Schreiben des Wasserverbands Engteraner weiter unzufrieden wegen Chlorgeruch im Wasser

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Das Trinkwasser riecht bei einigen Engteranern nach Chlor. Mit der Reaktion des Wasserverbands Bersenbrück sind Betroffene unzufrieden. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpaDas Trinkwasser riecht bei einigen Engteranern nach Chlor. Mit der Reaktion des Wasserverbands Bersenbrück sind Betroffene unzufrieden. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Engter. Auf die Beschwerden aus Engter wegen Chlor-Geruchs im Trinkwasser hat jetzt der Wasserverband Bersenbrück mit einem Schreiben reagiert. Die Wogen geglättet haben sich dadurch aber nicht.

In dem Brief erläutert Wasserverbands-Geschäftsführer Ralph-Erik Schaffert, dem Trinkwasser des Wasserwerks Engter werde „aus Sicherheitsgründen und auf Anordnung“ des Gesundheitsdienstes für Stadt und Landkreis Osnabrück Chlordioxid zur Desinfektion zugegeben. Dies geschehe, so betont Schaffert, „im zulässigen Rahmen der Trinkwasserverordnung“. Der Geschäftsführer versichert zudem, es handele sich um eine „rein vorsorgliche Desinfektion“, das Trinkwasser sei keimfrei und könne „zu jeder Zeit gesundheitlich völlig unbedenklich konsumiert werden.“

Ausführlich erklärt Schaffert auch, die Zugabe von Chlordioxid sei notwendig wegen der Untergrundverhältnisse im Wassergewinnungsgebiet von Engter. Dort sei der Untergrund „von Natur aus felsig. Er besteht aus sogenanntem Kluftgestein. Die zahlreichen Klüfte lassen besonders bei Starkregen das Wasser die Bodenpassagen schneller passieren, so dass die natürliche Filterfunktion des Bodens unter Umständen nicht ausreicht“, heißt es. Schaffert schreibt weiter, er verstehe „Ihre Verärgerung über die wahrnehmbare Geruchsbelästigung“. Der Wasserverband bespreche derzeit „in Kooperation mit dem Gesundheitsdienst verfahrenstechnische Lösungsmöglichkeiten“, die Abhilfe schaffen könnten.“

„Über Schließung nachdenken“

Von dem Chlorgeruch im Trinkwasser betroffene Engteraner begrüßten in der jüngsten gemeinsamen Sitzung der Kirchspiel-Ortsräte zwar, dass der Wasserverband nun reagiere „und nicht immer so tut, als würden sich nur Einzelne beschweren“, wie eine Einwohnerin meinte. Das Schreiben werfe aber mehr Fragen auf, als es Antworten liefere. Wenn die geologischen Bedingungen so schlecht seien, dass man vorsorglich chloren müsse, solle man doch über eine Schließung des Brunnens nachdenken. Außerdem sei es so, dass man das Chlordioxid nur rieche, wenn es mit etwas anderem im Wasser reagiere. „Da würde uns doch sehr interessieren, was das ist“, hieß es.

Bramsches Erster Stadtrat Ulrich Willems sagte in der Sitzung der Kirchspiel-Ortsräte, es gebe seitens des Wasserverbands sicherlich die Bereitschaft, zu einer der nächsten Ortsrats-Sitzungen in Engter zu kommen. Ernst-August Rothert (CDU), Ortsrats-Mitglied in Engter und auch Vorstandsmitglied im Wasserverband, wusste dazu zu berichten, Geschäftsführer Schaffert „wäre gerne schon heute zu dieser Sitzung gekommen. Er hat aber keine Einladung erhalten.“ Grund: Das Thema stand nicht auf der offiziellen Tagesordnung, sondern wurde in der Einwohnerfragestunde angesprochen.


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