Vorbereitung zur Jugendfeier 22 Jugendliche in Hesepe beeindruckt von Fluchtgeschichte

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Sehr beeindruckt waren die Jugendlichen von dem, was Ayman Hamaj über seine Flucht aus Syrien nach Deutschland berichtete. Foto: Kay DirkesSehr beeindruckt waren die Jugendlichen von dem, was Ayman Hamaj über seine Flucht aus Syrien nach Deutschland berichtete. Foto: Kay Dirkes

Bramsche. 22 Jugendliche aus dem Raum Weser-Ems bereiten sich derzeit auf ihre Jugendfeier vor, einer nichtreligiösen Alternative zu Konfirmation und Firmung. Jetzt waren sie zu einem Treffen in der Aufnahme-Einrichtung für Asylbewerber in Hesepe eingeladen.

Im Rahmen ihrer Vorbereitungszeit zur Jugendfeier organisierte Anke Hennig ein Treffen mit einem syrischen Geflüchteten. Hennig ist in und um Osnabrück federführend in der Jugendarbeit des Humanistischen Verbandes, der die Jugendfeier anbietet. Die Veranstaltungen finden 2018 in Oldenburg und erstmals im Bramscher Rathaus statt.

Mucksmäuschenstill wurde es in der Begegnungsstätte auf dem Gelände der Landesaufnahmebehörde (LAB), als der Syrer Ayman Hamaj von seiner Flucht aus Damaskus vor über zwei Jahren erzählte. Für den 26-Jährigen war die Rückkehr in die LAB eine große Herausforderung. Schon im vergangenen Jahr hatte er Jugendlichen im Rahmen ihrer Jugendfeiervorbereitungszeit die Möglichkeit gegeben, ihn nach seinen Erfahrungen zu fragen. Damals gab er noch in gebrochenem Deutsch und Englisch Auskunft. Für ihn ist es wichtig, das Erlebte zu verarbeiten – da hilft es sehr, darüber zu reden. In diesem Jahr hat er die Gespräche nun in sehr gutem Deutsch geführt. Seine Sprachkenntnisse sind mittlerweile so gut, dass er im letzten Jahr ein Praktikum in einer Sparkasse absolvieren konnte. Zurzeit arbeitet er in einem Supermarkt und hofft, im Herbst ein Studium beginnen zu können.

Flucht vor dem Krieg

Die Jugendlichen waren sehr beeindruckt. „Es ist schon etwas anderes, mit jemandem persönlich zu sprechen, als sich Bilder im Fernsehen anzusehen“, sagte einer der Teilnehmer. Betroffen hörten sie sich die Geschichte von Ayman an, der seine Heimatstadt Damaskus, sein Zuhause und die Familie mitten im Studium verlassen musste, da er zum Militär sollte. „Ich wollte nicht in einem Krieg kämpfen, der nicht meiner ist und den ich nicht wollte“, sagte er in die Runde. „Da musste ich gehen.“

Über den Landweg, aber auch über das Mittelmeer ist Ayman nach Deutschland geflüchtet. Nach diversen Aufenthalten in verschiedenen Aufnahmebehörden landete er schließlich in der LAB in Hesepe. Dort lernte er Anke Hennig in der Begegnungsstätte des Humanistischen Verbands bei einem Musikprojekt von Tanja Ladda kennen. Er spielt Gitarre, hatte aber keine, Hennig gab ihm ihre eigene. Daraus ist mittlerweile eine nun schon fast zweijährige Freundschaft entstanden und Ayman gehört irgendwie zur Familie.

Die Vorbereitungszeit zur Jugendfeier 2018 dauert insgesamt vier Monate. Sie startet immer mit einem Kennlernwochenende. In mehreren Tagesseminaren, die samstags stattfinden, beschäftigen sich die Jugendlichen mit Themen rund um das Erwachsenwerden. Die Vorbereitung endet mit einer Abschlussfahrt, die in diesem Jahr zwischen den Jugendfeierterminen in Bramsche (29. April 2018, um 11 Uhr im Rathaus) und Oldenburg (6. Mai 2018, 11 Uhr im PFL-Kulturzentrum) stattfinden wird. Zu beiden Feierstunden sind Gäste willkomen.


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