Aufführung in Evinghausen Waldorfschüler spielen 2018 „Die Heiratsvermittlerin“

Von Holger Schulze

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Evinghausen. Um die Liebe geht es 2018 beim Achtklass-Stück der Waldorfschule Evinghausen. „Die Heiratsvermittlerin“ nach Thornton Wilder handelt von einem alternden Mann namens Horace Vandergelder, der die Liebe seiner Nichte zu einem Künstler zu unterbinden versucht.

Auch Horace selbst möchte aus Vernunftgründen eine erneute Ehe eingehen und engagiert darum die eigenwillige, stadtbekannte Mrs. Dolly Lewin, um eine passende Ehefrau für sich zu finden. Mrs. Lewin verfolgt jedoch eigene Ziele und so wird Mr. Horace Vandergelder auf seiner Suche nach einer Ehefrau so manche Überraschung erleben.

Eine Überraschung erlebten Ramona Lange und Ulrich Woköck-Stegemann bereits bei der Suche nach einem geeigneten Stück für das Vorspiel der achten Klassen.. Denn eigentlich wollten die beiden Klassenlehrer ihren Schülerinnen und Schülern Shakespeare ans Herz legen, „der schönen Sprache wegen“, wie Ramona Lange während der Proben erzählte. „Doch die Schüler hatten überhaupt keinen Bock darauf. So wurde es der Wilder. Im Nachhinein stellte es sich als Glücksgriff heraus. Es ist ein Stück, das den Pubertierenden sehr entgegenkommt. Es geht um die Liebe, das ist für eine achte Klasse immer Thema.“

Kurz vor dem Börsencrash

Mit neu hineingeschriebenen Rollen und einer zeitlichen Verschiebung in das New York der 1920er Jahre, kurz vor dem Börsencrash, wurde das Stück etwas dem Klassenbedarf angepasst. „Das damals aufkommende Auflehnen gegen Autoritäten, die neue Wildheit, die ersten emanzipatorischen Bestrebungen der Frauen, all das kommt den mädchenlastigen Klassen sehr entgegen. Wir wollten einfach schöne Rollen und dass sich alle in ihren Rollen wohlfühlen. Das haben wir ganz gut hingekriegt“, stellte Ramona Lange einen weiteren Aspekt für die Wahl des Stückes dar.

Bereits anderthalb Wochen vor den Aufführungen wurde schon in Kostümen agiert. „Die Jungs schlurfen sonst in ihren Sneakers rum. Die spielen darin überhaupt nicht herrschaftlich. Doch sobald sie ihre Kostüme anhaben, ist das schon ganz was anderes“, wusste Ramona Lange aus den Probenarbeiten zu berichten.

„Die Klassen zusammen funktionieren super.“

Die normalen Textunsicherheiten, aber auch krankheitsbedingte Ausfälle kennzeichneten noch die vorletzte Probewoche. Doch insgesamt machte Ramona Lange hier schon ihren Schauspielern das Kompliment: „Wir haben viel Glück mit den Spielern. Sie wollen, auch wenn es manchmal peinlich für sie ist. Die Klassen zusammen funktionieren super. Man kann von außen nicht erkennen, wer in welche Klasse gehört.“ Dies aus dem Munde einer bereits als Regieassistentin am Osnabrücker Theater tätigen Lehrerin zu hören, wird nicht nur die Schüler freuen, sondern dürfte auch Lust auf die Aufführungen machen. Denn Ramona Lange hat „sehr hohe Ansprüche, weil ich weiß, dass die Schüler viel leisten können“.

Kreative Eltern malen die Skyline von New York

Viel geleistet haben für das Stück wieder die Eltern, „Sie haben uns so den Rücken freigehalten, dass wir uns ganz auf die Regiearbeit konzentrieren konnten“, dankte Ulrich Woköck-Stegemann dem Elternteam, das sich für die Kostüme und die Kulisse verantwortlich gefühlt hatte. Dessen Arbeitsergebnisse lassen sich wirklich sehen. Die Skyline von New York im Hintergrund des Bühnengeschehens zeigt, dass nicht nur Waldorfschüler, sondern eben auch deren Eltern ein hohes Maß an Kreativität besitzen.

„Den Zuschauer erwarten motivierte Schüler, die die Komödie gut rüberbringen“, verspricht Lange für die Aufführungen. „Es ist eine schöne Geschichte darüber, wie Liebe funktioniert. Das Bühnenbild und die Kostüme sind ebenfalls sehr sehenswert. Wir tanzen Charleston und es sind 13-, 14-Jährige auf der Bühne zu sehen, die toll abliefern, und das in einer Lebensphase, in der es generell peinlich ist, sich zu exponieren. Die Schüler haben richtig Lust darauf, ein gutes Schauspiel abzuliefern“.

Da kann „Mann“ nur staunen - eine Szene aus dem Hutladen.

Vorstellungen für die Öffentlichkeit sind am Freitag, 9. März, sowie am Samstag, 10. März, jeweils ab 20.Uhr in der Icker Landstraße 16. Die Sonntagsvorstellung am 11. März beginnt bereits um 17 Uhr.


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