Bunter Mix in der „Alten Post“ Bramscher Kneipenkultur mit Whisky und Musik

Von Holger Schulze


Bramsche. Internationale Folkmusik, Schunkellieder und Kuschelsongs. aktuelle Titel aus den Charts, Irischer Whiskey, eine britische Sängerin sowie ein Akkordeonspieler aus Deutschland: Dieser bunte Mix unterhielt am Freitagabend das Publikum in der „Alten Post“, wo das Bramscher Kneipenkult(o)urprogramm seinen nächsten Stopp einlegte.

Kelsey Klamath und Peter Jureit, ihr Begleiter an Schlagwerk und Schifferklavier, zeichneten für den musikalischen Part verantwortlich. Brian McSheffrey als Initiator des „Whisky Tastings“ füllte die Gläser mit zehn verschiedenen Whiskeysorten aus Irland und gab sein Kennerwissen an die 25 Teilnehmer dieser Verkostung von hochprozentigem „Wasser des Lebens“, so die blumige Übersetzung ins Deutsche, weiter.

Dazu wurden Flaschen der Preiskategorien von 24 Euro bis hin zu fast fünfzig Euro pro Flasche ausgeschenkt. Aromen nach Melone, Zitrus, Trockenfrüchten, Vanille, Pfeffer oder Nelken entfalteten während zwei Probierrunden ihren Geschmack und Geruch, hinterließen leicht ölige, süße, leicht an Minze oder geröstetem Malz erinnernde Noten und verließen die Geschmackssensoren je nach Sorte mit einem mal torfig-rauchigem, mal geschmeidigem oder einem schlicht als bombastisch beschriebenen Nachklang.

Balladen

Irgendwo zwischen geschmeidig und bombastisch lässt sich auch die Stimme von Kelsey Klamath einordnen. Mit getragene Balladen, dem flotter als vom Original aufgespielten Hit „This is the Life“ von Amy McDonald oder einem Kuschelsongs, der auch ohne Whiskeywärme geeignet war, die Herzen der Zuhörer auf Temperatur zu bringen, bestritten die Sängerin und ihr Begleiter den ersten von insgesamt drei Programmabschnitten.

Kelsey Klamath und Peter Jureit sind Vollblut- und Berufsmusiker, die sich auch ohne festgelegte Programmabfolge verstehen. „Follow me“ war eine gelegentlich verwendete Ansage des nächsten Titels in der duointernen Kommunikation, mit der die Sängerin ihren Partner zunächst im Unklaren ließ, was als nächstes von ihr gespielt werden würde. Doch auch solche Herausforderungen gelangen Peter Jureit dank seiner langjährigen Erfahrung an den Instrumenten im wahrsten Sinne des Wortes spielend.

Kelsey Klamath sang mit ihrer frischen, klaren Stimme überwiegend Songs, die die einsamen, monotonen Nachtfahrten eines Truckers auf der Autobahn erträglich machen. Auch wenn das Repertoire ganz überwiegend aus bekannten Hits der 1960 er bis 1980 er Jahre bestand, verstanden es die beiden Musiker dennoch souverän, den jeweiligen Songs ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken.

Das farbige Zusammenspiel der beiden, die abwechslungsreichen Tempi, die variable Stimme der Sängerin und insgesamt das akzentuierte Klangbild boten beste Unterhaltung. Auf dem Akkordeon von Peter Jureit stand der Firmenname Fröhlich, und genau so hörte sich der Sound an, den das Duo am Freitagabend in der Alten Post verbreitete.

Whiskysongs

„Ihr seht alle so glücklich aus und habt an den Backen Farbe bekommen“, merkte Kelsey Klamath nach der ersten „Whisky Tasting“-Runde bei der Rückkehr des Publikums an und passte flugs den weiteren Programmverlauf der jetzt vom Whiskey angeglühten Stimmung im Zuhörerraum an. So waren im zweiten Abschnitt des Konzertes Titel wie „Boat on the River“, „My Bonny is over the Ocean“, „Mrs Robinson“ oder „What shall we do with the drunken sailor“ das Mittel der Wahl, um erfolgreich die Zuhörer zum Mitsingen, Klatschen sowie zum Schunkeln zu animieren.

Schunkellied

Nach dem weiteren Tasting der Whiskeysorten sechs bis zehn wurde schließlich auch der Tisch direkt vor den Künstlern besetzt und das Schunkellied „An der Nordseeküste“, von Kelsey Klamath auf Denglisch vorgetragen, in erkennbar aufgelockerter Stimmung vom Publikum mitintoniert.

Das Abschlusskonzert der Kneipenkultur 2018 wird am Samstag, 14. April, im „Spritzenhaus“ zu erleben sein. Hier spielen ab 20 Uhr „Kruse und Blanke“.