Keine neuen Hinweise Bramsche: Waschbären in der Gartenstadt wohl ein Einzelfall

Von Björn Dieckmann

In der Bramscher Gartenstadt sind im vergangenen Jahr Waschbären bei der Nahrungssuche gesehen worden. Dass sie mitten in der Stadt aufgetaucht sind, bereitete Jägern Sorgen. Weitere Sichtungen gab es aber offenbar nicht. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpaIn der Bramscher Gartenstadt sind im vergangenen Jahr Waschbären bei der Nahrungssuche gesehen worden. Dass sie mitten in der Stadt aufgetaucht sind, bereitete Jägern Sorgen. Weitere Sichtungen gab es aber offenbar nicht. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Bramsche. Die Sichtung von Waschbären in der Bramscher Gartenstadt war wohl ein Einzelfall: Nach einer Meldung im Herbst 2017 gab es keine weiteren Hinweise.

Ein Gartenstädter hatte im September mitten in der Nacht Waschbären gesehen, die sich an seiner Biomülltonne zu schaffen machten. Da es dem Bramscher ungewöhnlich vorkam, dass die Tiere sich in einem solch dicht besiedelten Gebiet aufhalten, suchte er Rat bei Kreisjägermeister Martin Meyer Lührmann.

Und der war damals durchaus dankbar für die zügige Meldung. Denn: „Wenn es sich nur um einige wenige Tiere handelt, die im Stadtgebiet sind, dann können wir Jäger noch reagieren“, erklärte er. In anderen Regionen, beispielsweise in Hessen, hätten sich die Waschbären hingegen bereits in großer Zahl derart in urbane Bereiche ausgebreitet, „dass die Tiere auf der Suche nach Nahrung für massive Schäden selbst an Gebäuden sorgen“, so Meyer Lührmann weiter.

Dass es in Bramsche auch zu solchen Folgen durch den Kampf der Tiere um Fressbares kommt, braucht Meyer Lührmann allerdings erst einmal wohl nicht zu befürchten: Auf die erste Meldung vom vergangenen Jahr hin „haben wir keinen einzigen Hinweis auf weitere Vorfälle erhalten“, sagt Matthias Hintz vom Ordnungsamt der Stadt Bramsche, bei dem sich Bürger bei Beobachtungen von Waschbären hätten melden können.

Vorkommen erheblich gestiegen

Nichtsdestotrotz sind die Vorkommen an Waschbären in den vergangenen Jahren in Niedersachsen stark gestiegen und bereiten Jägern Sorgen: Laut Landesjägerschaft gab es 2016 bereits in 43 Prozent aller Reviere Waschbären – zehn Jahre zuvor jedoch nur in 22 Prozent der Revier. Und auch im Landkreis Osnabrück ist die Zahl der gestreckten – also durch Jäger erlegten – Waschbären rasant gewachsen: „170 Tiere waren es 2016. Einige Jahre davor hatten wir mit Waschbären noch kaum zu tun“, so Meyer Lührmann. Ein recht großer Bestand habe sich von Melle aus erweitert. Problematisch sei, dass es sich um eine sogenannte „invasive Art“ handele. Denn Waschbären stammen ursprünglich aus Nordamerika. „Je mehr sich hier das Vorkommen vergrößert, desto mehr nehmen die Waschbären den heimischen Tieren die Lebensgrundlage“, erklärt der Kreisjägermeister.