Serie „Gesund leben“ Bramscher erstellt Defibrillatoren-Verzeichnis

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Klein und kompakt, außerdem auch für jedermann zu bedienen ist ein „Automatisierter externer Defibrillator“. Symbolfoto: DLRG Quakenbrück (Archiv)Klein und kompakt, außerdem auch für jedermann zu bedienen ist ein „Automatisierter externer Defibrillator“. Symbolfoto: DLRG Quakenbrück (Archiv)

Bramsche. Ein Defibrillator kann bei einem Notfall Leben retten. Auch Laien können heutige Geräte bedienen. Sie sind in Firmen oder öffentlichen Einrichtungen zu finden. Nur wo genau? Ein entsprechendes Verzeichnis versucht der Bramscher Amin Schnieder für den gesamten Landkreis Osnabrück zusammenzutragen.

Man kennt es aus Krimis oder im Arztserien: Defibrillatoren mit bügeleisengroßen Metallplatten werden Patienten mit Herzproblemen mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen auf den Brustkorb gesetzt, um mit Elektroschocks den normalen Rhythmus wiederherzustellen. Dabei gibt es die Geräte unter der Bezeichnung „Automatisierter externer Defibrillator“ (AED) längst auch in viel kleinerer Form. Und umgangssprachlich werden sie auch als Laiendefibrillator bezeichnet. Zurecht, wie Amin Schnieder meint: „Jeder kann sie bedienen.“ Denn die lebensrettenden Geräte würden selbst überprüfen, ob ihr Einsatz überhaupt nötig ist. Und auch dem Nutzer erklären, was zu tun ist.

Standorte oft nicht bekannt

In vielen Firmen, öffentlichen Einrichtungen oder auch an Sportplätzen werden AED mittlerweile vorgehalten. Allerdings: Der Standort vieler Geräte ist oft nicht allgemein bekannt. Schnieder nennt ein Beispiel: „Stellen Sie sich vor, in der Bramscher Fußgängerzone bricht ein Mensch zusammen und ein Anderer muss Erste Hilfe leisten: Woher soll der wissen, dass es im Büro der Bramscher Nachrichten einen Defibrillator gibt?“

Die Rettungsleitstelle für Stadt und Landkreis Osnabrück ist deshalb bestrebt, derlei Informationen zu sammeln. Schnieder, im Ehrenamt Stadtbrandmeister in Bramsche, arbeitet hauptberuflich für die Leitstelle und ist damit befasst, ein solches „Defi-Kataster“ zu erstellen. Bei einem Notruf unter der 112 mit entsprechendem Verdacht auf lebensbedrohliche Herzrhytmusstörungen könnten die Leitstellendisponenten dann dem Anrufer gleich sagen, wo er den nächsten AED findet. „Oder alternativ: Wir von der Leitstelle sagen – beispielsweise bei den Bramscher Nachrichten – Bescheid: Achtung, Euer Defi wird benötigt. Könnt Ihr das zur Großen Straße XY bringen?“, nennt Schnieder als weitere Möglichkeit. Denn wichtig sei, dass der Ersthelfer nicht seine Maßnahmen unterbrechen muss, um das Gerät zu holen. „Darum sollte sich immer eine weitere Person kümmern“, betont Schnieder.

Etwas mehr als 80 AED hat Schnieder bislang registrieren können. „Das dürfte aber nur ein Bruchteil dessen sein, was es in Stadt und Landkreis Osnabrück wirklich gibt“, ist der Bramscher überzeugt. Er selbst sei natürlich wachsam, wo er AED entdecke. „Und auch meine Feuerwehrkollegen halte ich dazu an: Leute, wenn Ihr irgendwo, beispielsweise im Supermarkt, seht, dass es dort einen Defi gibt, dann sagt mir Bescheid.“

Bitte um Unterstützung

Noch besser wären allerdings noch detailliertere Informationen, die bestenfalls von den Firmen, Behörden oder Sportvereinen selbst kommen, die AED vorhalten. Auf der Internetseite der Rettungsleitstelle ist deshalb ein Formular zu finden, auf dem genauere Angaben notiert werden können: „Adresse; genauer Standort des AED im Gebäude; Uhrzeiten, zu denen das AED zugänglich ist: Das sind“, so betont Schnieder, „unheimlich wertvolle Informationen für uns“ – nämlich Informationen, die im Extremfall helfen können, ein Menschenleben zu retten.

Bei Rückfragen ist Amin Schnieder in der Rettungsleitstelle in Osnabrück unter Tel. 0541/50030-5112 zu erreichen.

Möglichst viele Standorte von Defibrillatoren – hier das Gerät im Büro der Bramscher Nachrichten – will die Rettungsleitstelle in Erfahrung bringen. Foto: Björn Dieckmann

Hier kann das Formular von der Internetseite der Leitstelle abgerufen werden


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