N66 fährt freitags Hat der Bramscher Nachtbus eine Zukunft?

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Die Busverbindung zwischen Bramsche und Osnabrück freitagsnachts ist 2015 eingeführt worden. Sie ergänzt das schon länger bestehende „Nachtschwärmer“-Angebot an den Samstagen. Symbolfoto: Stadtwerke OsnabrückDie Busverbindung zwischen Bramsche und Osnabrück freitagsnachts ist 2015 eingeführt worden. Sie ergänzt das schon länger bestehende „Nachtschwärmer“-Angebot an den Samstagen. Symbolfoto: Stadtwerke Osnabrück

Bramsche. Trotz stark gesunkener Fahrgastzahlen soll der Nachtbus Bramsche mindestens bis 2019 angeboten werden. Das schlägt die Bramscher Stadtverwaltung der Kommunalpolitik vor, die über die Freigabe der finanziellen Mittel zu entscheiden hat.

Seit Anfang September 2015 verkehrt die Nachtbus-Linie N66 freitagsabends und -nachts von Ueffeln aus über Hesepe, Bramsche-Zentrum, Gartenstadt, Schleptrup, Engter und Wallenhorst nach Osnabrück und zurück. Kostenträger ist die Stadt Bramsche, die für dieses Angebot jährlich 25.000 Euro investiert.

Geschlossen werden sollte – auf Initiative der damaligen „Neuen Mehrheit“ – mit dem neuen Angebot eine Lücke, über die sich besonders Jugendliche und junge Erwachsene in der Vergangenheit oft beschwert hatten: Während es an den Wochenenden in den Nächten zum Sonntag den „Nachtschwärmer“ zur späten Fahrt nach Osnabrück und zur noch späteren Fahrt zurück gab, fehlte ein entsprechendes Angebot an den Freitagen.

Vereinbart wurde eine dreijährige Erprobungsphase, an deren Ende die Entwicklung überprüft werden soll. Dieses Datum steht nun bald an, sodass sich am 15. März 2018 der Stadtrats-Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt und der Verwaltungsausschuss mit dem Thema befassen werden: Laut Vorlage der Stadtverwaltung sei der Vertrag mit den beteiligten Busunternehmen befristet bis zum 18. August 2018, er verlängere sich aber um ein Jahr, wenn er nicht gekündigt wird.

Aufgelistet werden in der Vorlage die Fahrgastzahlen, allerdings – aus nicht bekannten Gründen – erst beginnend mit September 2016. Demnach wurden in jenem Monat 42 Fahrgäste gezählt, im Oktober 2016 waren es 70, im November 67 und im Dezember 89. Laut einer unserer Redaktion Auflistung nutzten 2016 – dem ersten kompletten Nachtbus-Jahr nach der Einführung – insgesamt 633 Fahrgäste das Angebot. Im vergangenen Jahr jedoch brachen die Zahlen geradezu ein. Ingesamt waren es noch 154 Personen, die die N66 nutzten. Diese Zahlen beziehen sich auf den Verkauf von Einzel- und Tagesfahrkarten, nicht erfasst sind mögliche weitere Nutzer mit Abos, Semestertickets, Wochen-, Monats- oder Schülerfreizeitkarten.

Weiterführung bis 2019?

Die Bramscher Stadtverwaltung schlägt trotz des deutlichen Rückgangs vor, den Nachbus zumindest bis zum Sommer 2019 fahren zu lassen. „In den Haushaltsplanberatungen für 2019 kann dann über die Weiterführung des Nachtbusses beraten werden“, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Stadtentwicklungsausschuss. Für diesen Vorschlag gibt es weit überwiegend Zustimmung aus der Politik, die Fraktionen mahnen allerdings auch eine stärkere Werbung in der Zielgruppe Jugendliche/Junge Erwachsene an. So teilt die SPD-Fraktion im Rat mit, nach ihrer Auffassung sei die Linie N66 „am Wochenende die wichtigste Verbindung zwischen Bramsche und Osnabrück“. Eltern wüssten, dass ihre Kinder sicher nach Hause kommen. Der letzte Zug der Nordwestbahn von Osnabrück aus fahre für viele Menschen zu früh, ein Taxi sei kostenintensiv.

Für die CDU erklärt Andreas Quebbemann: „Der Nachtbus ist ein zentrales Anliegen der CDU Bramsche im Rahmen der Neuen Mehrheit gewesen, von daher werden wir selbstverständlich für die Weiterführung stimmen.“ Quebbemann selbst habe sich auf Kreisebene dafür eingesetzt, das auch das Landkreisticket für den Nachtbus gelte. Das heiße: „Zukünftig können ihn alle entsprechenden Schülerinnen und Schüler, die dieses Ticket haben, kostenlos mit nutzen.“

FDP kritisch

Auch Dieter Sieksmeyer (Die Grünen) meint, das Angebot müsse fortgeführt werden. Die Haltung der gesamten Fraktion solle aber erst in einer Sitzung am Montagabend besprochen werden. Bernhard Rohe (Die Linke) ist „tendenziell für eine Verlängerung, auch wenn die Zahlen nicht überragend sind.“ Einzig die FDP steht dem Vorschlag der Stadtverwaltung „sehr kritisch gegenüber“, wie Anette Staas-Niemeyer sagt. Sie sei „eher dafür, es einzustellen.“ Wenn man die Gesamtzahlen auf einzelne Fahrten herunterbreche, „dann gibt es pro Fahrt eines Busses durchschnittlich einen einzigen Fahrgast“, so Staas-Niemeyer mit Hinweis darauf, dass jeden Freitag drei Busse nach Osnabrück und drei von dort wieder zurück gibt. Es sei „nicht Aufgabe der Allgemeinheit, das zu finanzieren.“ Es bestehe offenbar „nicht der Bedarf wie vermutet“.

Fahrplan:www.vos.info


Die öffentliche Sitzung des Stadtrats-Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt beginnt am Donnerstag, 15. März, um 18 Uhr im großen Sitzungssaal des Bramscher Rathauses. Auf der Tagesordnung steht nicht nur die Beratung zur Zukunft des Nachtbus-Angebots. Sondern es geht auch um den Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan „Industrie- und Gewerbegebiet Eiker Esch“ in Schleptrup und die dafür ebenfalls notwendige Änderung des Flächennutzungsplans.

Der Verwaltungsausschuss tagt stets nichtöffentlich.

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