Thema Seniorenarbeit Austausch über das Ehrenamt in Bramsche und Moldawien

Die Chemie stimmte zwischen Gästen und Gastgebern beim Erfahrungsaustausch im Bramscher Rathaus. Foto: Dorit Barz/Stadt BramscheDie Chemie stimmte zwischen Gästen und Gastgebern beim Erfahrungsaustausch im Bramscher Rathaus. Foto: Dorit Barz/Stadt Bramsche

Bramsche. In Begleitung von Mechtild Schröder vom Verein „Help Age“ Deutschland kamen neun Frauen aus Moldawien mit ehrenamtlichen Initiativen aus Bramsche zusammen. Moderiert von Ehrenamtskoordinatorin Maria Stuckenberg, diente das Treffen dem fachlichen Austausch über ehrenamtliche Seniorenarbeit.

Die Gäste nehmen derzeit an einer Informationsreise im Rahmen eines Help Age-Projektes teil, das unter anderem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert wird. In Moldawien unterstützt Help Age ein breit aufgestelltes Projekt, dessen Oberthema Gewalt gegen Frauen und ältere Menschen ist.

Mehrere Nichtregierungsorganisationen in Moldawien sind in das Gesamtprojekt involviert und hatten jetzt die Möglichkeit, Mitarbeitende zum Austausch nach Deutschland zu entsenden. Als Mechtild Schröder, die Help Age Referentin für Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit, um ein Informationstreffen in Bramsche bat, waren nicht nur Ehrenamtskoordinatorin Maria Stuckenberg, sondern auch Vertreterinnen und Vertreter der in Bramsche für Senioren aktiven Freiwilligeninitiativen gern bereit. Das Thema Gewalt gegen und Diskriminierung von älteren Menschen sei auch in unserer Region ein Thema, bei diesem Besuch ginge es jedoch in erster Linie darum, ob und welche Art von ehrenamtlichen Einsätzen es für die älteren Menschen in Bramsche gebe, so Stuckenberg.

Stuckenberg skizzierte die Aktivitäten der in Bramsche für Seniorinnen und Senioren tätigen Initiativen und Vereine – von „Rat und Tat“ und „Freiwilligenforum im Kirchspiel Engter“ über die „Kleinen Hilfen“ in Ueffeln, das Flicken-Café im Bramscher Bahnhof, die Computer-AG für Menschen über 50 und die ehrenamtliche Seniorenbegleitung „Zeit schenken“ bis hin zum Seniorentreff im Alloheim. Auch der Besuchsdienst im Bramscher Krankenhaus und das als Privatinitiative gegründete Projekt „Kultur mobil“ sowie der „Mobile Einkaufswagen“ wurden vorgestellt.

Drei Mitarbeiter der Stadtjugendpflege waren ebenfalls zum Austausch gekommen, da sie unter anderem mit ihrer Fahrradwerkstatt „Radau“ am Flicken-Café beteiligt sind und den generationsübergreifenden Ansatz dieser Initiative zum Ausdruck brachten. Zudem erläuterte Stuckenberg die Tätigkeit des Stadtseniorenrates und wies auf ein neues, gerade im Entstehen befindliches Projekt hin: Die drei Bramscher Senioreneinrichtungen bemühen sich gemeinsam darum, ehrenamtliche Unterstützung für die Freizeitgestaltung ihrer Bewohnerinnen und Bewohner zu gewinnen.

Viel Verbindendes

Im Anschluss entwickelte sich eine von großem gegenseitigem Interesse bestimmte Diskussion über die ehrenamtliche Seniorenarbeit in Moldawien und Bramsche. Stuckenberg hob hervor, dass es „hier bei uns so ist, dass sich die jungen Seniorinnen und Senioren um die Älteren kümmern. Viele der Ehrenamtlichen im sozialen Bereich gehören selbst der älteren Generation an und leisten enorm wichtige Arbeit.“ Die moldawischen Gäste zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt und Fülle des Engagements, konnten gleichzeitig aber ebenso berichten, dass einige der Projekte in ähnlicher Form auch in ihrer Heimat umgesetzt werden: Unterstützung im Haushalt, Besuchsdienste, Einkaufsfahrten und Gelegenheiten zum Kennenlernen und zum Gespräch werden den älteren Menschen dort ebenfalls durch Ehrenamtliche zur Verfügung gestellt.

Zwar spielen der familiäre Zusammenhalt und das Zusammenleben der Generationen in Moldawien wohl noch eine größere Rolle als in Deutschland, doch hat auch dort ein Umbruch begonnen, der dazu führt, dass viele Menschen alleine alt werden: Inzwischen, so wussten die Moldawierinnen zu berichten, arbeiteten 25 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter außerhalb Moldawiens. Damit lebt ein großer Teil einer gesamten Generation außer Landes – und von den eigenen Familien entfernt.

Fazit des gelungenen Austausches: Es gibt offenbar mehr Verbindendes als Gegensätzliches in der ehrenamtlichen Arbeit mit und für Seniorinnen und Senioren in Moldawien und Bramsche.