Industrie- und Gewerbegebiet Bramsche: Planungen zum „Eiker Esch“ gehen weiter

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Weitere Gewerbe- und Industrieflächen sollen in Schleptrup entstehen. Der Bramscher Stadtrats-Ausschuss hat den Planungen mit knapper Mehrheit zugestimmt. Symbolfoto: Jens Wolf/dpaWeitere Gewerbe- und Industrieflächen sollen in Schleptrup entstehen. Der Bramscher Stadtrats-Ausschuss hat den Planungen mit knapper Mehrheit zugestimmt. Symbolfoto: Jens Wolf/dpa

Bramsche. Der Stadtrats-Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt in Bramsche hat „grünes Licht“ dafür gegeben, die Planungen für das Industrie- und Gewerbegebiet „Eiker Esch“ weiter zu verfolgen.

In einer Sitzung am Donnerstagabend stimmte der Ausschuss der Auslegung zur Änderung des Flächennutzungsplans und der Auslegung des Bebauungsplans Nr. 164 für das Industrie- und Gewerbegebiet mit den sechs Stimmen der SPD und FDP zu. Barbara Pöppe (Die Grünen) und Bernhard Rohe (Linke) stimmten gegen das Vorhaben, die CDU-Fraktion enthielt sich.

Der Fachausschuss setzte sich über das Votum des Ortsrats Schleptrup hinweg, der sich am Dienstag einstimmig gegen die weitere Bauleitplanung ausgesprochen hatte. Anette Staas-Niemeyer (FDP) meinte dazu, sie könne die Bedenken vor Ort zwar gut verstehen. Aufgabe des Stadtrats und seiner Ausschüsse sei es aber, „die gesamte Stadt im Blick zu haben.“ Dem pflichtete Oliver Neils für die SPD-Fraktion bei. Er meinte, es sei im bisherigen Verfahren „eine gute Grundlage geschaffen worden, um weiter arbeiten zu können.“ Neils betonte, er sei „selten oder noch nie in so einem engen Dialog mit den betroffenen Bürgern gewesen.“ Mit den Bedenken der Schleptruper umzugehen, sei „Aufgabe der weiteren Beratungen“ zu dem Thema. Das künftige Industrie- und Gewerbegebiet werde dazu beitragen, „die freiwilligen Leistungen der Stadt zu sichern, die das Leben hier lebenswert machen“, meinte Neils und nannte unter anderem die Stadtbücherei und das Tuchmacher-Museum.

Grüne und Linke dagegen

Barbara Pöppe (Bündnis 90/Die Grünen) erklärte, sie wolle sich „dem Mainstream entgegenstellen, immer mehr Gewerbeflächen zu schaffen.“ Bramsche sei schließlich „nicht unendlich groß.“ Außerdem erkenne sie auch keine Dringlichkeit für das Vorhaben: „Auf die Frage, ob denn schon Firmen mit den Hufen scharren, habe ich keine Antwort bekommen“, so Pöppe. Baudirektor Hartmut Greife antwortete dazu, eine gezielte Vermarktung der Flächen sei erst möglich, wenn die Stadt Grundeigentum erworben habe, die Preise festgelegt und der Bebauungsplan endgültig beschlossen sei.

Auch Bernhard Rohe (Die Linke) bekundete Zweifel, ob es richtig sei, immer neue Gewerbeflächen auszuweisen. Man müsse ja „nicht streiten: Das Gebiet ist attraktiv“, räumte Rohe im Hinblick auf das „Eiker Esch“ ein. „Aber was ist“, so fragte er, „wenn dann der nächste und der übernächste Interessent kommt? Bauen wir dann nach und nach alles zu?“

Die Enthaltung der CDU-Fraktion begründete Andreas Quebbemann: Man sei zwar der Meinung, „dass wir Gewerbeflächen vorhalten müssen“, sagte er. Aber die Zeit, die sich die Stadtverwaltung für die Bearbeitung der Sitzungsvorlage und der Abwägung der bislang eingegangenen Stellungnahmen der „Träger öffentlicher Belange“ gelassen habe, „steht in keinem Verhältnis zu dem, was uns ehrenamtlichen Politikern zugemutet wird. Das ist nicht vertretbar.“ Quebbemann griff damit die Kritik aus dem Ortsrat Schleptrup auf. Dort war der Stadtverwaltung von CDU und Grünen vorgeworfen worden, die Kommunalpolitiker hätten die erforderlichen Unterlagen zu spät bekommen, um sich vor der Sitzung eingehend damit befassen zu können. Auch Barbara Pöppe hatte das zu Beginn der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses moniert. Ihr Antrag, die Beratung zum „Eiker Esch“ von der Tagesordnung zu nehmen, fand aber keine Mehrheit.


Das „Eiker Esch“ liegt direkt neben dem bestehenden Industrie- und Gewerbegebiet, in dem derzeit die Firmen Amazone und Elos bauen. Im Gebiet Eiker Esch soll auf bisher landwirtschaftlichen Flächen ein Gebiet in einer Größe von insgesamt rund 17,4 Hektar ausgewiesen werden, das auf etwas mehr als zehn Hektar bebaut werden könnte. Der nördliche Teil des Areals soll als Industriegebiet ausgewiesen werden, der Rest als Gewerbegebiet. Die Zufahrt soll über die schon bestehende Einfahrt von der B218 durch das benachbarte Industrie- und Gewerbegebiet führen. Die wegen der Flächenversiegelung im Eiker Esch notwendig werdenden Ausgleichsmaßnahmen werden zum Teil im künftigen Gebiet selbst durch Begrünung erfolgen, ansonsten über das städtische Wegerandstreifenprogramm in den Ortsteilen Ueffeln-Balkum, Engter und Sögeln. Flächen in Schleptrup sind aktuell nicht vorhanden.

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