Führung durch die Wache und Lesung Bramscher Kinder erkunden das Polizeikommissariat

Von Judith Perez

Das Polizeiauto sorgte für großes Interesse bei den Kindern. Foto: Judith PerezDas Polizeiauto sorgte für großes Interesse bei den Kindern. Foto: Judith Perez

Bramsche. Zwanzig Kinder haben das Bramscher Polizeikommissariat und die Polizisten mit ihren Fragen gelöchert. Im Rahmen des Literaturprojektes „Nimm dir ein Buch“ las Karin Bormann anschließend „Polizeigeschichten“ vor.

Die Sechs- bis Zehnjährigen starteten im Innenhof der Polizeistation und durften sich sogar in ein richtiges Polizeiauto hineinsetzen. Polizeikommissarin im Streifendienst Katharina Blaschczok zeigte den Wissbegierigen, was sich im Kofferraum eines Dienstfahrzeuges so alles verbirgt. Neben einer Taschenlampe und einem Besen stieß der Alkohol- und Drogentest auf besonders großes Interesse. „Was sind denn legale Drogen?“, wollte Polizeikommissar Ralf Bergander, zuständig für Präventionsarbeit bei der Polizei, von den Kindern wissen. Schnell wurde deutlich, dass viele, die in Gewahrsam genommen werden, meist aufgrund von zu viel Alkohol dort seien, wie Bergander erklärte.

Polizeiserien sind Quatsch

„Ich finde es ganz toll, dass Ihr Euch für unsere Arbeit interessiert“, lobte er die Kinder. „Warum haben Sie keinen Schlagstock an der Uniform?“, wollten diese dann von Kommissarin Blaschczok erfahren und ob es in Bramsche auch eine SEK-Einsatzgruppe wie im Fernsehen gäbe. Besonders genau wollte es der achtjährige Jan Lucas wissen, der bereits vieles aus dem Fernsehen zu wissen glaubte. Allerdings erfuhr der Junge von Kommissar Bergander, dass das, was im Fernsehen in Polizeiserien gezeigt werde „alles Quatsch“ sei. „Bei uns guckt das keiner“, erklärte er. Auf der Wache mussten die Kinder dann ganz leise sein, um den Ablauf nicht zu stören. Das hatten sie Bergander zu Beginn des Besuchs versprochen. Und weil es so gut klappte, durften sogar die Zellen besichtigt werden.

Teil der Gesellschaft

In der Kriminaltechnik erfuhren sie dann, dass bei der erkennungsdienstlichen Behandlung alles sehr ruhig und ohne Gegenwehr zugehe. Fotos werden gemacht und Fingerabdrücke genommen. Insgesamt stellten die Kinder sehr viele Fragen. Darüber freute sich die Bramscher Polizei-Chefin Ann Oldiges sehr. „Wir verstehen uns als Teil der Gesellschaft und wollen Offenheit herstellen. Deshalb haben wir auch sofort Ja zur Aktion gesagt.“ Zum Abschluss las Karin Bormann, ehemalige Bramscher Hauptschullehrerin, aus dem Buch „Polizeigeschichten“ von Henriette Wich vor und stellte so den Bezug zum Literaturprojekt her.

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