In erster Linie Klavier Gelungenes Benefizkonzert für Bramscher Baseballcamp

Von Holger Schulze

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Daniel Lipp als Moderator sowie die Pianisten Mohammed Esmaeli, Oskar und Victor Kärcher, Caroline Kliewer und Erika Ott (von links)gestalteten ein abwechslungsreiches Benefizkonzert für das anstehende Baseballcamp im Sommer.Daniel Lipp als Moderator sowie die Pianisten Mohammed Esmaeli, Oskar und Victor Kärcher, Caroline Kliewer und Erika Ott (von links)gestalteten ein abwechslungsreiches Benefizkonzert für das anstehende Baseballcamp im Sommer.

Bramsche. Ganz überwiegend mit Klaviermusik wurde am Samstagabend in der Evangelisch-Freikirchlichen-Gemeinde in der Hasestraße um Spenden für das auch dieses Jahr wieder im Sommer stattfindende, jetzt achte Baseballcamp gebeten.

Erika Ott, Caroline Kliewer, Mohammed Esmaeli, Victor Kärcher und Oskar Kärcher waren die Musiker dieses dritten Benefizkonzertes zugunsten des Baseballcamps. Die Moderation des Abends hatten Daniel Lipp und Frank Ludwig übernommen.

Mit der Bach-Partita Nr. 2 eröffnete Victor Kärcher den Abend. Der junge Mann liebt ganz offensichtlich die Geschwindigkeit und hatte auch bei der anschließenden Mozartsonate in D sowie beim Türkischen Marsch alle Hände voll zu tun. Nahezu atemlos flog er hier durch die Partitur. Im weiteren Teil seines Vortrags erhielt er Unterstützung von seinem Bruder Oskar Kärcher. Vierhändig brachten sie zwei Ungarische Tänze von Brahms zu Gehör.

Faible für Rasanz

Doch damit nicht genug von diesem vielseitigen Hobby-Pianisten. Auf Prokofievs Etüde op 2, Nr.3, folgte ein etwas gemäßigter und gefühlvoller Gluck. Die Chopin-Etüde, mit der Victor Kärcher dann aber gleich darauf wieder seinem Faible für Rasanz und einem kraftvollen Klangbild freien Lauf ließ, leitete schließlich zur „Campanella“ von Franz Liszt über, dem Abschlussstück des flinken Hobbypianisten.

Klavier und Gitarre sind die Instrumente von Mohammed Esmaeli. Nach dem Stück „Traum“ und einer ebenfalls am Klavier vorgetragenen Hymne auf eine Stadt in seiner Heimat, griff der studierte Musiker zur Gitarre, um gefühlvoll das Wetter zu besingen und ein weiteres Stück mit dem Titel „Ein Schritt“ vorzutragen.

Sowohl das Klavierspiel von Mohammed Esmaeli als auch sein Gitarrenpart setzten vom Stil her ruhende Kontrapunkte zur zuvor gehörten Dynamik von Victor Kärcher. Feinfühlige und auch melancholische Klänge gaben dem Publikum nun die Gelegenheit zum verweilenden Zuhören. 2017 musste Mohammed Esmaeli aus seiner Heimat fliehen, weil er als erfolgreicher Produzent auch für eine Frau tätig wurde. Ein Verbrechen, auf das in seiner Heimat die Todesstrafe steht, wie Frank Ludwig das Publikum wissen ließ.

Ausdrucksstärke und sicheres Zusammenspiel

Nach der Pause beschlossen die Lehrerin für klassisches Klavierspiel, Erika Ott und ihre Duopartnerin Caroline Kliewer, ebenfalls eine studierte Pianistin, den Benefizabend mit Rachmaninow. „Sechs Stücke“ lautete der schlichte Titel der gespielten Werke. Keinesfalls schlicht, sondern von musikwettbewerbserprobter Ausdrucksstärke und einem sicheren Zusammenspiel geprägt war hingegen der Auftritt von Erika Ott und Caroline Kliewer. Allerdings zeigte sich, wie bereits bei den Pianisten im ersten Programmteil, auch beim Spiel der beiden Berufsmusikerinnen, dass der Flügel der Gemeinde besonders bei dramatischen Steigerungen in den Höhenlagen doch arg an seine Grenze kam.

Davon einmal abgesehen durfte sich das Publikum an einem lobenswerten Engagement junger Musiker für die Baseballcampkinder erfreuen. Und von der Programmvielfalt her betrachtet bot der Abend ein breites Spektrum an abwechslungsreichen Kompositionen und ganz unterschiedlichen Interpretationsweisen.


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