Reihe „Nimm dir ein Buch“ Eine Nacht in der Bramscher Stadtbücherei


Bramsche. An Jungen und Mädchen im Alter von acht bis 12 Jahren richtete sich die Lesenacht in der Bramscher Stadtbücherei.

„Ratz fatz“ sei die Lesenacht wieder ausgebucht gewesen, verkündete Bücherei-Leiter Günter Nannen bei der Begrüßung der Kinder, die mit Schlafsack, Chips und ohne Handy in die Stadtbücherei gekommen waren. Das Angebot im Rahmen des Literaturprojektes „Nimm dir ein Buch“, das vom Verein Universum in Kooperation mit der Stadtbücherei veranstaltet wurde, erfreut sich offensichtlich noch immer großer Beliebtheit.

Neben den Kindern zu Gast war auch der Autor Stephan Martin Meyer. Er las aus seinem Buch „Mit dem Zeppelin nach New York - Die Geschichte vom Kabinenjungen Werner Franz“ vor. In dieser Geschichte ging es um den 14-jährigen Werner Franz, der das Angebot bekommt, auf der Hindenburg als Kabinenjunge zu arbeiten, dem größten jemals gebauten Luftschiff aller Zeiten. Mehrmals überquert er mit dem berühmten Zeppelin den Atlantik und erlebt eine aufregende Zeit. Doch auf der Fahrt nach New York kommt es zur Katastrophe.

Gwendolyn, Sönke und Fridtjof gehören zu den alten Hasen im Kreise der Lesenachtbesucher. Mehrmals schon nahmen die beiden Jungs und das Mädchen an dieser Veranstaltung teil, „weil es cool ist, in der Bücherei zu übernachten“. In diesem Jahr galt das Interesse des Kindertrios aber nicht in erster Linie den Büchern. In der Spieleabteilung hatten sie es sich bequem gemacht und planten, diesmal etliche Spiele im Anschluss an die Lesung auszuprobieren. Beim letzten Mal war das Trio erst nach Mitternacht eingeschlafen.

Ratespiel nach der Lesung

Und auch den übrigen Kindern dürfte es bei der Lesenacht nicht langweilig geworden sein. Betreut von Marianne Pinke-Zimmermann und Günter Nannen konnten sie nach der Lesung von Stephan Martin Meyer, der sein Buch multimedial mit per Beamer vergrößerten Illustrationen und den originalen Fluggeräuschen der Hindenburg vorstellte, nicht nur in den Büchern der Bibliothek stöbern, sondern es sich auch in der Hörbuchabteilung gemütlich machen und außerdem an einem Ratespiel teilnehmen. Hierbei galt es, aus einem Buchstabensalat einen CD-Titel zu erraten, die Gesamtzahl der Öffnungsstunden der Bücherei zu ermitteln oder die Internetadresse herauszufinden, unter der man nachschauen kann, welche Bücher in Bramsche ausgeliehen werden können.

Papa durfte noch die Luftmatratze aufblasen, danach jedoch blieben die Kinder bei der Lesenacht in der Stadtbücherei unter sich, betreut von Marianne Pinke-Zimmermann vom Universum und Günter Nannen, dem Leiter der Stadtbücherei.

„Das Interessante an einer Lesung ist für mich immer, wie die Kinder reagieren“, erzählte Stephan Martin Meyer vor Beginn der Lesung. Deshalb suchte er auch häufig das Gespräch mit seiner Zuhörerschar, stellte Fragen zu technischen Details wie der Beschaffenheit, der Länge oder der Flughöhe eines Zeppelins und verwies ganz kurz nur auf die geschichtlichen Hintergründe der dramatischen Zeit, in der die Hindenburg durch die Luft flog. Die Kinder erfuhren an diesem Abend viel über einen Zeppelin sowie von den Gefühlen eines Jungen, der über den Atlantik flog und sich dabei in einem Arbeitsleben im Zeppelin zurechtfinden musste.