Einige Konkurrenten dennoch überholt Marktlage für Rasch Tapeten aus Bramsche zuletzt schwierig

Von Marcus Alwes


Bramsche. Für den traditionsreichen Tapetenhersteller Rasch ist die Marktlage auch zu Beginn des Jahres 2018 weiterhin schwierig. Dennoch konnte die Unternehmensgruppe ihre Wettbewerbsposition im Vergleich zur Konkurrenz offenbar verbessern. Das zumindest geht aus der jüngsten Bilanz hervor, die Geschäftsführer Frederik Rasch in den Firmenräumen in Bramsche vorgestellt hat.

Hätte vor einigen Jahren noch eine Rubelabwertung in Russland sowie die politische Ukraine-Krise für Turbulenzen und Umsatzeinbrüche beim Tapetenhersteller gesorgt, bestimmen nach einer kurzen Anpassungs- und Stabilisierungsphase inzwischen deutlich gestiegene Rohstoffpreise sowie rückläufige Umsatz- und Absatzzahlen in Westeuropa das Bild, so Rasch. „In Deutschland, Frankreich, und Großbritannien ist die Nachfrage im Inneneinrichtungsbereich bei den Heimtextilsortimenten insgesamt geringer geworden. Dazu zählen auch Tapeten“, schildert der Geschäftsführer eines der Hauptprobleme der Branche. Die Märkte seien hier im zurückliegenden Jahr 2017 schwach gewesen, das allgemeine Nachfrageminus habe bei rund zehn Prozent gelegen. Im Gegensatz zu manch anderem Wettbewerber habe die Rasch-Gruppe aber deutlich weniger an Boden verloren. „Die Einbrüche waren bei anderen größer. Wir sind beispielsweise bei unseren Großkunden weiterhin gut positioniert“, so der Firmenchef.

Beschäftigtenzahl liegt weiterhin bei rund 750 Arbeitnehmern

Auch das dürfte ein Grund dafür sein, dass sich die Beschäftigtenzahl in den Produktionsstätten in Bramsche, Polen und der Ukraine sowie in den Vertriebsgesellschaften in England, Frankreich, Russland und China in den vergangenen Jahren kaum verändert habe – und weiterhin insgesamt bei rund 750 Personen liege. Noch nicht eingerechnet hatte Frederik Rasch dabei die Arbeitnehmer im neuen Werk im türkischen Bandirma, das auf einem Joint-Venture mit der Firma Ravena beruhe. Diese Produktionsstätte solle helfen, künftig den Markt am Bosporus und im Mittleren Osten besser zu erschließen.

„In 2018 wird es wohl kein weiteres Schrumpfen geben“, glaubt Rasch beim Blick auf die aktuellen Zahlen, „aber auch keine Gewinne.“ Eine Tariferhöhung für die Beschäftigten zum 1. April um 2,1 Prozent gelte es außerdem zu stemmen. Rasch sieht sein Unternehmen folglich „in einer Zange aus Umsatzrückgängen und Kostensteigerungen“, zudem auch auf der Suche nach neuen Wachstumsmärkten. Der Geschäftsführer betonte, im laufenden Jahr gelte es, „gut zu haushalten“, bei den Investitionen „umsichtig zu sein“, aber am Markt mit gesunder Aggressivität zu agieren. Mit dem Betriebsrat in Bramsche – beim Bilanzgespräch vertreten durch James Syrett – stehe er unterdessen in einem regelmäßigen Dialog, teilte Rasch mit. Auch das sei ihm besonders wichtig.

Gruppen-Umsatz zuletzt offenbar bei 130 Millionen Euro

Konkrete Zahlen für das zurückliegende Jahr 2017 legte der Geschäftsführer beim Treffen mit unserer Redaktion nicht vor. Er ließ jedoch durchblicken, dass die Unternehmensgruppe zuletzt einen Umsatz von rund 130 Millionen Euro verzeichnet haben dürfte. Zum Vergleich: Vor der einsetzenden Krise auf den osteuropäischen Märkten waren Rasch & Co. im Geschäftsjahr 2014 noch mit 161 Millionen Euro taxiert worden. Über Gewinne und Verluste der Gruppe wurde schon damals nichts bekannt. Und heute? „Wir müssen weiter fleißig arbeiten, um den Standort Bramsche fit zu machen und fit zu halten“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter.

Zusammen mit Personalleiter Jörg Bücker ließ Rasch noch offen, wie es weitergehen wird, wenn der momentan noch geltende Haustarifvertrag Ende 2018 ausläuft. Dieser beinhaltet unter anderem seit etwa drei Jahren eine 31,2-Stunden-Arbeitswoche in der Produktion – an vier Tagen. Auf jeden Fall, so Rasch, werde bei einer neuen Vereinbarung gegebenfalls von allen Beteiligten „Flexibilität gefragt“ sein. Noch haben die Gespräche bzw. Verhandlungen über den Kontrakt aber nicht begonnen.