20-Jährige unter den Kandidaten Drei Frauen aus Engter und Bramsche kandidieren erstmals für Kirchenvorstand

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Drei der vielen „Neuen“, die sich am Sonntag zur Wahl stellen: Ute Mörking-Guschmann, Patrizia Zechlin und Kerstin Fuchs. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeDrei der vielen „Neuen“, die sich am Sonntag zur Wahl stellen: Ute Mörking-Guschmann, Patrizia Zechlin und Kerstin Fuchs. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Am 11. März sind 60000 evangelische Christen in den 25 Gemeinden im Kirchenkreis Bramsche aufgerufen, ihre ehrenamtlichen Vertreter in den Gemeinden, die Kirchenvorsteher, zu wählen. Wer kandidiert? Was sind die Beweggründe der „Neuen“? Wie blicken „alte Hasen“ auf ihre Arbeit zurück? Was kann ein Kirchenvorstand überhaupt bewegen? Eine BN-Serie.

„Frischer Wind würde mal guttun“. Patrizia Zechlin sprüht vor Energie und jugendlichem Selbstbewusstsein. Gerade 20 Jahre alt ist die junge Frau, die in der St. Johannis-Gemeinde in Engter für den Kirchenvorstand kandidiert. Schon seit sie ein Kind ist, ist sie in der Gemeinde aktiv. „Jeder kennt mich in Engter“, lacht sie und zählt auf: Kindergottesdienste, Kinderfreizeiten, MfG (Music-for-God)-Gospelchor, Ballsportgruppe, Feuerwehr, jetzt das FSJ in der Kita Pfiffikus. Und auch wenn sie im Herbst ihr Studium aufnimmt, in Münster oder Osnabrück, will sie in Bramsche wohnen bleiben. Der KV-Arbeit stünde also nichts im Wege.

„Wir haben unter uns Jugendlichen in der Gemeinde überlegt, dass wir mehr Präsenz zeigen müssen“, sagt Zechlin.. „Wir hatten hier jahrelang eine mega Jugendarbeit. Jetzt wollen wir uns weiter engagieren, aber es fehlt jemand, der uns auch einmal an die Hand nimmt und uns unterstützt “. Die Jung-Kandidatin spricht unumwunden die Differenzen zwischen Hauptamtlichen und KV in der Gemeinde an, die im Herbst 2017 im plötzlichen Weggang der jungen Pastorenfamilie Danckwerts gipfelten, den Zechlin sehr bedauert. „Danckwerts haben uns immer sehr unterstützt“. Für die Pastorenstelle wurde inzwischen eine Lösung gefunden, die aber aus Altersgründen wohl auch nicht von Dauer sein wird.

Die Jugendlichen motivieren

„Früher hatten wir 50 Jugendleiter, heute sind es nur noch zehn“, meint Zechlin vielsagend. Es müsse etwas passieren. „Wir müssen die Jugendlichen motivieren, sich zu engagieren, sonst läuft bald nichts mehr“. Schließlich hätten ihr selbst die Jugendgruppen immer „sehr viel Halt gegeben.

Pläne für den Fall, dass sie und die beiden anderen jungen Kandidaten Hendrik Hanenberg (20 Jahre) und Jennifer Steinmeyer (18 Jahre) gewählt werden, hat das Trio bereits. Sie wollen den Zusammenhalt in der Kirchengemeinde stärken unter anderen durch gemeinsame Projekte mit den älteren Menschen in Engter. Auch das Öko-Projekt „Grüner Hahn“ könne man sicherlich in dfer Öffentlichkeit präsenter machen. Oder man könnte ein Bibel-Rätsel anbieten, „etwa in der Art eines Escape-Rooms“.

Und noch eins ist Patrizia Zechlin klar. Sie würde im KV durchaus einen Vorstandsposten übernehmen, sollte sie denn gewählt werden. Angst vor der Verantwortung hat der Gemeindenachwuchs nicht Die junge Frau fasst selbstbewusst zusammen:: „Wir sind die Neuen“

Viel spannender als Urlaub mit den Eltern

Die Neuen, wenn auch auf einer ganz anderen Ebene, sind auch Ute Mörking-Guschmann und Kerstin Fuchs, die sich in der Bramscher Innenstadtgemeinde St. Martin zur Wahl stellen. Deutlich älter als Patrizia Zechlin, beide im Berufsleben stehend, dennoch verbindet die drei Frau einiges. Unter anderem die Verwurzelung in der Kirche, die Aktivitäten als Kinder und Jugendliche, die Freude am Singen in verschiedenen Chören. „Auch wenn sich unsere Leben in verschiedenen Bahnen entwickelt haben, der Kontakt ist doch immer geblieben“, unterstreicht Mörking-Guschmann. Prägend seien unter anderem die Freizeiten, an denen immer Jugendliche mit Behinderungen teilgenommen hätten. „Wir haben gelernt, damit umzugehen. Es hat sich so eine Normalität entwickelt“, erinnert sie sich. „Das war ne geile Zeit“, lacht Kerstin Fuchs in Erinnerung an die vielen Fahrten und Freizeiten, damals noch in Engter. „Das war viel spannender als Urlaub mit den Eltern. Viele Kontakte und Freundschaften blieben über die Jahre hinweg. Diese Zeit habe ihnen soviel gegeben, „das wir jetzt einfach etwas zurückgeben möchten“. Mörking-Guschmann gehörte bereits von 1985 bis 1994 zunächst als berufenes, dann als gewähltes Mitglied einem Kirchenvorstand an. Dann standen andere Dinge im Vordergrund. Kerstin Fuchs ist ganz neu dabei. Die Mitarbeit in Fachausschüssen, vielleicht in der Kinder- und Jugendarbeit oder in Personaldingen können sich beide vorstellen. Die Chance zu gestalten - das reizt bei an der KV-Arbeit, wobei es immer ein „schmaler Grat ist zwischen bewahren und verändern“, schließt Mörking-Guschmann.

Die drei Frauen stehen für viele Kandidaten, mehr Frauen als Männer, die sich am Sonntag, 11.März 2018, in ihren Gemeinden zur Wahl stellen.


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