Drei Jahre nach Facebook-Debatte Bramsches jüngstes Krippenkind „pfiffig und clever“

Meine Nachrichten

Um das Thema Bramsche Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Clever und pfiffig, kurz eine ganz normale Dreijährige ist Feo-Elise, die vor drei Jahren als Bramsches jüngstes Krippenkind für Aufsehen sorgte, hier mit ihren Eltern Manfred van Alst und Stefanie Zander und Ines Viethmeyer von der Kita in Hesepe. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeClever und pfiffig, kurz eine ganz normale Dreijährige ist Feo-Elise, die vor drei Jahren als Bramsches jüngstes Krippenkind für Aufsehen sorgte, hier mit ihren Eltern Manfred van Alst und Stefanie Zander und Ines Viethmeyer von der Kita in Hesepe. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Fast auf den Tag drei Jahre ist es her, dass ein Bericht unserer Redaktion über Bramsches mit acht Wochen jüngstes Krippenkind, die kleine Feo-Elise, eine heftige Debatte in den sozialen Netzwerken auslöste. Heute ist Feo-Elise pfiffig, quirlig und vor allem eine ganz normale Dreijährige, allen bösen Kommentaren zum Trotz.

Stefanie Zander, die Mutter des kleinen Blondschopfs, blieb damals anonym im Hintergrund. Erst nach drei Jahren hat sie jetzt beschlossen, die Öffentlichkeit zu suchen, sich „zu outen“, wie sie sagt. Nach dem Bericht vom 26. März 2015, lief das Kommentarfeld auf der Facebookseite der Bramscher Nachrichten über. Den Sturm hatte eine Sabine H. mit dem Satz ausgelöst „Sie kassieren Kindergeld und Unterhalt von den Männern und schieben dann die Babys in die Kitas oder zu den Eltern ab“, damit sie Zeit für ihr eigenes Vergnügen hätten: Manche Kommentatorinnen äußerten Verständnis und mahnten, den Einzelfall zu sehen, andere wiederum schimpften, unterstellten der Mutter Egoismus und hielten Materialismus vor. Die Diskussion gipfelte im Satz einer Stephanie H.: „Das werden doch alles die gestörten Kinder, die dann Probleme kriegen“.

„Das hat uns schon wehgetan“, erinnern sich Stefanie Zander und ihr Lebensgefährte Manfred van Alst, Feo-Elises Papa. „Die Kommentare haben uns getroffen und auch, dass so viele versucht haben, uns auszufragen.“

„Entscheidung nicht leicht gemacht“

Dabei hätten sie sich die Entscheidung „wirklich nicht leicht gemacht“ erinnert sich die Inhaberin eines Gartenbauunternehmen. Neben Feo-Elise hat sie schon zwei große Söhne, 16 und 17 Jahre alt. „Damals stand ich mit den Jungs vor dem Nichts. Ich habe mir geschworen, da willst du nie wieder hin“. Es gelang ihr, sich und ihren Söhnen eine Existenz aufzubauen. Als sich dann Feo-Elise ankündigte, suchte sie umgehend eine Betreuungsmöglichkeit für den Nachwuchs. Als Selbstständige habe sie sich nicht komplett über längere Zeit aus dem Unternehmen zurückziehen können, ohne ihre eigene und die Existenz ihrer Mitarbeiter zu gefährden. Sie habe „überall rumgefragt. Niemand wollte so ein junges Kind.“ Auch ein Platz bei einer Tagesmutter war nicht zu bekommen.

Eine Lösung fand sich schließlich mit der Kindertagesstätte mit Familienzentrum in Hesepe. Leiterin Sabine Stein rief ihre Mitarbeiterinnen zusammen und gemeinsam beschloss das Team: „Wir schaffen das“. Klar war dabei gleich, dass sich eine Kraft persönlich für die kleine Feo verantwortlich fühlen müsse, als weitere Bezugsperson neben den Eltern, berichtet Erzieherin Ines Viethmeyer. „Ich habe selbst keine Kinder. Feo-Elise war fast ein bisschen wie mein Baby“. Stefanie Zander war glücklich über die Lösung. Ihre beiden großen Jungs hatten schon den Kindergarten in Hesepe gesucht. Aber sie war auch voller Zweifel und Unsicherheit. „Sie hat fast kein Wort gesagt, als sie Feo zur Eingewöhnung gebracht hat. So kannte ich sie gar nicht“, schmunzelt Viethmeyer.

Wohltuende Ruhe

Wer nach der verlängerten Eingewöhnungsphase die Krippengruppe in Hesepe besuchte, fand Feo-Elise, wenn sie nicht gerade schlief, im Arm oder auf dem Schoß von Ines Viethmeyer. Und eine wohltuende Ruhe in der Gruppe. „Das Baby“ brachte Mini-Rabauken zum Schweigen, der Schwarm aller kleinen Mädchen war Feo-Elise sowieso. Alle wollten sie streicheln und in den Arm nehmen, erinnert sich Viethmeyer. Das kleine Mädchen wuchs und gedieh. Eltern und Erzieherinnen blieben mithilfe von „Übergabebüchern“ nahtlos in Kontakt. Alles wurde darin präzise schriftlich festgehalten und fotografiert, vom Frühstück zuhause, von den kleinen Wehwehchen, dem Lieblingsspielzeug und was das kleine Mädchen zuhause oder in der Krippe wieder Neues gelernt hatte. „Das erste Mal gelächelt hat sie in der Krippe. Auf dem Wickeltisch“, freut sich Viethmeyer. „Da waren wir schon ein bisschen böse“, kommentiert Zander. Wirklich ernst meint sie das nicht.

Feo-Elise lernte krabbeln, laufen, sprechen und sich durchsetzen. „Wenn man immer mit Größeren zusammen ist...“, meint ihr stolzer Vater. „Sie ist einfach auf Zack und richtig clever“. Jetzt ist das einstige Mini-Krippenkind schon ein „richtiges“ Kindergartenkind und Ines Viethmeyer „wird von vielen für Feos persönliches Kindermädchen gehalten“, lacht Stefanie Zander. Das ist sie nicht, aber inzwischen eine gute Freundin der Familie und – darüber freut sich die Erzieherin ganz besonders – seit Kurzem Feo-Elises Patentante.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN