Anlage bereits aufgebaut Bramscher Symbiofilter Blickfang bei LAGA Bad Iburg

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Der Projektleiter der Firma Aqua Light, Helgo Feige (links), und die Botanikerin Maike Stein von der Universität Osnabrück (rechts) stellten (v.l.) Michael Lübbersmann , Annette Niermann und Ursula Stecker das Wirkprinzip des Symbiofilters vor. Foto: WIGOS/Kimberly LübbersmannDer Projektleiter der Firma Aqua Light, Helgo Feige (links), und die Botanikerin Maike Stein von der Universität Osnabrück (rechts) stellten (v.l.) Michael Lübbersmann , Annette Niermann und Ursula Stecker das Wirkprinzip des Symbiofilters vor. Foto: WIGOS/Kimberly Lübbersmann

Bramsche/Bad Iburg. In rund einem Monat wird die Landesgartenschau (LAGA) in Bad Iburg eröffnet, doch schon jetzt konnte eine weitere Besucherattraktion aufgebaut werden. Der Symbiofilter aus Bramsche ist ein lebendiges Filtersystem, das mit Hilfe von sogenannter Entengrütze, Algen und Mikroorganismen Wasser und Luft reinigen kann.

„Ich bin stolz, dass wir diese Innovation hier auf der LAGA zeigen können: Der Symbiofilter ist nicht nur ein visueller Blickfang, sondern passt perfekt in unser Konzept, dass die Themen Wasser, Natur und Umwelt in vielfältigen Aspekten verbindet“, so Bürgermeisterin Annette Niermann. Sie nahm jetzt gemeinsam mit Landrat Dr. Michael Lübbersmann und LAGA-Geschäftsführerin Ursula Stecker den Filter an seinem Standort an der Holperdorper Straße in Augenschein.

Saubere Luft

Der von der Aqua Light GmbH in Bramsche und dem Physiker Prof. Dr. Hilmar Franke entwickelte Symbiofilter klärt Abwasser und Luft mit Hilfe von Mikroorganismen und verschiedenen Wasserpflanzen, darunter die Entengrütze genannten Wasserlinsen. In Bad Iburg geht es schwerpunktmäßig um die Reinigung von Luft, erläuterte Helgo Feige, der als Projektmanager die Entwicklung des Symbiofilters bei Aqua Light leitet: „In einem zylinderförmigen Luftwäscher, der Abgase vom nahegelegenen Verkehrskreisel ansaugt, wird mit Mikroorganismen angereichertes Wasser versprüht,“ beschrieb der Diplom-Biologe. „Die so aus der Luft gewaschenen Schad- und Geruchsstoffe werden dann in ein Kaskadensystem transparenter Becken geleitet, in dem Wasserlinsen und Mikroorganismen kultiviert werden.“ Die Anfangskulturen der Pflanzen vermehren sich schnell und „fressen“ dabei die Schadstoffe aus dem Wasser. Die so entstehende üppige grüne Flora wird dann regelmäßig von der Wasseroberfläche abgeschöpft:

Verwertung als Dünger

„Die Wasserlinsen und Mikroorganismen können anschließend je nach Inhaltsstoffen entweder entsorgt oder etwa als Dünger verwertet werden“, skizzierte Maike Stein weiter. Sie gewährleistet mit ihren Kollegen von der Universität Osnabrück die akademische Begleitung des durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) geförderten Projektes und war als wissenschaftliche Mitarbeiterin von Beginn an dabei. „Wir haben beispielsweise gemeinsam nach der idealen Kombination von Mikroorganismen gesucht, um möglichst viele Schadstoffe aus dem Wasser herauszufiltern“, erklärte die Botanikerin.

Attraktiver Baustein

Ursula Stecker freute sich, dass mit dem Symbiofilter nun ein weiterer attraktiver Baustein im Bereich Umweltbildung die LAGA bereichere. „Auch die räumliche Nähe zum Baumwipfelpfad mit dem grünen Klassenzimmer als umweltpädagogisches Angebot passt hier ganz hervorragend“, sagte die Geschäftsführerin. Sie könne sich sehr gut vorstellen, dass diese grüne Technologie gerade auch für junge Menschen spannend ist. Begeistert zeigte sich auch Landrat Lübbersmann. Er sieht großes Potenzial der innovativen Technologie für die Landwirtschaft: „Der Symbiofilter könnte künftig einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, etwa die Emissionsprobleme großer Stallanlagen in den Griff zu bekommen“, zeigte sich der Landrat überzeugt.


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