Auswahl der vergangenen Jahre Halle, Hansi, Hasesee – Aprilscherze aus Bramsche

Von Björn Dieckmann

Der Hasesee ist ein beliebtes Ziel der Bramscher. Schon mehrfach war er allerdings auch „Opfer“ von Aprilscherzen der Bramscher Lokalredaktion. Archiv-Foto: Johannes BusmannDer Hasesee ist ein beliebtes Ziel der Bramscher. Schon mehrfach war er allerdings auch „Opfer“ von Aprilscherzen der Bramscher Lokalredaktion. Archiv-Foto: Johannes Busmann

Bramsche. April, April: Jedes Jahr am 1. April veröffentlicht die Lokalredaktion Bramsche eine Zeitungsente – außer in diesem Jahr, weil der 1. April 2018 leider ein Sonntag ist. Von einer Wasserski-Anlage auf dem Hasesee bis zur Bürgermeister-Kandidatur von Hansi Grünebaum – mancher ist den Aprilscherzen durchaus auf den Leim gegangen. Ein Rückblick auf die vergangenen Jahre.

Bramsche im Wahlkampf, wer macht wohl das Rennen um das Rathaus: Heiner Pahlmann, Andreas Quebbemann oder Henning Stricker? Falsch! Hansi Grünebaum gibt am 1. April 2014 seine Kandidatur bekannt – und wenn, ja wenn der singende Paketbote denn angetreten wäre, hätte er bestimmt einen ordentlichen Teil der Stimmen für sich verbuchen können. „Mein Slogan lautet: Bramsche soll fröhlicher werden“, ließen die Bramscher Nachrichten ihn verkünden. Doch auf die Wahlkampf-Tour durch die Ortsteile, mit einer Postkutsche und „Hoch auf dem gelben Wagen“ singend, verzichtete Hansi dann doch lieber. Aber aufgeschoben muss ja nicht aufgehoben bedeuten: Die nächste Bürgermeisterwahl kommt bestimmt, auch wenn es noch eine Weile dauert. Hasesee mehrfach Thema

Der Hasesee war gleich mehrfach in den vergangenen Jahren Thema der BN-Aprilscherze. Erstmals am 1. April 2005: Eine Wasserski-Seilbahnanlage werde der Publikumsmagnet am neuen Hasesee werden, wurde damals berichtet. Sie solle zusammen mit der Anlage am Alfsee bundesweit vermarktet werden. Die Wasserskianlage sei dazu ideal, meinte laut Bericht Bürgermeisterin Liesel Höltermann: „Es gibt keine Lärmbelästigung, andere Nutzungen sind immer noch möglich, und die Masten für die Zuganlage fallen in der Stadt kaum auf“. Die Arbeiten für die neue Wasserskianlage sollten gleichzeitig mit der Neugestaltung des Poggenpatts beginnen.

Erneut Schabernack getrieben mit dem Hasesee wurde fünf Jahre später, am 1. April 2010: Nachdem der Bau einer Wasserskianlage wegen der Belange des Hochwasserschutzes nicht realisiert werden konnte, so hieß es, scheine nun mit einer Tauchglocke das „Ei des Kolumbus“ gefunden zu sein. Die Glocke werde über ein Stegsystem, ausgehend von der Mittelinsel, erreichbar sein. Sie biete bis zu 15 Personen Platz und werde auf den Boden des Hasesees abgesenkt. Durch einen Drehmechanismus werde eine optimale Rundumsicht gewährleistet. Die Unterhaltungskosten sollten hauptsächlich durch eine gehobene Unterwassergastronomie erwirtschaftet werden.

Die dritte Idee, die wir uns für den Hasesee ausgedacht haben, wird dagegen hoffentlich in der Schublade bleiben: Der Zugang zum Naherholungsgebiet werde über eine Kurkarte geregelt, hieß es am 1. April 2011. 10 Euro solle die Karte kosten. Der Bramscher könne damit ein ganzes Jahr an den See, Auswärtige nur für die Dauer des Besuchs. Kontrolliert wird dies per Magnetstreifen, mit dem sich auch die Einlass-Sperren öffnen lassen. Wie gut, dass es nicht ernst gemeint war. Denn dass es Ärger von der EU gibt, wenn zwischen Einheimischen und Auswärtigen unterschieden wird, das haben wir ja gerade erst bei den endlosen Diskussionen um die Pkw-Maut erleben dürfen.

Multifunktionshalle für Bramsche?

Soll in Osnabrück eine Multifunktionshalle gebaut werden? Oder wird die Artland-Arena in Quakenbrück ausgebaut? Oder ist auch beides möglich? Diese Fragen bestimmten vor einigen Jahren die öffentliche Diskussion – und die Antwort lag nah, nämlich genau in der Mitte: In Bramsche wird eine Veranstaltungshalle gebaut. „Ein großartiger Kompromiss auf halbem Wege“, befand Bürgermeisterin Liesel Höltermann – zumindest laut unserem Bericht am 1. April 2008. 120 Millionen Euro sollte die Halle kosten, der Allianz-Arena in München ähneln und den Artland Dragons eine neue Heimstatt bieten wie auch renommierte Künstler anlocken. Gebaut werden sollte an der Freifläche an der alten B68 in Richtung Hesepe, zwischen Stapelberger Weg und der „Brücke“, wo jetzt ein Baugebiet ist und archäologische Grabungen stattfanden – dazu aber später mehr...

Die zahlreichen Beschwerden über die Ampelanlage an der Osnabrücker Straße hat die Bramscher Redaktion am 1. April 2016 auf‘s Korn genommen. Die langen Wartezeiten bei Rot-Phasen würden bald für Autofahrer ein Ende haben – zumindest für diejenigen, die sich eine neue entwickelte Smartphone-App installieren, mit der die Ampel zu beeinflussen sei, hieß es. Die Idee zu diesem Aprilscherz kam übrigens aus dem Rathaus. Dort wird man zwar, wie damals zu hören war, auf die Dauerquerelen um die Ampelanlage am liebsten gar nicht mehr angesprochen. Ihren Humor haben die Mitarbeiter der Stadtverwaltung aber offensichtlich noch nicht verloren

Freilichtmuseum in Hesepe

Und im vergangenen Jahr? Da hat die Redaktion am 1. April 2017 verkündet, dass bei den archäologischen Grabungen am Stapelberger Weg in Hesepe weitere sensationelle Funde aufgetaucht seien, die einen direkten Zusammenhang zur Varusschlacht in Kalkriese nahelegten. Die Erschließungsarbeiten im Baugebiet sollten deshalb sofort enden, Bagger und andere Fahrzeuge per Hubschrauber durch die Luft abtransportiert werden, um mögliche weitere historische Funde im Boden nicht zu zerstören. Das Baugebiet, so hieß es damals, solle nunmehr in ein Freilichtmuseum verwandelt werden.