Serie Gesund leben Bramscher Krankenhaus mit wechselvoller Geschichte

Von Heiner Beinke


Bramsche. Mit der Gründung der „Krankenhaus-Commission“ beginnt im Jahr 1872 die Geschichte des Krankenhauses in Bramsche. In der wechselvollen Geschichte ist es an verschiedenen Standorten langsam die Hase flussaufwärts gewandert.

„Als Folge der Blatternkrankheit bauten und finanzierten Bramscher Bürger an der Hasestraße ein Kranken- und Pflegehaus“, schreibt der Bramscher Heimatforscher Alfred Gottlieb in seinem Buch „Bramsche zwischen Vergangenheit und Moderne“. In einem anderen Buch aus seinem Verlag wird aus einem Bericht des damaligen Senators K. Philipson zitiert, der die Vorgeschichte etwas detaillierter beleuchtet. Danach haben in den Jahren 1865 und 1871 die Witwe des Färbers Breitenbach und der Kaufmann Herm. Piesbergen jeweils 3000 Mark „zur Erbauung eines Krankenhauses dem Magistrat zu Bramsche gezahlt“.

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Im Jahr 1872 traten dann „aus Anlass einer Blatternkrankheit verschiedene Bürger zusammen und erließen einen öffentlichen Aufruf um fernere freiwillige Gaben zur Errichtung eines Krankenhauses. Es währte auch nicht lange, so kamen von allen Bramschern, welche im Ausland, in Amerika, in Holland sowie in Deutschland wohnten, zirka 3000 Mark,“ heißt es in dem Bericht des Senators. In Bramsche selbst wurden „7654 Mark gezeichnet, so daß man im April 1872 zum Ankauf des Weißgerber Bergmannschen Hauses schreiten konnte.“

Da das Haus „eine gute Lage und einen großen Garten“ hatte, konnten Krankensäle angebaut werden. Es fehlte aber zunächst an geeignetem Personal, bis es der „Krankenhaus-Commission“ 1887 gelang, eine Diakonissin aus dem Henriettenstift zu Hannover zur Pflege der Kranken zu verpflichten. „Unter einer solchen kundigen Leitung wurde der Andrang der Kranken, die früher oft zum Krankenhaus in Osnabrück geschafft wurden, bald sehr groß,“, schrieb Senator Philipson.

So schritt man 1899 bereits zum zweiten Anbau mit Privatzimmern und einer Badeeinrichtung. 1921 kauft der Verein das im Jahr 1913 errichtete Ledigenheim an der Hasestraße dazu und baut es um. Dieses schmucke Gebäude dient heute als Rathaus. Weil der Platz schon bald wieder knapp wird, kommt zeitweilig ein zweiter Standort an der Osnabrücker Straße hinzu. In diesem Gebäude ist heute die Polizei zu Hause.

Im Jahr 1951 wird ein Neubau an der Hasestraße 18 bezogen, der später als Schwesternheim und Verwaltungs-Nebenstelle der Stadt dienen wird, bevor das Haus abgerissen wird. Dort steht heute eine Facharztpraxis

Im Jahr 1961 findet das Krankenhaus in unmittelbarer Nachbarschaft seinen endgültigen Standort. Immer wieder gibt es hier Erweiterungen, etwa um den Funktionstrakt, dessen erster Abschnitt im Jahr 1978 eingeweiht wird. Im Juli 1998 werden zwei neue Anbauten mit einem Gesamtbauvolumen von fünf Millionen DM eingeweiht.

Das nächste Bauprojekt hätte bereits beginnen sollen: Im Februar sollte eigentlich die 15,5 Millionen Euro teure Sanierung der heutigen Niels-Stensen-Kliniken beginnen. Doch das Projekt musste neu ausgeschrieben werden und soll nun im Juni starten.