Erster Spatenstich Neubau für Bramscher Nachrichten beginnt

Von Heiner Beinke


Bramsche. Mit dem ersten Spatenstich haben am Montag die Arbeiten für den Neubau eines Geschäftshauses mit Wohnungen an der Großen Straße 40 begonnen. Bauherr ist NOZ Medien. Im Erdgeschoss werden auch Redaktion und Geschäftsstelle der Bramscher Nachrichten einziehen, die bisher an der Großen Straße 6 zu Hause sind.

Rund 3,2 Millionen Euro wird die Firmengruppe, zu der Neue Osnabrücker Zeitung und Bramscher Nachrichten gehören, inklusive Grundstückskosten und Nebenkosten in das Projekt investieren. Für Michael Büttner, Leiter des Bereichs Dienstleistungen/Finanzen bei NOZ Medien, wird damit ein Stück Firmenphilosophie umgesetzt: „Wir wollen überall da, wo wir einen Zeitungstitel haben, auch mit einem eigenen Gebäude präsent sein.“ Das sei ein sichtbares Zeichen für die Verbundenheit des Unternehmens mit der Region.

Bürofläche frei

Im Erdgeschoss des Neubaus werden die Bramscher Nachrichten einschließlich Anzeigenberatung und Vertrieb ihren Platz in modernen Büros finden. Darüber hinaus wird es im Erdgeschoss mit seiner Gesamtbürofläche von 380 Quadratmetern noch rund 150 Quadratmeter für einen gewerblichen Mieter geben: Anwälte oder Versicherungsmakler kämen in Frage, sagt Florian Korte, der als Immobilienmanager der NOZ das Projekt betreut.

Elf Mietwohnungen

In den beiden Obergeschossen und dem Dachgeschoss entstehen insgesamt elf Mietwohnungen mit insgesamt 810 Quadratmetern Wohnfläche. Die einzelnen Einheiten werden zwischen 50 und 105 Quadratmeter groß und barrierefrei sein. Dazu gehört auch ein Fahrstuhl. Zu jeder Wohnung gehört ein Kellerraum. Hinter dem Neubau entsteht ein weiterer Parkplatz mit über 30 Stellplätzen, der über die Heinrichstraße zu erreichen ist. Ein direkter Zugang zur Fußgängerzone ist entlang des Gebäudes gewährleistet.

Aufwertung

„Das ist eine gute Lösung, die die obere Große Straße deutlich aufwerten wird“, freute sich Bramsches Leitender Baudirektor Hartmut Greife, der zusammen mit Wirtschaftsförderer Klaus Sandhaus am Spatenstich teilnahm. Greife wie auch Büttner betonten das vertrauensvolle Zusammenarbeiten seit den ersten Gesprächen Ende des Jahres 2015, als die Stadt beschloss, das Grundstück, auf dem damals noch die ehemalige Drogerie Müller stand, zu verkaufen.

Planung und Durchführung des Neubaus liegt in den Händen des Meller Architektenbüros Kolfhaus und Beele, mit denen NOZ Medien unter anderem in Melle schon zusammengearbeitet hat. Als eine Herausforderung erwies sich bei der Planung die Statik: Da der Neubau direkt an die vorhandene Bebauung anschließt und der Untergrund weniger fest als erwartet ist, mussten besondere Vorkehrungen getroffen werden. Die Arbeiten beginnen deshalb mit einer Betonpfahlgründung, für die Pfähle bis zu 12 Meter tief in den Boden getrieben werden, wie Architekt Rolf Beele erläutert.

Riesenkran

Es ist nicht die einzige Herausforderung bei diesem größten Neubauprojekt in der Fußgängerzone seit vielen Jahren: Weil das Baumaterial nicht über die Große Straße angeliefert werden kann, wird ein Baukran an der Heinrichstraße aufgestellt. Um ans Ende der Baustelle zu kommen, wird der Ausleger des Krans laut Beele 60 Meter lang sein. Der Neubau soll noch im Jahr 2019 bezugsfertig sein.


Die Drogerie Müller wurde vor zehn Jahren geschlossen . Weil sein Vater Jörg aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage war, den Betrieb weiterzuführen, sah sich Axel Müller gezwungen, das 72 Jahre alte Familienunternehmen aufzugeben. Er selber hatte sich eine Existenz in Hannover aufgebaut. Die Stadt Bramsche erwarb das Grundstück, weil sie hoffte,. von hier aus brachliegende Flächen zwischen Großer Straße und Heinrichstraße für den Einzelhandel erschließen zu können. Dafür schrieb sie einen Investorenwettbewerb aus, der nach mehren Anläufen erfolglos blieb. Seitdem fristete die Drogerie ein tristes Dasein als prominenter Leerstand in der Fußgängerzone. Im Oktober 2015 entschloss sich die Stadt, das nicht unter Denkmalschutz stehende Gebäude zum Verkauf auszuschreiben .