Türkischer Lautenspieler gab Konzert Klänge von Sirri Lacin zum Dahinschweben in Evinghausen

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Sirri Lacin aus Istanbul bei seinem Auftritt in der Waldorfschule. Foto: Reinhard FanslauSirri Lacin aus Istanbul bei seinem Auftritt in der Waldorfschule. Foto: Reinhard Fanslau

Evinghausen. Zu einer großartigen Reise in seine ganz spezielle Welt der Klänge lud Sirri Lacin in den großen Saal der Freien Waldorfschule ein.

Auf seinen Langhalslauten Baglama und Cura spielte der Istanbuler Musiker traditionelle und moderne Kompositionen aus Anatolien, bei denen oft die leisen, zum Dahinschwelgen verführenden Töne dominierten.

Lacins Auftritt hatte trotz der Größe des Saals Wohnzimmercharakter. Es hatten sich nicht mehr als knapp 20 Leute eingefunden, um den in der ganzen Welt anerkannten Musiker live mitzuerleben. Vor Kurzem erst gab Lacin ein Konzert in Paris, das in der Waldorfschule war auf familiäre Kontakte zurückzuführen. Für die nur wenigen Zuhörer mag es enttäuschend gewesen sein, dass nicht mehr kamen. Der Vortragende selbst aber freute sich über jeden Anwesenden und spielte genauso hingebungsvoll und professionell, wie er es vor 500 oder 1000 Zuschauern machen würde.

Auf seinem Programm standen traditionelle Lieder aus Anatolien, die bis zu 500 Jahre alt sind. Aber auch moderne Kompositionen bot Lacin dar, die meisten davon eigene Werke. „Ich arbeite auch gerne leichte westliche Einflüsse in meine Lieder ein“, ließ der Künstler über einen Übersetzer sagen, da er kein Deutsch spricht. Mag vielen ungeübten westlichen Ohren die Musik aus der Heimat des türkischen Musikers schnell und hektisch erscheinen, so wären diese Skeptiker am Samstagabend eines Besseren belehrt worden. Wunderbar dahinschwebend und mit vielen ruhigen Passagen versehen, zauberte Lacin einen teilweise schon fast meditativen Klangteppich, der die wenigen Anwesenden restlos begeisterte.

Konzerte in so kleiner Runde können auch Vorteile haben. So entstand nach der letzten Zugabe eine lockere Gesprächsrunde, in der der Musiker geduldig und freundlich alle Fragen beantworten ließ. So war interessant zu erfahren, dass die Musik, die er spielte ihren Ursprung im Gottesdienst im Gebet hatte. Sie soll unterstützen, die Verbindung zu Gott im Himmel herzustellen. Dabei käme es, so Lacin, übrigens nicht darauf an, dass man sein Instrument gut spiele.

Auf das Konzert in der Waldorfschule traf dieser Satz natürlich nicht zu. Lacin hatte seine drei Langhalslauten nach Meinung der Zuhörer meisterhaft bedient.


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