Aufführung im Greselius-Gymnasium Bramscher Theater-AG überzeugt sogar Fachleute

Von Lina Kruse

Ein ernstes Thema getarnt mit jeder Menge Spaß präsentierte die Theater-AG des Greselius-Gymnasiums Bramsche. Foto: Lina KruseEin ernstes Thema getarnt mit jeder Menge Spaß präsentierte die Theater-AG des Greselius-Gymnasiums Bramsche. Foto: Lina Kruse

Bramsche. Ein ernstes Thema getarnt mit jeder Menge Spaß präsentierte die Theater-AG des Greselius-Gymnasiums bei ihrer diesjährigen Aufführung. „Am achten Tag schuf der Mensch den Menschen“ ist eine Art Science-Fiction-Krimi.

Die Schüler des Greselius-Gymnasium führten die Zuschauer in eine Welt voller beklemmender Zukunftsszenarien. Eine Welt, in der Menschen perfekt normiert worden sind und sich klonen lassen können. In der es weder natürliche Flora noch Fauna zu geben scheint und alle nach der Optimierung ihrer Gene streben.

In dieser Welt treiben sich nichtsdestotrotz jede Menge zweifelhafte Charaktere umher und begeben sich auf die Suche nach Antworten auf rätselhafte Vorkommen. Von den Schauspielerinnen und Schauspielern zum Leben erweckt werden ein Detektiv mit Alkoholproblem, eine Kommissarin, die sich über das Ausbleiben von Verbrechen ärgert und eine verrückte Wissenschaftlerin, die einige Morde auf dem Gewissen zu haben scheint. Doch nicht nur die großen Figuren polarisieren in diesem Stück. Vor allem Details der gezeigten Lebenswelt erschrecken. Von Hormonen im Trinkwasser ist die Rede, von Klonen auf dem Mond, die für die Menschen emotionslos Arbeit verrichten und von der Unterdrückung jeglicher starker Gefühle durch sogenannte „Wohlfühlkaugummis“.

Zum Nachdenken angeregt

Insgesamt zeigt sich ein Stück, das kurzweilig, lustig und spannend ist und nebenbei zum Nachdenken anregt. So beschreibt auch Anna-Isabel Renard, neben Sabine Neudorf-Stoltenberg langjährige Leiterin der Theater-AG, ihren Eindruck. „Wir wollten gerne ein leichtes Stück, da wir viele neue Mitglieder dabei haben“, erklärt sie die Entscheidung für das von Bernd Klaus Jerofke geschriebene Theaterstück. Allerdings ließen sich die Schüler und ihre Leiterinnen einiges einfallen, um alle gelungen einzubinden. So wurden Szenen ergänzt und ganz neue Rollen hinzugefügt. Nachdem in den letzten Jahren schon einige Stücke selber geschrieben worden waren, sind die AG-Mitglieder kleine Profis. Von außen ist kaum zu unterscheiden, welche Szene aus wessen Feder stammt.

Es scheint, als trage hier jeder seinen Teil bei und die Theater-AG habe es geschafft, sich auch in diesem Jahr wieder zu erneuern. Die Jungschauspieler legten ein gutes Debüt hin und die alten Hasen, die kurz vor dem Abitur stehen, einen gelungen Abschied.

Renard ist zufrieden mit der Leistung ihrer 23 Zöglinge. „Vor allem die Schlussszene war schauspielerisch sehr schwierig und ist mein persönliches kleines Highlight“, so die Lehrerin. Doch neben Kunstbluteinlagen und wilden Schießereien trug vor allem die Technik ihren Teil zu der gelungenen Aufführung bei. Bei all dem Engagement sind dann kleine Fehler und Pannen auch egal. „Die vielen Lacher entschädigen“, sind sich die beiden Lehrerinnen einig.

Sprachliche Qualität

Doch nicht nur vom Publikum gibt es an diesem Abend viel Applaus. Ein besonderes Lob für Präzision und sprachliche Qualität kam auch von dem „Fachverband Schultheater – Darestellendes Spiel Niedersachsen“ (NiST). Der Verband lud die Gruppe des Greselius-Gymnasiums zu den im kommenden Juni stattfindenden niedersächsischen Theatertagen. Dort werden sich die Schülerinnen und Schüler vor einer Fachjury behaupten dürfen und ihr Stück präsentieren.