Nach Ausbruch von Rinderherpes Epe: Tötung infizierter Rinder steht noch bevor

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Ein Bestand von rund 500 Tieren in Epe muss getötet werden, nachdem das Bovine Herpesvirus Typ 1 festgestellt wurde. Foto: Caroline Seidel/dpaEin Bestand von rund 500 Tieren in Epe muss getötet werden, nachdem das Bovine Herpesvirus Typ 1 festgestellt wurde. Foto: Caroline Seidel/dpa 

Epe. Nach der Feststellung der Rinderseuche auf einem Hof in Epe untersucht der Landkreis Osnabrück derzeit, wie es zu der Infizierung der Tiere mit dem Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV1) kommen konnte. Die Tötung des Bestands hat noch nicht begonnen.

Nachdem Amtstierärzte des Landkreises Osnabrück in der vergangenen Woche die Infektion festgestellt hatten, wurde unmittelbar danach rund um den Hof in Epe ein sogenannter technischer Sperrbezirk mit einem Radius von einem Kilometer eingerichtet. Das heißt, es dürfen keine Tiere transportiert werden, und es kommen beispielsweise keine Besamer oder Tierhändler. Sichtbare Absperrungen gibt es nicht.

Untersuchung weiterer Bestände

In den Beständen innerhalb des Sperrbezirks und in „Kontaktbeständen“ zu dem Hof in Epe seien nun weitere Untersuchungen veranlasst worden, teilt Landkreis-Pressesprecher Burkhard Riepenhoff mit. Die ersten Rückläufe seien erfreulich. Der weitere Fall eines Auftretens der Rinderseuche in Ostercappeln sei nach der Recherche der Kontakte in Bramsche ermittelt worden.“ Man habe aber „bislang noch keinen Hinweis auf eine weitere Ausbreitung der Infektion“, berichtet Riepenhoff weiter. „Die Gefahr eines Flächenbrandes schätzt der leitende Kreisveterinär Jörg Fritzemeier gering ein“, so der Pressesprecher, der aber auch betont: „Es kann noch keine Entwarnung gegeben werden.“

500 Tiere betroffen

Betroffen in Epe ist ein Bestand von rund 500 Tieren. Tiere ohne entsprechende Symptome wie Atemwegsentzündungen oder Fieber, die aber dennoch den Erreger oder Antikörper in sich tragen, dürfen geschlachtet und das Fleisch verkauft werden. So lange wird auch die Milch weiter vermarktet. Für Menschen ist Rinderherpes ungefährlich. Ist die Krankheit aber ausgebrochen, endet das Leben der Tiere noch auf dem Hof. Das gilt auch für trächtige Kühe. Erst im vergangenen Jahr hatte der Bundestag den Transport trächtiger Rinder eingeschränkt. Landkreis-Sprecher Riepenhoff teilt mit, dass derzeit „die Schlachtungen/Tötungen der infizierten Rinder vorbereitet werden, die dann nach und nach innerhalb der nächsten Wochen erfolgen werden.“

Weiterlesen: BHV-1: Das Todesurteil für Kühe – egal, ob krank oder nicht

Die Bovine (rinderspezifische) Herpesvirus-1-Infektion ist bereits seit dem Jahr 1997 eine anzeigepflichtige Erkrankung nach Tierseuchenrecht. Bei dieser Krankheit gibt es unterschiedliche Verlaufsformen: Es ist möglich, dass bei einigen Rindern Infektionen lediglich bei entsprechenden rechtlich vorgeschriebenen Untersuchungen auffallen und diese Tiere keinerlei Krankheitsanzeichen gezeigt haben.

Lebenslang Virusträger

Daneben gibt es die Fälle, in denen die Rinder schwer mit Fieber und starken Entzündungen der oberen Atemwege erkranken oder Verkalbungen aufweisen. Da es sich um ein Herpesvirus handelt, ist ein einmal infiziertes Tier lebenslang Virusträger und kann in Stresssituationen wie Kalbung, Krankheit oder Transport das Virus ausscheiden und andere Rinder anstecken.

Entschädigt für den Verlust ihres Bestandes werden betroffene Landwirte durch die Tierseuchenkasse. Sämtliche Kosten deckt das allerdings in den meisten Fällen nicht.


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