Angebot bis 2019 verlängert Bramscher Nachtbus bleibt vorerst erhalten

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Auch zweieinhalb Jahre nach der Einführung ist die Linie N66 nicht auf den Fahrplan-Aushängen zu finden, zumindest nicht in Bramsche-Zentrum. Foto: Björn DieckmannAuch zweieinhalb Jahre nach der Einführung ist die Linie N66 nicht auf den Fahrplan-Aushängen zu finden, zumindest nicht in Bramsche-Zentrum. Foto: Björn Dieckmann

Bramsche. Der Bramscher Nachtbus wird bis mindestens 2019 angeboten. Das hat der Stadtrats-Ausschuss für Stadtentwicklung entschieden.

2016 hatte die im September 2015 eingerichtete und von der Stadt Bramsche finanzierte Linie N66 noch 633 Fahrgäste, 2017 nur noch 154. 2016 hatte die im September 2015 eingerichtete und von der Stadt Bramsche finanzierte Linie N66 noch 633 Fahrgäste, 2017 nur noch 154. Dennoch soll das Angebot über die ursprünglich vereinbarte dreijährige Erprobungsphase hinaus mindestens bis zum Sommer 2019 beibehalten und in den Haushaltsplanberatungen für das kommende Jahr über eine Weiterführung diskutiert werden. Diesem Vorschlag der Stadtverwaltung folgte der Stadtentwicklungs-Ausschuss in einer Sitzung am Donnerstag bei einer Gegenstimme von Anette Staas-Niemeyer (FDP).

Die vorliegenden Zahlen allerdings sorgten für Ernüchterung im Ausschuss: „Erschreckend“ fand Barbara Pöppe (Bündnis 90/Die Grünen) die Resonanz. Aber es sei dennoch sinnvoll, den Nachtbus zunächst weiter fahren zu lassen. „Wenn wir ihn abschaffen, bestrafen wir diejenigen, die ihn nutzen“, meinte Pöppe. Das Angebot solle ihrer Meinung nach allerdings umstrukturiert werden.

Mehr Werbung gefordert

Auch Andreas Quebbemann (CDU) nannte die Fahrgastzahlen „enttäuschend“. Der Nachtbus, so glaubt er, sei kaum bekannt – „das ist das Problem“. Dennoch gelte es die N66 aufrecht zu erhalten, „da es hier in Bramsche kein Angebot an Diskotheken für junge Leute gibt “, wie Quebbemann meinte. Es müsse allerdings „dringend erheblich mehr Werbung“ für die Linie gemacht werden, wünschte er sich.

Bernhard Rohe (Die Linke) räumte selbstkritisch ein, dass der Nachtbus „auch von uns selbst zu wenig beworben worden“ sei: „ Wir haben beschlossen, es zu bezahlen, und dann den Sack zugemacht“, sagte er. Rohe sprach sich ebenfalls für den Vorschlag der Stadtverwaltung aus, den Vertrag mit den Busunternehmen nicht zu kündigen, wodurch er sich ab August um ein Jahr verlängert. Durch mehr Werbung lasse sich eventuell wieder eine Verbesserung bei den Fahrgastzahlen erreichen. Und vielleicht veranlasse ein mögliches Dieselfahrverbot den ein oder anderen noch, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, so Rohe.

Andere Fahrzeiten?

Oliver Neils erklärte für die SPD-Fraktion ebenfalls Zustimmung zum Vorschlag der Stadtverwaltung. Er regte an, darüber nachzudenken, ob die früheste Verbindung der N66 überhaupt nötig sei. „23 Uhr“, meinte Neils, „da fährt auch noch die Nordwestbahn“ – die aber im Gegensatz zum Nachtbus nicht die Ortsteile ansteuere, wie Andreas Quebbemann entgegnete. Er regte vielmehr an, die letzte Fahrt von Osnabrück aus von 4 Uhr nachts auf 3 Uhr vorzuziehen. Begründung: „Statt 4 Uhr in den Bus zu steigen, bleiben manche lieber noch eine Stunde länger in Osnabrück und nehmen dann den ersten Zug.“

Über die einhellige Meinung, den Nachtbus überhaupt beizubehalten, wunderte sich indes Anette Staas-Niemeyer (FDP). Nach ihrer Erfahrung würden viele Bramscher den Nachtbus sehr wohl kennen, widersprach sie anderslautenden Äußerungen im Ausschuss. „Aber sie nutzen ihn eben nicht“, so Staas-Niemeyer weiter. Sie fragte: „Wir haben belastbare Zahlen und stimmen trotzdem nicht entsprechend ab?“ Aus ihrer Sicht komme das einer „Verschwendung von Steuermitteln“ gleich.

Mit ihrer Meinung stand Staas-Niemeyer aber alleine da. Letztlich sprach sich auch Bürgermeister Heiner Pahlmann (SPD) dafür aus, den Nachtbus beizubehalten. Ob mehr Werbung etwas bringe, da sei er sich allerdings nicht so sicher. Noch 2016 seien die Fahrgastzahlen ja ganz ordentlich gewesen, beispielsweise im Dezember 2016 mit fast 90 verkauften Einzelfahrscheinen. „Wer da mitgefahren ist, der hat ja danach nicht vergessen, dass es den Nachtbus gibt. Der nutzt ihn aus anderen Gründen nicht mehr.“


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