TuS: Wichtiger Schritt Bramscher Handballer festigen in Osnabrück Platz zwei

Von Andreas Schüßler

Im starken Abwehrverbund der Gäste packt Marcel Golchert (Zweiter von links) gegen HSG-Akteur Christian Bolte feste zu. Foto: Moritz FrankenbergIm starken Abwehrverbund der Gäste packt Marcel Golchert (Zweiter von links) gegen HSG-Akteur Christian Bolte feste zu. Foto: Moritz Frankenberg

Bramsche. Im Spitzenspiel der Landesliga Weser-Ems haben die Handballer des TuS Bramsche bei der HSG Osnabrück einen souveränen 20:32-Erfolg eingefahren und damit Platz zwei gefestigt.

Bereits beim Aufwärmen zeigten die Bramscher durch ihre Körpersprache eine hohe Fokussierung auf das bevorstehende Spiel. Dieser Eindruck festigte sich dann nach dem Anwurf recht schnell.

Im ersten Angriff erzielte Linus Kruse durch einen Rückraumwurf das 1:0. Beim Gegenzug der Osnabrücker verloren die Hausherren den Ballbesitz dann durch einen Fehlpass ins Aus. Anschließend guckte Kruse den HSG-Keeper aus und brachte so den Ball zum 2:0 im Netz unter. Auch das 3:0 erzielt er per Tempogegenstoß, nachdem die TuS-Defensive den Ball gewonnen hatte.

TuS setzt sich ab

Obwohl Alexander Brockmeyer kurz darauf noch einen Siebenmeter vergab, waren die Offensivaktionen des TuS jederzeit zwingend. Da auch die Defensive vor dem starken Schlussmann Kai Golchert konzentriert mitarbeitete, ging die Anfangsphase klar an die Gäste. So stand es nach gut zehn Minuten bereits 5:1.

HSG-Trainer Timm Dietrich reagierte beim Stand von 7:2 für Bramsche mit dem Griff zur Timeout-Karte. In der Auszeit nahm er einige Defensivumstellungen vor. Zwar gelang dem Osnabrücker Mirco Wolter dann tatsächlich das 3:7, doch im Anschluss erhöhten die Gäste bis auf 11:3.

Erst jetzt ließen die drittplatzierten Osnabrücker ihre gewohnte Qualität erkennen. In einer starken Phase verkürzte man bis auf 7:11, sodass es eine Zeit lang doch noch nach dem vorab erwartet engen Spitzenspiel aussah.

„Wir haben in dieser Phase einige gute Bälle vergeben. Bei einem Gegner mit dieser Qualität ist klar, dass man dann Gegentore bekommt“, erklärte TuS-Trainer Maik Podszuweit nach dem Spiel.

Auch die Bramscher nahmen sich nun eine Auszeit, stabilisierten sich danach aber wieder. Eine Sekunde vor der Halbzeit erhielten die Gastgeber einen Freiwurf zugesprochen. Regelentsprechend musste diese Aktion auch bei Ablaufen der Spielzeit noch ausgeführt werden. Der Wurf prallte in der Mauer aber an Björn Engler ab. „Dass wir diesen letzten Treffer direkt vor der Pause nicht mehr bekommen haben, war für die Moral sehr wichtig“, glaubt Podszuweit.

So konnten sich die Hasestädter mit einer 13:9-Führung im Rücken in der Halbzeit neu einstellen. Dies übernahm federführend Spielertrainer Christoph Müller in einer emotionalen Ansprache.

Golchert stark

Entsprechend zeigte das TuS-Team wieder die Körpersprache vom Spielbeginn und erhöhte ohne Gegentor auf 20:9. Dies geschah durch eine Reihe von Tempogegenstößen. Außerdem entschied Golchert im Tor einige Eins-gegen-Eins-Duelle für sich und konnte auch einen Strafwurf parieren. Osnabrück wechselte dann seinen Siebenmeterschützen. Robin Junghans übernahm diese Aufgabe und erzielte dadurch das 10:20 (40.). Bis zum Ende verwandelte er alle HSG-Strafwürfe souverän.

Die Hausherren verkürzten den Rückstand nun auf sieben Treffer (13:20). Je weiter die verbleibende Spielzeit ablief, desto mehr agierten die beiden Teams mit offenem Visiert. Weil die Unparteiischen eine recht strenge Spielauslegung wählten, führte dies auf beiden Seiten zu einigen Zeitstrafen.

Beide Teams nutzten die dadurch entstehenden Lücken zu Toren, wodurch der deutliche Bramscher Vorsprung erhalten blieb und sogar noch etwas ausgebaut wurde. Zu einem kleinen Kuriosum kam es in der 49. Minute: Da die Gastgeber keinen Wischer bereitstellten, um das Spielfeld vom Schweiß der Spieler zu reinigen, und damit Verletzungen durch Rutschen zu vermeiden, verhängten die Schiedsrichter eine Zeitstrafe gegen Trainer Dietrich.

Dank an die Fans

Als der TuS-Sieg (28:18) so gut wie feststand, wechselten die Hasestädter etwas durch, wodurch einige Talente aus dem großen Kader Spielpraxis erhielten. In der letzten Spielminute erhoben sich schließlich die Bramscher Anhänger, die ein Drittel der Zuschauer in der OSC-Halle stellten, um mit ihrem Team den überzeugenden 32:20- Auswärtssieg zu feiern. Routinier Engler betonte: „Den Sieg haben wir auch der großartigen Unterstützung unserer Fans zu verdanken.“

Die HSG präsentierte sich als fairer Verlierer und ließ dem TuS per Hallensprecher zum Sieg gratulieren. Müller zeigte sich euphorisch: „Das es ein solches Spiel wird, damit konnte keiner rechnen. Wir haben durch die Bank weg eine tolle Leistung gezeigt. Jetzt haben wir eine richtig gute Ausgangslage und können mit dieser die letzten schweren Spiele angehen.“

Für den TuS spielten: Linus Kruse 9 Tore, Julian Göcke 6, Marcel Golchert 4, Christoph Müller 4, Christian Bergmann 2, Alexander Brockmeyer 2, Björn Engler 2, Marc Clausing 1, Lars Meyer 1, Michel Ortland 1, Hendrik Buttke, Marko Klein Helmkamp, Guido Kroll sowie Kai Golchert (TW).