung von Schulsozialarbeiterin Esther Goda stark erweitert worden. „Besonders das neue gemeinsame Frühstück vor Unterrichtsbeginn kommt total gut an“, sagt Hierse.

Zehn Prozent Inklusionsschüler

Kinder mit besonderem Förderbedarf in den Unterrichtsalltag zu integrieren, macht bereits jetzt einen erheblichen Teil der Arbeit an der Hauptschule aus. 24 von 210 Schüler oder gut zehn Prozent sind derzeit „Inklusionsschüler“, Tendenz eher steigend. Da zudem Inklusionsschüler „doppelt gezählt“ werden, verändere sich auch der sogenannte „Klassenteiler“. „Wahrscheinlich müssen wir nach den Sommerferien zwei Klassen in die Alte Webschule auslagern“, sagt Hierse mit Blick auf Verzögerungen bei der Erweiterung des Schulstandortes an der Heinrichstraße. Schon jetzt bereiteten sich Kollegen in Fortbildungen auf die Herausforderung Inklusion vor, neues Mobiliar wie Stehtische und „Wackelstühle“ für aktives Sitzen seien angeschafft oder bestellt ebenso wie zwei Klassensätze Gehörschutz. Die Schule brauche dringend Förderlehrkräfte und vor allem mehr entsprechende Stunden,stellt Hierse fest. Abschreckend lassen will sie sich allerdings nicht: „Wenn man Verantwortung übernehmen und gestalten kann, dann tue ich das gern. .

„Hauptschullehrerin aus Überzeugung“

Die gebürtige Osnabrückerin besuchte bis zur zehnten Klasse die Gesamtschule Schinkel, machte dann eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, holte das Abitur nach und studierte auf Lehramt an der Universität in Vechta. Sie bekam zwei Kinder, die schon erwachsen sind, absolvierte ihr Referendariat in Steinfeld. „Immer an der Hauptschule. Ich bin Hauptschullehrerin aus Überzeugung“, sagt sie. Es folgten acht Jahre an der Hauptschule in Georgsmarienhütte und schließlich der Wechsel nach Bramsche. „Für mich war es sehr wichtig, zu wissen, was es heißt, acht Stunden nett und freundlich sein zu müssen. Ich weiß. dass das Leben richtig anstrengend sein kann. Deshalb kann ich auch verstehen, wenn unsere Eltern einfach manchmal keine Kraft mehr haben“.

Dass sie ihr Kollegium seit Jahren kennt, sieht die neue Rektorin als großen Vorteil. „Wir sind ein geerdeter Haufen mit sozialer Ader.“ Die positive Grundstimmung übertrage sich auf die Schüler und die „spiegeln uns das zurück“.


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