Aktion „Nimm dir ein Buch“ Kinder und Erwachsene malen im Bramscher Bahnhof

Von Holger Schulze

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Kinder und Erwachsene malen gemeinsam im Bramscher Bahnhof. Foto: Holger SchulzeKinder und Erwachsene malen gemeinsam im Bramscher Bahnhof. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Das Literaturprojekt „Nimm dir ein Buch“ lud am Dienstagvormittag in Kooperation mit der Kunstwerkstatt im Bramscher Bahnhof sieben Mädchen und einen Jungen im Grundschulalter in das dort angesiedelte Atelier ein.

Zu Beginn der Aktion im Rahmen des Literaturprojektes wurde die Erzählung „Herr Eichhorn und der Besucher vom blauen Planeten“ von Sebastian Meschemoser vorgelessen.. Danach hieß es für die Kinder wie für die erwachsenen Künstler, das Gehörte in Bilder umzusetzen.

Die Geschichte handelt von einem Bären, der im Wald von einem seltsamen Wesen verfolgt wird. Dieses Wesen, ein blauer Wellensittich, machte dem großen Bären sogar Angst, weil er annimmt, Außerirdische wollten ihn fangen und auf ihren Planeten entführen. Der Versuch, sich zu verstecken misslang und die „Außerirdischen“ verfolgten ihn, weil sie ihre Eier im Fell des Bären ablegen wollten. Zum Schluss legte sich jedoch die Angst des Bären und die Wellensittiche durften auf dem Bärenkopf bleiben und brüten.

Seit knapp zwei Jahren erhalten acht Vollzeit- und vier Teilzeitkünstler in den hellen und großzügigen Räumen des Bahnhofateliers die Möglichkeit, frei zu arbeiten und sich nach ihren Vorstellungen zu entfalten. Gefördert von der Aktion Mensch und unter dem organisatorischen Dach der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück werden in dieser besonderen Kunstwerkstatt Objekte geschaffen, es wird gemalt, gehäkelt und gestrickt. Und regelmäßig werden die so entstandenen Arbeiten auf Ausstellungen präsentiert.

Die Künstlerin Marion Tischler begleitet im Wechsel mit der Kunsthistorikerin Anette Röhr das Projekt und fördert nach Möglichkeit auch die Zusammenarbeit mit externen Künstlern als wesentlichen Bestandteil der Arbeit,.

„Ich finde es immer spannend, mit Kindern zu arbeiten und ihnen die Möglichkeit zu geben, in das Arbeitsfeld unserer Künstler hineinzuschnuppern und deren Berufsfeld kennenzulernen“, begründete Tischler die Beteiligung der Heilpädagogischen Hilfe am Literaturprojekt. „Die Kinder fanden bereits die Objekte in der Wandelhandel toll und es entstand eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre mit spannenden Arbeitsansätzen. Ferner haben Kinder ja ohnehin die Fähigkeit, sehr frei ans Werk zu gehen, was unserem grundsätzlichen Arbeitsstil entspricht. Hier kann jeder seinen Stil frei entfalten und sich weiterentwickeln, ergänzte sie.“

Für Marianne Pinke-Zimmermann vom Universum e.V. ist es immer ganz wichtig, Kooperationspartner für das Literaturprojekt zu finden. „Es ist schön, wie die Kinder in dieser Werkstatt arbeiten können und wie sie das gehörte Wort in Bildern umsetzen. Die Zusammenarbeit ist sehr harmonisch. Die Künstler sind sehr offen, die Kinder dürfen ihnen über die Schulter gucken und sich Anregungen holen“. Pinke-Zimmermann weiter: „Das Schöne beim Lesen und Zuhören ist ja, dass die Kinder eigene Bilder im Kopf entwickeln, diese Bilder mit eigener Fantasie ergänzen und so in eine eigene Welt abtauchen“.

Michael Liening-Ewert, einer der erwachsenen Künstler, meinte: „Die Kinder sind echt toll. Es macht Spaß mit ihnen und sie sind lustig. Die Bilder sehen sehr schön aus“.

Raumschiff, Bär, Vögel sowie einen Baum mit Eichhörnchen hatte sich Svea von der Geschichte für ihr Bild ausgesucht. „Ich finde das toll, weil ich gerne male. Die erwachsenen Künstler sind nett und können gut malen“, gab die Achtjährige ein Kompliment an ihre großen Künstlerkollegen zurück. Auch dem sechsjährigen Sem gefiel es im Bahnhofatelier sehr gut, „weil man hier viel malen kann. Die großen Künstler sind auch gut, weil sie so gut malen und zeichnen können“.


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