Trainer Müller im Interview Nur noch Schlüsselspiele für Bramscher Handballer

Von Sascha Knapek

TuS-Routinier Christoph Müller kämpft nicht nur auf der Trainerbank, sondern auch auf dem Spielumfeld um die Landesliga-Meisterschaft. Archivfoto: Moritz FrankenbergTuS-Routinier Christoph Müller kämpft nicht nur auf der Trainerbank, sondern auch auf dem Spielumfeld um die Landesliga-Meisterschaft. Archivfoto: Moritz Frankenberg

Bramsche. Die vierwöchige Pflichtspielpause der Landesliga-Handballer des TuS Bramsche endet zwar erst in Kürze. Im Titelkamp gibt es für den momentanen Tabellenzweiten aber keine Verschnaufpause.

Nur das Torverhältnis trennt die ambitionierten Hasestädter von den Spitzenreitern des TV Dinklage. TuS-Spielertrainer Christoph Müller haben wir im Interview über den restlichen Saisonverlauf, den kürzlich eingefahrenen Derbyerfolg bei der HSG Osnabrück und die Meisterschaftschancen seiner Mannschaft befragt.

Herr Müller, als Sie die Mannschaft während des Saisonverlaufs von Gábor Fehér übernommen haben, hätten Sie da gedacht, dass es am Ende um den Titel geht?

Nein, das hätte ich nicht gedacht. Unser Ziel waren die Top 4, aber dass es wirklich so gut laufen würde, damit hätte ich nicht gerechnet. Wir hatten auch den Vorteil, dass wir wenige Verletzte hatten und die knappen Spiele eher für uns als für die Gegner ausgegangen sind.

Wie schätzen Sie die Titelchancen Ihrer Mannschaft ein?

Das ist schwierig zu sagen. Fünf Spiele sind viel, da kann noch Einiges passieren. Es sieht momentan gut aus, mehr ist aber noch nicht passiert.

Wie wichtig war der Sieg in Osnabrück, einem direkter Titelkonkurrent, für das Selbstvertrauen und die Titelhoffnungen Ihrer Spieler?

Enorm wichtig. Man hat gemerkt, dass wir den Sieg in diesem Spiel unbedingt wollten. Wir haben aber auch nicht überdreht, sondern waren einfach sehr fokussiert. Wir wissen jetzt, welche Leistung wir abrufen können, wenn wir auf den Punkt konzentriert sind. Man muss allerdings auch berücksichtigen, dass Osnabrück einen gebrauchten Tag erwischt hatte und Leistungsträger gefehlt haben.

Sehen Sie den Meisterschaftskampf als Zweikampf zwischen sich und Dinklage oder zählt Osnabrück Ihrer Meinung nach weiterhin zu den Titelkandidaten?

Osnabrück ist nicht raus aus dem Rennen. Die HSG kann mit einem Sieg gegen Dinklage wieder voll in den Titelkampf einsteigen. Außerdem werden sie nach dem Spiel gegen uns sehr motiviert sein, die Saison doch noch erfolgreich abzuschließen. Es ist natürlich ein Vorteil für uns, dass entweder Osnabrück oder Dinklage auf jeden Fall noch Punkte lassen, wenn sie gegeneinander spielen.

Momentan trennt Bramsche von Dinklage nur das geringfügig schlechtere Torverhältnis. Weisen Sie die Mannschaft vor den restlichen Spielen explizit auf eine möglichst hohe Tordifferenz hin oder liegt der Fokus auf Siegen, egal mit welcher Differenz?

Das Wichtigste wird sein, die Spiele zu gewinnen. Denn das wird schwierig genug. Aber wir wissen auch, dass wir in jedem Spiel über die gesamte Zeit konzentriert bleiben müssen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Wir gucken erst einmal darauf zu gewinnen, bevor wir uns mit dem Torverhältnis oder den anderen Mannschaften beschäftigen.

In den verbleibenden fünf Partien geht es noch gegen Eicken (4.), Bohmte (5.), Schüttdorf (6.), Friesoythe (7.) und Oldenburg (10.). Ein leichtes Restprogramm sieht anders aus, oder?

Das ist ein ganz schön dickes Brett, das wir da zu Bohren haben. Das schätzt die Mannschaft auch sehr realistisch ein. Wir sind deshalb auch nicht überschwänglich, sondern wissen, dass wir zwar eine gute Ausgangsposition haben, aber mehr auch nicht.

Welche sind für Sie die Schlüsselspiele der noch zu spielenden Begegnungen?

Alle. Das sind alles sehr schwierige Spiele, egal ob in Bramsche oder auswärts. Wir haben in Bohmte verloren, Eicken hat sich wieder gefangen, Schüttorf, Friesoythe und Oldenburg sind alle sehr heimstark. Wir sind aber heiß darauf, den Aufstieg – vielleicht sogar ohne Relegation – zu schaffen.