Erinnerung an Bomben und Bunker Klassentreffen 80 Jahre nach Einschulung in Hesepe

Von Holger Schulze

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Achtzig Jahre nach ihrer Einschulung stellten sich Hermann Vor der Wöste, Irmgard Flegel, Walter Winkler und Ilse Strothmann noch einmal dort auf, wo 1938 das erste Klassenfoto entstand. Foto: Holger SchulzeAchtzig Jahre nach ihrer Einschulung stellten sich Hermann Vor der Wöste, Irmgard Flegel, Walter Winkler und Ilse Strothmann noch einmal dort auf, wo 1938 das erste Klassenfoto entstand. Foto: Holger Schulze

Hesepe. Zu einem wirklich seltenen Klassentreffen kamen am Donnerstagnachmittag Irmgard Flegel, Ilse Strothmann, Hermann Vor der Wöste und Walter Winkler in der Teestube der Werkgemeinschaft „Die Brücke“ in Hesepe zusammen. Sie wurden vor 80 Jahren eingeschult.

Im April 1938 begann für 25 Mädchen und Jungen vor 80 Jahren in der damaligen Evangelisch-Lutherischen-Volksschule die achtjährige Schulzeit. Mit Strumpfhosen wurden damals die ganzjährig getragenen kurzen Hosen der Jungs wintertemperaturtauglich gemacht und der nur ein Jahr später ausbrechende Zweite Weltkrieg ließ auch das sonst eher beschauliche Hesepe nicht nur einmal erzittern. Fünf Luftangriffe zwischen 1940 und 1945 begleiteten die Schulzeit des Einschulungsjahrganges 1938. Ein Luftschutzbunker unter dem Raum der Erstklässler und der 100 Meter lange Splittergraben auf dem Gelände vermittelten etwas Sicherheit bis zum letzten Angriff am 21. März 1945, so erinnerte Walter Winkler die Begleitumstände der Jahre in der Volksschule.

In alle Himmelsrichtungen

Nach dem Ende ihrer Schulzeit verteilte sich die Klassengemeinschaft in alle vier Himmelrichtungen innerhalb von Deutschland. Ab 1965 gab es dann wieder Klassentreffen, am Anfang auch noch mit Tanz, wie Walter Winkler, der heute noch die Treffen organisiert, wissen ließ. Inzwischen ist man älter geworden und es leben auch nur noch fünf von den einstigen Klassenkameraden. „Ich finde es toll, dass die Tradition der Klassentreffen hier in der Brücke weiterhin aufrecht erhalten wird“, merkte Benjamin Kaufmann, der die berufliche Integrationseinrichtung inzwischen als Geschäftsführer leitet, vor dem Kaffeetrinken an.

Der vollständig Einschulungsjahrgang anno 1938.

Bezüglich dieser Tradition gibt es auch jetzt noch unter den verbliebenen Klassenkameraden eine wohl einmalige Übereinkunft bezüglich des Timings. Einmal von der gesamten Klasse beschlossen hält man auch weiterhin daran fest, alle zehn Jahre ein Treffen zur Erinnerung an die Einschulung zu begehen. Der nächste Termin wäre demnach im April 2028, und Walter Winkler ließ hieran keinen Zweifel aufkommen.


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