Schnitt und Pflege Hubert Felhölter kümmert sich in Achmer um alte Obstbäume

Von Judith Perez

Mit einer Baumschnittsäge hat Hubert Felhölter knapp 50 Obstbäume in Form gebracht. Foto: Judith PerezMit einer Baumschnittsäge hat Hubert Felhölter knapp 50 Obstbäume in Form gebracht. Foto: Judith Perez

jup Achmer. Vor einigen Jahren sind in Achmer-Larberge am Zuschlagsweg Obstbäume alter Sorten angepflanzt worden. Da sich niemand fachgerecht um den Schnitt kümmerte, besuchte Hobbygärtner Hubert Felhölter aus Pente in seiner Freizeit ein Seminar und sorgt nun für einen fachgerechten Obstbaumschnitt – alles rein ehrenamtlich.

Hubert Felhölter betrieb in den 1990er-Jahren einen Bio-Laden in Bramsche. Irgendwann setzte er ein Studium drauf und arbeitet seitdem als Sozialarbeiter in Diepholz. Vor zwei Jahren zog es ihn mit seiner Frau zum Spazierengehen in die Natur, genauer gesagt auf das Gelände, das zur Hof-Hasemann-Stiftung in Achmer gehört. Das Paar wollte Äpfel sammeln, um daraus „Äppelwoi“ (Apfelwein) zu machen. „Die Obstbaumpflanzungen sind ausdrücklich für die Allgemeinheit angelegt worden“, erklärt Felhölter. Darauf werde zur Erntezeit auf Schildern hingewiesen.

„Die Äpfel-und Birnenbäume sahen schlimm aus“, erinnert er sich. Die Apfelernte war nur mäßig. Das wollte er ändern. Felhölter suchte das Gespräch mit einem der Gebrüder Hasemann, der schnell sein Einverständnis gab, und besuchte schließlich ein Obstbaumschnittseminar bei einer ortsansässigen Baumschule. „Denn, ich war Laie“, gibt der Sozialarbeiter zu. Dabei lernte er, dass „ein Obstbaum Luft braucht, damit alle Äpfel, innen und außen, zum Reifen ausreichend Licht bekommen“.

Ausgleich zur Schreibtischarbeit

Nach dem Seminar investierte Felhölter außerdem in eine Baumschnittsäge und legte dann gleich los. Von den insgesamt mehr als 50 Obstbäumen, die als Allee angepflanzt wurden, schaffte er im vergangenen Jahr um die 25 Stück. In diesem Jahr kümmerte er sich um den Rest. „Ich brauche so ungefähr eine Stunde pro Baum“, erklärt Felhölter, der auch schon die Kopfweiden am Bühner Bach zurückgeschnitten und daraus in seinem Garten Weidenflechtarbeiten gemacht hat. „Für mich ist es ein schöner Ausgleich zu meiner Schreibtischarbeit“, strahlt der sonst eher zurückhaltende Mann. „Außerdem macht es mir einfach Spaß, mit Dingen aus der Natur etwas zu erschaffen.“

Rein ehrenamtlich

Ganz fertig geworden sei er in diesem Jahr leider nicht. Die Gesundheit spielte nicht so ganz mit. „Nach dem Bundesnaturschutzgesetz beginnt die Sperrfrist für den Obstbaumschnitt nach dem 28. Februar. Dann kommen wieder mehr Sonnenstrahlen, die Vögel werden aktiv und beginnen mit ihrem Nestbau“, so Felhölter. Einen kleinen Aufschub habe er von der Behörde zwar erhalten, aber leider habe die Zeit trotzdem nicht gereicht, alle Bäume in Form zu bringen. Denn Felhölter engagiert sich für die Obstbäume rein ehrenamtlich und in seiner Freizeit, so wie es sich die Stadt Bramsche aktuell bei ihrer Kampagne für Beetpatenschaften wünscht. Und die Freizeit ist begrenzt, da er berufstätig ist. Aber das sei nicht schlimm. „Im nächsten Jahr mache ich den Rest“. Jetzt freue er sich erst einmal auf die nächste Ernte und den „ Äppelwoi“.