Historiker Igel über das Mittelalter Ausstellung „KirchenLand“ im Bramscher Rathaus eröffnet

Von Sigrid Schüler-Juckenack

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Dr. Karsten Igel (l.) erläutert den ersten Besuchern – darunter auch dem Bramscher Bürgermeister Heiner Pahlmann – die Informationstafeln zu seiner umfangreichen Ausstellung. Foto: Sigrid SchülerDr. Karsten Igel (l.) erläutert den ersten Besuchern – darunter auch dem Bramscher Bürgermeister Heiner Pahlmann – die Informationstafeln zu seiner umfangreichen Ausstellung. Foto: Sigrid Schüler

Bramsche. Im Foyer des Rathauses in Bramsche ist ab sofort die Ausstellung KirchenLandOsnabrück über Bramsches mittelalterliche Kirchen zu sehen. Die Ausstellung stammt vom Historiker Dr. Karsten Igel, Sprecher des Arbeitskreises Stadt- und Regionalgeschichte im Historischen Verein Osnabrück.

Auf großen Tafeln sind Karten, Bilder und Informationen zum mittelalterlichen Bistum Osnabrück, zu Bramsche und zu den Kirchen zu finden. Der Besucher erfährt, dass die Stadt Bramsche über alte Wurzeln verfügt. Die mittelalterlichen Kirchen, von denen die älteste St. Martin ist und die aus dem 9. Jahrhundert stammt, machten Bramsche zu einem zentralen Ort im Bistum Osnabrück. Die Tochterkirchen St. Johannis Engter (1229) und St. Marien Ueffeln (1292) wurden gebaut, da durch die wachsende Bevölkerung mehr Platz benötigt wurde. Außerdem wollten die Gemeinde eigenen Kirchen mit einem eigenen Pfarrer vor Ort, denn der Weg nach St. Martin war lang und musste zu Fuß zurückgelegt werden, erklärte Igel. Die Kirchen boten im Übrigen auch Schutzraum und Zuflucht in kriegerischen Zeiten. Auch das Kloster Malgarten aus dem 12. Jahrhundert, als Familienkloster vom Grafen Simon von Tecklenburg gegründet, und Kommende Lage als bedeutendster Johannitersitz aus der Mitte des 13. Jahrhunderts sind auf den Informationstafeln beschrieben.

Sich mit der Kirchengeschichte auseinanderzusetzen ist nach Worten Igels auch heute noch wichtig. Wenn man die Zusammenhänge kennt, könne man Entwicklungen, die uns bis heute beeinflussen, nachvollziehen. So hätten die damaligen Menschen durchaus das Kirchenleben in ihrer Gemeinde mitgestaltet und beeinflusst. Für den Bau einer Kirche in der eigenen Gemeinde setzten sich viele Bürger ein und engagierten sich auch finanziell, erklärte Igel. Ebenso sei es einigen Gemeinden gelungen, in den Zeiten der Reformation und Gegenreformation sich zu behaupten und Nischen zu finden, um ihre Konfession zu bewahren. Die Beschäftigung mit den damaligen Verhältnissen und der Verteilung von Einfluss und Macht ist für Igel spannend, wie er selbst sagt. Und wer sich in Ruhe die Tafeln ansieht, bekommt sicher Lust darauf, mehr über die Vergangenheit zu erfahren.

Bürgermeister Heiner Pahlmann hatte zur Eröffnung der Ausstellung ein Grußwort gesprochen. Ihn freue, dass die Kirche St. Martin als eine Keimzelle von Bramsche gelte und mit der Ausstellung KirchenLandOsnabrück in das öffentliche Interesse gerückt werde.

Die Ausstellung ist eine von vier Ausstellungen des Historikers, die als ein Spaziergang durch die Geschichte des Osnabrücker Landes gedacht sind. Eröffnet worden war die Reihe mit der Ausstellung BauenLand, der jetzt die Ausstellung KirchenLand folgt. Geplant sind die Ausstellungen BurgenLand sowie StädteLand.

Die aktuelle Ausstellung im Rathaus soll dabei nur einen kleinen Vorgeschmack auf die geplante große Ausstellung sein, die zwei Jahre zu sehen sein wird, und zwar der kleine Teil bis Ende April im Bramscher Rathaus, danach die komplette Ausstellung von Mai bis Oktober 2018 und 2019 auf dem Hof Igel in Bramsche-Engter. Dort werden sich noch viele Menschen die Ausstellung ansehen, hofft der Historiker Igel.


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