Bildungsangebot auf dem CSA-Hof „Freie Hofschule Pente“ kurz vor dem Start

Von Heiner Beinke

Zum nächsten Schuljahr soll die freie Hofschule Pente starten. Am 11. April gibt es einen Elternabend auf dem Hof. Foto: Heiner BeinkeZum nächsten Schuljahr soll die freie Hofschule Pente starten. Am 11. April gibt es einen Elternabend auf dem Hof. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Mit Beginn des Schuljahres 2018/2019 im Sommer will die „Freie Hofschule Pente“ an den Start gehen. Rund 20 Kinder zwischen 6 und 9 Jahren sollen dabei sein, wenn die private Schule mit dem Schwerpunkt nachhaltige Entwicklung auf dem CSA-Hof in Pente ihre Arbeit aufnimmt.

Es gebe zurzeit „gute Gespräche“ mit dem Landkreis Osnabrück und auch mit der Landesschulbehörde, ist Tobias Hartkemeyer vom CSA-Hof Pente zuversichtlich, wie geplant starten zu können, auch wenn derzeit noch vieles nicht definitiv geklärt sei. Das sei bei einem so komplexen Projekt wie dem Aufbau einer neuen, privaten Schule auch kaum anders möglich. Immerhin ist das Team so weit, dass es am Mittwoch, 11. April 2018, um 20 Uhr einen Informationsabend auf dem Hof an der Osnabrücker Straße 73 geben wird, bei dem das pädagogische Konzept vorgestellt wird.

Viel Unterstützung

Das Projekt finde viel Unterstützung, freut sich Ulrike Linnemann. „Wir finden überall offene Türen, weil die Zeit einfach reif ist“, ist die Waldorflehrerin, die bisher an der Johannesschule in Evinghausen tätig war, überzeugt. Sie gehört wie Hartkemeyer und dessen Frau Julia zum Team der „Lernbegleiter“, wie die Lehrer an der Hofschule heißen. Komplettiert wird es durch Felix und Clara Bach. Ihr gemeinsames Konzept greift Elemente der Waldorf- und der Montessori-Pädagogik auf.

Mit dem „Bauernhof als Lernort“ hat das Team der gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft in Pente in den letzten Jahren schon viele Erfahrungen gesammelt. Kindergarten, Großtagespflege und Gemeinschaftsprojekte mit anderen Schulen sind gut erprobte Formen, um die Lebens- und Arbeitswelt in der Landwirtschaft mit kindlichem Lernen zu verknüpfen. „Wir wollen bei den Kindern die Begeisterung für die Welt fördern und so die Lust am Lernen wecken“, erklärt Hartkemeyer. Die Lernbegleiter sollen dabei den Kindern individuelle Lernwege nach deren Wünschen und Bedürfnissen öffnen. Die Entwicklung sozialer Kompetenz und die Inklusion seien dabei „besondere Anliegen“, ergänzt Linnemann.

24 Bewerbungen

Nach Angaben von Tobias Hartkemeyer gibt es schon 24 Bewerbungen für Plätze in der Schule. Weitere Eltern können sich und ihre Kinder noch im April vorstellen. „12 Kinder sind das Minimum, um die 20 könnte eine gute Gruppe sein“, sagt Hartkemeyer. Die Kinder können zwischen sechs und acht Jahre alt sein. Sie finden altersübergreifend nach Interessen zu kleineren Lerngruppen zusammen. Zum Schulkonzept gehört eine intensive Einbindung der Eltern. Die Hofschule versteht sich als Ergänzung, nicht als Konkurrenz zur staatlichen Regelschule. Initiativen dieser Art gibt es im Landkreis - neben den freien Waldorfschulen Evinghausen und Melle - kaum.

Schulgeld

Weil es für die im Aufbau befindliche Schule in den ersten drei Jahren keinerlei Zuschuss gibt, wie Hartkemeyer betont, ist die Finanzierung eine besondere Herausforderung. Bis zu 250.000 Euro sollen über Kleinbürgschaften der GLS-Bank, der „Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken“ zusammenkommen. Die Eltern tragen mit einem monatlichen Schulgeld von 240 Euro für das erste Kind (90 für das zweite, 54 für jedes weitere) zur Finanzierung bei.

Der Start ist zunächst einmal auf die Grundschule beschränkt. Perspektivisch ist aber auch die Einrichtung einer Oberschule angedacht. Um die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten auf dem Hofgelände zu prüfen habe man auch schon Kontakt mit der Stadt Bramsche aufgenommen, sagt Tobias Hartkemeyer.