Leitung zu schwach für IP Sorgen in Kalkriese wegen Telefon-Umstellung

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Alte Telefone haben bei einem IP-Anschluss endgültig ausgedient. In ländlichen Gegenden wie etwa in Kalkriese, wo die Internetverbindung schlecht ist, kann das Telefonieren aber auch mit modernen Geräten nicht mehr funktionieren. Foto: dpaAlte Telefone haben bei einem IP-Anschluss endgültig ausgedient. In ländlichen Gegenden wie etwa in Kalkriese, wo die Internetverbindung schlecht ist, kann das Telefonieren aber auch mit modernen Geräten nicht mehr funktionieren. Foto: dpa

Bramsche. Telekom und Osnatel machen Ernst mit der Umstellung auf Internet-Telefonie. 2019 oder 2020 sollen die alten Anschlüsse abgeschaltet und die Umstellung auf Internet Protokoll (IP) vollzogen werden. In Gegenden mit schwachen Internetverbindungen, wie etwa in Kalkriese, kann das bedeuten, dass der Festnetzanschluss nicht mehr funktioniert.

Heiner Steinkamp zum Beispiel war „aus allen Wolken gefallen“, als ihm eine „nette Dame der Firma Osnatel“ eröffnete, dass „2019, spätestens 2020 an meinem Wohnort in Kalkriese die Telefonleitungen stillgelegt werden“, weil die bestehende Verkabelung für die IP-Technik nicht ausreiche. „Ich dachte, zumindest Telefon wäre eine Art Grundversorgung alleine schon wegen eventueller Notrufe,“ schrieb er an die Redaktion.

Unseren Bericht über die Probleme des Kalkrieser Landwirts Ralf Große Endebrock mit der internetgestützten Telefonie hatte Steinkamp wohl gelesen, war aber davon ausgegangen, dass es nur um das Thema schnelles Internet geht. „Nun stellt sich aber heraus, dass es komplett auch kein Telefon mehr geben wird und das haben die meisten sowie auch ich nicht richtig verstanden,“ glaubt er.

Wenig Rückmeldungen

Auch beim Ortsbürgermeister Helmut Bei der Kellen ist dieses Problem bisher noch nicht angekommen. Es habe da noch keine Rückmeldungen gegeben, sagt er auf unsere Nachfrage. Allerdings hat er die Hoffnung, dass sich durch die laufende Ertüchtigung von Kabelverzweigern durch die Initiative von Stadt und Landkreis die Situation noch bessere.

Umstellung kommt

Die Umstellung kommt jedenfalls defintiv, sagt Stefanie Halle von der Pressestelle der Deutschen Telekom. Die Telekom stelle - wie andere Anbieter auch - ihr gesamtes Netz schrittweise auf neue Technik um. „Das heißt, alle Dienste – Telefon, Fernsehen und Internet – werden in Zukunft in unserem Netz auf dem einheitlichen Internet Protokoll und somit zukunftssicher laufen. Wir brauchen den Umstieg auf IP“, betont sie. Die bisherige Technik mit ihrer Vielzahl von Plattformen, die historisch gewachsen sind, würden „den Ansprüchen einer digitalen Gesellschaft in zunehmendem Maße nicht mehr gerecht“.

Den Wechsel zur schönen neuen Technik stellt die Telekom als einfach und unkompliziert dar. Probleme gibt es allerdings, wenn die eine Leitung für Fernsehen, Telefon und Internet nicht leistungsfähig genug ist, wie Bramsches Wirtschfatsförderer Klaus Sandhaus bestätigt: „Für die neue Technik Voice over IP benötigt man zumindest einen schwachen DSL-Anschluss. Dieser kann in einigen Außenbereichen nicht gewährleistet werden.“ Für manche dürfte da nur das Mobiltelefon bleiben. Und auch da ist der Empfang in Kalkriese und anderen Außenbereichen nicht gerade besonders gut.


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