Sommerkultur: Liz Lee furios Gaspedal in Bramsche komplett durchgetreten



Bramsche. Der Endspurt des Sommerkulturprogramms hielt das, was man im Vorfeld von ihm erhoffen durfte. Das drittletzte Kirchplatz-Konzert war nicht nur das lauteste des bisherigen Jahres, es war auch das am besten besuchte. Verantwortlich dafür waren natürlich in erste Linie Elizabeth Lee und ihre Band Cozmic Mojo, die dem sichtlich gut aufgelegten Bramscher Publikum mit Southern Rock und mitreißendem Blues einheizten.

Vor dem Konzert standen für die Band und Mitorganisator Jan Rathjen erst einmal ein paar betriebsam-hektische Stunden auf dem Programm. Auf dem Weg nach Bramsche machte nämlich der Tourbus des Quartetts schlapp – und das Schlagzeug von Drummerin Federica Zanotti passte nicht in den Ersatzwagen.

Rathjen griff zum Telefon und organisierte auf die Schnelle ein sogenanntes Drum-Kit. „Als das geschafft war, klingelte erneut das Telefon. Die Band war dran und sagte, dass das Schlagzeug nun doch ins Auto passte…“, erzählt Rathjen mit einem Schmunzeln. Die Betriebstemperatur allerdings, die alle Beteiligten bei diesem unerwartet aufgetretenen Problem erreicht hatten, nutzten Elizabeth Lee (Gesang, Percussion), Luca Gallina (Gitarre), Luca Manenti (Bariton-Gitarre) und Schlagzeugerin Zanotti auf dem Kirchplatz von Beginn an, um das musikalische Gaspedal komplett durchzutreten.

Füllte sich der Raum vor der Bühne an „normalen“ Donnerstagen eher langsam, herrschte dort diesmal ab dem ersten Song Betriebsamkeit. Beste Voraussetzungen also für ein gelungenes Sommerkultur-Konzert.

Jeder, der sich nach einem lauten und wilden Kirchplatz-Konzert gesehnt hatte, kam dank Frontfrau Lee und ihren drei Begleitern voll auf seine Kosten. Eigene Stücke unterfütterte das Quartett mit stellenweise eingestreuten Cover-Versionen. Die rockende Marschrichtung war dabei immer die gleiche. Im Spannungsfeld von feurigem Southern Rock, butterweichem Blues, kantigem Hardrock, elektrisierendem Funk und zurückgelehnten Americana-Klängen ließen die Texanerin und ihre drei italienischen Kollegen nichts „anbrennen“. Balladen stellten deshalb eher die Ausnahmen dar. Der Fokus lag auf schnelleren Stücken wie dem Garagen-Blues-Klassiker „Have Love, Will Travel“ von Richard Berry.

Als auf der Bühne um kurz nach 22 Uhr die sprichwörtlichen Lichter ausgingen, war das vorletzte Donnerstagskonzert des diesjährigen Sommerkulturprogramms Geschichte. Die pulsierende Rock-Show von Elizabeth Lee kann ohne Abstriche wohl als eines der Highlights der diesjährigen Veranstaltungsreihe bezeichnet werden. Für die zwei noch ausstehenden Kirchplatz-Konzerte – „A Glezele Vayn“ am 29. August und die „Silver Beatles“ am 31. August – liegt die Latte somit alles andere als niedrig.


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