Werkmeister-Vortrag bei den Landfrauen Auch in Bramsche gegen die Wegwerfgesellschaft

Referent Kurt Werkmeister setzte sich kritisch mit Themen wie dem Kaufen und dem Konsumieren auseinander. Foto: Christel BläsingReferent Kurt Werkmeister setzte sich kritisch mit Themen wie dem Kaufen und dem Konsumieren auseinander. Foto: Christel Bläsing

Bramsche. „Kaufen – Konsumieren – Wegwerfen?“: Unter diesem Titel stand ein Vortrag des pensionierten Diplompädagogen Kurt Werkmeister bei den Bramscher Landfrauen.

Kurt Werkmeister bezweifelte anhand von typischen Beispielen die Notwendigkeit, beispielsweise zwischen 20 verschiedenen Sorten Duschgels derselben Firma oder 20 Meter Regal voller Hunde- und Hamsterfutter wählen zu können. Immer mehr und immer schickere Konsumtempel animierten dazu, alles zu kaufen, was nicht gebraucht und auch nicht gewollt ist. „Durch Auto, Motorrad und Fahrrad lässt sich das Selbstbewusstsein prima ‚in Form‘ bringen“, so der Referent. Auch im Bereich der Ernährung übte Werkmeister Kritik. Er wies die Landfrauen darauf hin, dass mit Aktionen wie einer „Großen 1 Euro-Woche“ Lebensmittel eine Abstufung auf Konsumgüter erfahren, worin er eine Entwertung der Lebensmittel sehe. Häufig sei die Folge des Einkaufens zu vieler Lebensmittel das Wegwerfen.

In dem mit großem Engagement präsentierten Vortrag ging der Referent auf die Überflüssigkeit von Schönheitsoperationen ein, vorgenommen an unter 15-jährigen Mädchen, die sich Fett absaugen oder die Brust vergrößern lassen. Hier fehlt in der Gesellschaft nach Ansicht von Kurt Werkmeister die gesellschaftliche Akzeptanz des Älterwerdens.

Täglich seien die Menschen vielen Verlockungen ausgesetzt. „Es wird suggeriert, dass wir mit dem Trend gehen sollen, immer mehr, immer schneller und immer auf der Höhe der Zeit“, so Werkmeister. Dabei „helfen“ würden Angebote von bis zu 70 Prozent Preisnachlass. „Wir shoppen nicht, wir kaufen uns glücklich“, so der Referent. Dahinter lauere die Gefahr, dass Käufer vielen Angeboten nicht widerstehen könnten, den Überblick durch Kartenzahlung verlieren und schließlich durch das Überangebot überfordert werden.

Gegen Ende seines in launiger und unterhaltender Weise dargebotenen Referates stellt Kurt Werkmeister den Bramscher Landfrauen gegenüber, was seiner Ansicht nach nicht mehr gebraucht wird und deswegen ersetzt werden sollte wie Stress durch Gelassenheit, Oberflächlichkeit durch Lesen und Entspannen, Hektik durch Ruhe, „In sein“ und alles mitmachen durch das Erfüllen eigener Wünsche, Egoismus durch die Freiheit vom Zwang, nur an sich zu denken.

Den Abschluss bildete eine Lebensweisheit aus dem Chinesischen: „Ich habe nicht alles, was ich mir wünsche, aber ich liebe alles, was ich habe, und ich bin dankbar für diesen Reichtum.“