Voodoo Hoodoo Blues Club Bluesrock-Feuerwerk in der Bramscher Alten Webschule

Von Sascha Knapek

Tim Funke und seine Mitstreiter Yannick Kettenbach, Jens Niemann sowie Rebecca Colen (von links) gaben als Voodoo Hoodoo Blues Club Vollgas.. Fotos: Sascha KnapekTim Funke und seine Mitstreiter Yannick Kettenbach, Jens Niemann sowie Rebecca Colen (von links) gaben als Voodoo Hoodoo Blues Club Vollgas.. Fotos: Sascha Knapek

Bramsche. Beim Blues-Abend in der Alten Webschule geht es ziemlich melancholisch los. Bevor die vier Osnabrücker vom Voodoo Hoodoo Blues Club die Bühne betreten und ein sattes Bluesrock-Feuerwerk lostreten, darf der junge Steve. seinen in Songs verpackten Gefühlen freien Lauf lassen.

Mit Pudelmütze und E-Gitarre macht der ebenfalls aus Osnabrück stammende Musiker kein Geheimnis daraus, dass seine Stücke eher von den trüberen Momenten des Lebens handeln. So düster die Themen in Songs wie „Nothing Else to Say“ oder „A Need For Reason“ von seiner Debüt-EP „-18“ aber auch sein mögen, der Auftritt des jungen Mannes nötig Respekt ab. Steve. kehrt sein Inneres nach außen und lässt sich auch nicht dadurch aus der Ruhe bringen, wenn das Mikrofon einmal nicht auf dem Ständer bleiben möchte oder er eine halbe Minute braucht, um seine Gitarre auf das nächste Lied einzustimmen.

Gerade die rotzige Schlampigkeit macht Steve. dabei so sympathisch. Der junge Mann schrammelt sich durch seine traurigen Songs als sei es das Normalste auf der Welt. „I make a lot of people sad“, singt Steve. in „Fields of Mediocrity“. Das mag sein. Den in puristischen Indie-Rock verpackten Originalen hört man dennoch gerne zu.

Ganz andere Töne gibt es kurz darauf vom Hauptact des Abends, dem Voodoo Hoodoo Blues Club, auf die Ohren. Das von Gitarrist Tim Funke vor rund drei Jahren gegründete Kollektiv ist als Quartett nach Bramsche gekommen, und macht von der ersten gespielten Note mächtig Dampf in der Alten Webschule. Dass einige der rund 60 Besucher den direkten Weg vor die Bühne suchen, ist standesgemäß und verständlich.

Blues-Sound geht durch Mark und Bein

Neben Funke sorgen Sänger Jens Niemann, Bassistin Rebecca Colen und Schlagzeuger Yannick Kettenbach für durch Mark und Bein gehenden Blues-Sound. Das Quartett deckt mit seinen Originalen einen großen Teil des Bluesrock-Spektrums ab und kann sowohl Balladen („My Little Schoolgirl“) als auch derbe Abgehnummern („Trouble“ oder die Live-Premiere „Blinded By Fear“).

Im Fokus steht dabei naturgemäß oft Gitarrist Tim Funke, der auch den einen oder anderen Ausflug ans Mikrofon unternimmt. Funke huldigt Vorbildern wie Jimi Hendrix mit glasklaren Soli und einer beseelten Herangehensweise an die Sechssaitige, die er um den Hals trägt. Die perfekt eingespielt Rhythmussektion hält ihm gekonnt den Rücken frei.

Es ist übrigens Funkes erster Auftritt in der Alten Webschule seit 1995, wie er zwischendurch erzählt und einen alten Flyer hervorholt. 23 Jahre nach dem damaligen „Heimat, deine Lieder“-Festival, bei dem der Bluesrocker als Mitglied von Black Destiny dabei war, macht der Osnabrücker nun wieder Station in Bramsche.

Der junge Osnabrücker Steve. überzeugte in der Alten Webschule mit sehr persönlichen Songs.

Wenige Sekunden später leitet Tim Funke mit „Red House“ das zweite Jimi-Hendrix-Cover des Auftritts ein. Und wie schon bei „Foxy Lady“ bebt nicht nur die Bühne der Alten Webschule. Der Voodoo Hoodoo Blues Club macht seinem magisch-mystischen Namen an diesem Abend alle Ehre.