Fest mit Musik und Tanz Bramscher Verein Amal feiert Tag der offenen Tür

Von Holger Schulze

Der Auftritt der Amal-Band gehörte zum Tag der offenen Tür
               in Bramsche
               ebenso wie Tanzvorführungen, Besichtigung der Räumlichkeiten und die Kontakte zu Menschen aus einer Vielzahl von Herkunftsländern. Foto: Holger SchulzeDer Auftritt der Amal-Band gehörte zum Tag der offenen Tür in Bramsche ebenso wie Tanzvorführungen, Besichtigung der Räumlichkeiten und die Kontakte zu Menschen aus einer Vielzahl von Herkunftsländern. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Die „Christliche Flüchtlingshilfe“ des Bramscher Amal-Vereins hatte am Sonntag zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Es wurde ein kleines Fest mit Musik und Tanz.

Anlässlich des nun abgeschlossenen Einzugs in die gelbe Villa am Struwen Eck an der Alten Engter Straße baten die Vereinsmitglieder von Amal sowie deren ehrenamtliche Unterstützer zu Musik, etwas Tanz, umfangreicher Verpflegung und vor allem zu Kontakten mit Menschen aus einer Vielzahl von Herkunftsländern.

„Bitte hör nicht auf zu träumen von einer besseren Welt. Fangen wir an aufzuräumen. Bau sie auf, wie sie dir gefällt“, sang und spielte die Amal-Band zur Eröffnung des Nachmittags im kleinen Garten der Villa und stellte damit wohl das übergeordnete Motto der Vereinsarbeit vor: Eine bessere Welt, in der alle Menschen in Sicherheit und Frieden leben können.

Brücken bauen

Jürgen Kiesekamp als Vertreter von Bürgermeister Heiner Pahlmann merkte in seinen Grußworten an, dass es immer etwas Schönes sei, „ein offenes Haus zu finden. Gerade Sie in der Situation, die Sie ja immer wieder neue Gäste von überall her begrüßen, Sie versuchen Brücken zu bauen. Sie reichen anderen die Hand und haben die Hoffnung, dass andere Ihre Hand annehmen, um den Weg zu Amal zu finden. Ich sehe nur lachende Gesichter und viel Freude ist dabei, dass wir hier diesen Tag feiern dürfen“, so Kiesekamp.

Bramsches Ehrenamtskoordinatorin Maria Stuckenberg erinnerte in einer Kurzdarstellung des Netzwerkes LAB daran, wie auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle viele Kräfte gebündelt und ganz viel bewegt worden war. „Jetzt bleiben viele Menschen weg und engagieren sich nicht mehr. Auch an Spenden kommt nicht mehr so viel Geld rein. Umso bewundernswerter ist es, wenn hier Amal noch so stark engagiert ist. Und es wäre schön, wenn diese Aktivität auch wieder auf andere überschwappen würde“, äußerte Stuckenberg ihre Hoffnungen für die weitere Zukunft. „Es wäre schön, wenn wir uns weiter für die Menschen engagieren würden, die zu uns kommen. An Amal sieht man, wenn wir Menschen freundlich aufnehmen und gemeinsam etwas mit ihnen gestalten, kommt das wieder zurück zu uns und hilft uns allen!“

Die Reihe der Eröffnungsworte beschloss Heike Harms, die Vorsitzende von Amal, was Freundschaft und Hoffnung bedeutet. „Was wir hier alle gemeinsam hinbekommen haben, ist einfach großartig. Wir teilen viel Zeit unseres Lebens in Freundschaft und Miteinander, Wahrheit und Liebe. Es ist ein großer Schritt, dass wir jetzt von hier aus unsere Arbeit koordinieren und hier zur Ruhe kommen können“, stellte Harms die Erleichterungen der Vereinsarbeit durch den hinzugewonnen Treffpunkt in der Villa dar. Abschließend machte Harms darauf aufmerksam, dass sich Amal auch um die weltweit immer noch diskriminierten und verfolgten Roma kümmert. Der Tag der offenen Tür sei bewusst auf diesen Sonntag gelegt worden, weil er gleichzeitig der weltweite Tag der Roma ist.

Insgesamt vier nicht allzu große Räume sind es, die Amal in der Wohnung am Struwen-Eck nun für Mitarbeiterbesprechungen, künstlerische Betätigungen wie Malen und Bandproben, Kleingruppenarbeit und Sprachkurse zur Verfügung hat.

Finanzierung vorerst gesichert

Bis September ist die Miete über das Projekt „500 Landinitiativen“ des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung gesichert. Weitere sechs Monatsmieten werden anschließend vom Sozialausschuss der Stadt Bramsche übernommen, beschrieb Harms der Fortgang der Anschubfinanzierung bei der Anmietung der Vereinsräume. Ab April 2019 dann ist Amal auf eine erhoffte Zusammenarbeit mit Stiftungen und Firmen als Fördermitglieder angewiesen.

Bei diesen angedachten Kooperationen will Amal nicht nur als Empfänger von Zuwendungen auftreten. „Wir können auch Angebote machen“, betont Harms unter Hinweis auf die verschiedenen Leistungsmöglichkeiten durch die Vereinsmitglieder, wie künstlerische Wandgestaltungen, Tanz- und Musikangebote für Veranstaltungen oder Fachvorträge zu Themen wie „Interkulturelles Zusammenleben“.

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